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Karlsruhe Trotz hoher Fehlerquote: Warum Schnelltests in Karlsruhe trotzdem wichtig sind

Seit über einem Jahr beeinflusst das Corona-Virus das alltägliche Leben. Inzwischen hat sich die dritte Welle, ausgelöst durch eine Corona-Mutation, in Karlsruhe etabliert - doch wohin geht der Trend? Von den Anfängen bis heute: Jede Woche gibt es einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Karlsruhe und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

1. Aktuelle Corona-Lage: Inzidenz bleibt hoch

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt: Die Corona-Lage im Stadt- und Landkreis Karlsruhe bleibt angespannt, denn: Die Anzahl der Neuinfektionen klettert weiterhin in die Höhe.

Zum Vergleich: Waren am Dienstag, 13. April, 619 Menschen im Stadtkreis mit dem Virus infiziert, sind es am Freitag, 23. April, 839. Der 7 Tage-Inzidenzwert, liegt im Stadtkreis Karlsruhe bei 146,4 und im Landkreis bei 160,4. 

Bild: Landratsamt Karlsruhe

Deshalb warnt das Robert Koch Institut (RKI) in seinem aktuellsten Lagebericht: "Das RKI schätzt aufgrund der anhaltend hohen Fallzahlen und des aktuell beschleunigten Wiederanstiegs der Inzidenz die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt als sehr hoch ein."

Viele trauen dem Schnelltest nicht

Sie sind ab jetzt unsere ständigen Begleiter - die Corona Schnelltests. Inzwischen sind im Karlsruher Stadt- und Landkreis über 170 Teststationen eingerichtet. Pro Bürger hat jeder das Recht, einen kostenlosen Schnelltest zu erhalten. Innerhalb von 15 bis 30 Minuten liegt dann das Ergebnis vor.

Soweit so gut. Doch trotzdem vertrauen viele Bürger nicht auf die kleinen Alltagshelfer. Der Grund: Zu ungenaue Testergebnisse. Erst kürzlich hatte ein positiver Krankenhausbesucher in Dortmund einen Corona-Ausbruch ausgelöst, obwohl er ein negatives Testergebnis mit sich führte.

Viele fragen sich dann: Warum wird um diese Testungen überhaupt so ein Aufwand betrieben, wenn sie nicht sicher sind?

PCR-Tests mindern falsch-positive Ergebnisse

Tatsächlich bringen die in Karlsruhe durchgeführten Antigen-Schnelltests gewisse Risiken mit sich, da sie weniger sensibel reagieren als ein PCR-Test. Laut Ulrich Wagner, dem stellvertretendem Leiter des Gesundheitsamtes Karlsruhe, hat aber genau das auch seine Vorteile.

Bild: Verena Müller-Witt

"In Karlsruhe führen zirka 30 Prozent aller Schnelltests zu einem falsch-positiven Ergebnis. Aber man muss immer hinterfragen, was das politische Ziel dahinter ist. Bei den Schnelltest liegt der Fokus darauf, möglichst viele Fälle aufzudecken", erklärt Wagner. 

Besonders bei asymptomatischen Personen sei dies ein großer Vorteil, da sich die Leute ohne diese Schnelltest-Strategie vermutlich erst testen lassen würden, sobald Symptome aufträten. Die endgültige Gewissheit bringe dann ein anschließend durchgeführter PCR-Test. Der ist bei einem positiven Schnelltest-Ergebnis sogar verpflichtend.

Proben für einen PCR-Test werden von einem Laboranten verpackt.
Proben für einen PCR-Test werden von einem Laboranten verpackt. | Bild: Sina Schuldt/dpa/Symbolbild

"Egal ob auf der Schnelltest-Station oder bei einem Selbsttest zu Hause. Sobald ein positives Ergebnis zu Tage tritt, muss ein PCR-Test zur Bestätigung durchgeführt werden", so Wagner weiter. Der Nachteil: Die "falsch-positiv" getestete Person und deren Kontaktpersonen müssen zu Hause bleiben, bis das Ergebnis des PCR-Tests vorliegt.

Schnelltests reagieren auf hohe Virenauslastung

Ein weiteres Thema, der viele Bürger verunsichert, sind falsch-negative Tests. Diese seien, so Wagner, in einem "gewissen Prozentsatz" auch in Karlsruhe vertreten. Dennoch würden die positiven Eigenschaften der Schnelltest-Strategie hierbei überwiegen.

"Wenn von 100 getesteten Personen acht positiv sind und der Schnelltest davon fünf erkennt, dann ist das trotzdem besser, als keinen zu erkennen", so der Experte auf Anfrage von ka-news.de. Doch er gibt zu: "Derartige Ergebnisse können Menschen in falscher Sicherheit wiegen und zur Nachlässigkeit führen. Deshalb befreit ein negatives Testergebnis auch nicht vor der Maskenpflicht und den Hygienevorschriften."

Ein negativer SARS-CoV-2-Antigentest.
Ein negativer SARS-CoV-2-Antigentest. | Bild: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Doch diese niedere Sensibilität der Schnelltests bringt einen Vorteil mit sich. Der Grund: Schnelltests reagieren vor allem auf die Virus-Last im Körper, während der PCR kleinste Spuren nachweisen kann. Stichwort: positiver Test trotz Genesung.

"Es sagt ja zum Beispiel auch etwas aus, wenn ein PCR-Test positiv ausfällt und der Schnelltest negativ. So kann der Schnelltests auch eine Aussage darüber machen, wie hoch die Virenlast oder wie ansteckend die Person ist", sagt der Experte.

Da stellt sich abschließend die Frage: Wird dann die englische Corona-Mutation nicht sogar schneller erkannt, gerade weil sie sich durch eine höhere Virenlast auszeichnet? Laut Wagner sei da die Sicherheit "vielleicht ein bisschen höher, aber nicht weiter relevant".

2. Entwicklungen der Neuinfektionen in Karlsruhe

Im Verlauf der Corona-Pandemie hat Karlsruhe nun mehrere Hochs und Tiefs hinter sich. Wie die Grafik zeigt, kletterte die Rate der Neuansteckungen zuletzt im November 2020 in die Höhe. Durch einen erneuten Lockdown begannen die Neuinfektionen zu sinken, verfolgen aber seit März wieder einen Aufwärtstrend.

Inzwischen sind die Infektionsketten oft nicht mehr bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, weshalb eine eindeutige Zuordnung schwierig ist. Reiserückkehrer spielten laut Gesundheitsamt nahezu keine Rolle mehr. Stattdessen seien die meisten Ansteckungen auf den eigenen Familienkreis, Schulen oder auf Betriebe zurückzuführen.

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen jeweils ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) fünf bis sechs Tage. In anderen Worten: Sollte es aufgrund der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden.

Dateiname : RKI Lagebericht 20.04
Dateigröße : 4.00 MBytes.
Datum : 21.04.2021 13:50
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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus hält Karlsruhe in Atem: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für die Fächerstadt und die Region in diesem Dossier.
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  •   jmiles
    (176 Beiträge)

    25.04.2021 13:21 Uhr
    OMG !
    "Erst kürzlich hatte ein positiver Krankenhausbesucher in Dortmund einen Corona-Ausbruch ausgelöst, obwohl er ein negatives Testergebnis mit sich führte." ... Das hätte er dann auch ohne falschen Test !!!
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  •   BMWFahrer
    (693 Beiträge)

    24.04.2021 17:06 Uhr
    "Bürger"
    Im Artikel wird immer wieder und ausschließlich auf die "Bürger" Bezug genommen. Was ist mit den anderen Menschen? Dürfen die sich auch testen lassen? Oder nur Bürger?

    Desweiteren schreibt Frau Müller-Witt, viele Bürger den Test nicht vertrauen und dass sie verunsichert seien. Ich kann versichern, dass es auch vielen anderen Menschen, die nicht Bürger sind, genauso geht. Der Artikel ist insofern einseitig und diskriminierend formuliert.
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  •   BMWFahrer
    (693 Beiträge)

    26.04.2021 09:34 Uhr
    Siehe Wikipedia
    Bürger
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  •   runner
    (594 Beiträge)

    23.04.2021 20:49 Uhr
    Was soll uns das sagen?
    Zitat von ka-news Pro Bürger hat jeder das Recht, einen kostenlosen Schnelltest zu erhalten.

    Wenn ich nicht wüsste, was derzeit Stand der Dinge ist, aus dieser Aussage wäre sicher kein Erkenntnisgewinn zu ziehen.
    Zitat von ka-news In Karlsruhe führen zirka 30 Prozent aller Schnelltests zu einem falsch-positiven Ergebnis.
    Echt jetzt? Gemeint ist wohl eher, dass von allen positiven Testergebnissen 30% falsch positiv sind, aber sicher nicht 30% aller durchgeführten Tests.
    Mit so gar keiner Ahnung sollte man auch nicht schreiben oder zumindest nicht veröffentlichen.
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