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Karlsruhe Jens Spahn besucht Karlsruhe: Würden Sie erneut das Amt als Bundesgesundheitsminister übernehmen, Herr Spahn?

"Es gibt niemanden, der in den letzten 18 Monaten mit ihm tauschen wollte", so Ingo Wellenreuther zu ka-news.de über Jens Spahn der am vergangenen Samstag in Durlach zu Gast war. Im Laufe der Pandemie wurde die Kritik am Bundesgesundheitsminister immer lauter. Themen des Besuchs waren natürlich die Corona-Pandemie, Afghanistan und das Gesundheitswesen. ka-news.de will Spahn aber wissen, ob er nach den kräftezehrenden Monaten der Pandemie erneut als Bundesgesundheitsminister zur Verfügung stellen würden. Seine Antwort: vielsagend.

Am vergangenen Samstag, 21. August, war Bundesgesundheitsminister Jens Spahn der Einladung von Karlsruhes Bundestagsabgeordneten und Direktkandidat Ingo Wellenreuther (beide CDU) gefolgt. In der Durlacher Raumfabrik sprach Spahn unter anderem über die Corona-Pandemie und suchte das Gespräch mit zirka 250 Bürgern.

Lautstarke Demonstranten begleiten den Besuch

Begleitet wurde der Besuch von zirka 250 lautstarken Demonstranten, die ihren Unmut über die Corona-Politik der Bundesregierung Luft machten. Laut Polizei Karlsruhe handelte es sich bei den Demonstranten "nicht ausschließlich um Querdenker." Rund 50 Beamte der Polizei waren am Samstag im Einsatz.

Bild: Hammer Photographie

"Wir leben in einer Demokratie und jeder darf seinen Unmut äußern. Die Demokratie lebt vom Austausch und der Debatte, doch was heute versucht wurde ist nicht gut. Wir müssen so was ertragen.", kommentiert Wellenreuther nach der Veranstaltung gegenüber ka-news.de die Gegendemonstranten. Jens Spahn sagt während seiner Rede: "Ich bin immer für die  Debatte. Zuhören ist wichtig. Aber wer brüllt und hasst, hat nicht das bessere Argument."

Bild: Hammer Photographie

In seiner Eröffnungsrede begrüßt Wellenreuther den Gesundheitsminister und stellt ihm ein gutes Zeugnis in der Bewältigung der Corona-Pandemie aus. "Es gab keine Blaupause. Es ist beeindruckend, wie diese Mammutaufgabe bewältigt wird." Niemand in Deutschland hätte in den vergangenen 18 Monaten mit Spahn tauschen wollen, so der Karlsruher Direktmandat, der im Anschluss die Buhen dem Gesundheitsminister überließ. 

"Für uns alle waren es harte, stressige Monate", so Spahn zu Beginn. Doch trotz aller Schwierigkeiten sei Deutschland "vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen." Im Vergleich mit anderen Ländern in Europa sei im Gesundheitsschutz viel gelungen. "Wir haben viele Menschenleben schützen können und die Balance zwischen Schutz und individueller Freiheit hat gepasst." Das Gesundheitswesen sei zu keiner Zeit überlastet gewesen, so der 41-Jährige. 

"Die vierte Welle kommt"

Auch wirtschaftlich habe die Deutschland die Pandemie gut verkraftet. "Unser Bruttoinlandsprodukt ist fast wieder auf dem Niveau von vor der Pandemie." Dies sei vor allem der zurückliegenden Politik der "schwarzen null" zu verdanken. "In guten Zeiten die Dinge zusammenhalten, dann kann man in schlechten Zeiten helfen", sagt Spahn weiter. 

Ingo Wellenreuther und Jens Spahn.
Ingo Wellenreuther und Jens Spahn. | Bild: Hammer Photographie

Zwar sei man bisher gut durch die Pandemie gekommen - worauf man stolz sein könne - doch noch sei die Pandemie noch nicht vorbei, wie der gebürtige Ahäuser feststellt. "Die vierte Welle mit der ansteckenderen Delta-Variante kommt. Das sehen wir jeden Tag." 

Doch im Vergleich zu den bisherigen Wellen könne man nun deutlich mehr testen und impfen. Dies seien zwei gravierende Unterschiede. "Impfen ist eine der größten Errungenschaften der Menschheit und das wir schon jetzt - zwölf Monate nach dem ein neues Virus entstand - einen Impfstoff haben, hat es noch nie zuvor gegeben", so Spahn. 

"Impfen Deutschland zurück in die Freiheit"

In diesem Zusammenhang wirbt Spahn für die Impfung und versichert: "Wenn sie sich für die Impfung entschieden haben, haben Sie sich auch für einen Weg entschieden der sicher keine weiteren Beschränkungen bedeutet." Neben den AHA-Regeln und der 3G-Regel sei die Impfung eines der entscheidenden Instrumente um gut durch den Herbst zukommen.

Bild: Hammer Photographie

"Für Geimpfte und Genesene wird es keine Kontaktbeschränkungen mehr geben. Wir impfen Deutschland zurück in die Freiheit", sagt Spahn deutlich. Die Impfung sei ein Erfolg über den "öfter geredet werden muss, denn es ist ein großer Erfolg in der Pandemie."

Spahn meint auch, dass die Impfung zwar eine freie Entscheidung sei und es auch bleibe. "Doch es ist auch eine Entscheidung die alle anderen genauso betrifft. Deswegen impft niemand für sich allein. Mit der Impfung schützt man sich und auch die Gesellschaft."

Pandemie ein "Brennglas" für Deutschland

Die Corona-Pandemie habe "im Brennglas gezeigt" wo die Bundesrepublik schwach aber auch sehr stark sei.  Als Beispiel nennt der Minister die Digitalisierung der Verwaltung. "Das Fax an das Gesundheitsamt war kein Märchen und vor Weihnachten haben wir die Bürger Briefe mit den Berechtigungen für FFP2-Masken versendet. Das ist ziemlich 1980." Die Digitalisierung sei eine der Aufgaben der 20-er Jahre. 

Bild: Hammer Photographie

Im Anschluss an seine Eröffnungsrede beantwortet Spahn Fragen, die vorab gestellten wurden. Dabei ging es um die Pandemie, die Impfung, das Gesundheitssystem in Deutschland und auch um die aktuelle Situation in Afghanistan. 

Spahn zu Afghanistan

Dazu, meint der CDU-Politiker: "Hier sehen wir, wie abhängig wir von anderen sind. In dem Moment als die Amerikaner sagten 'wir gehen raus', war für uns klar wir können nicht bleiben." Die aktuellen Bilder würden traurig machen und die Idee eine Demokratie nach westlichen Vorstellungen zu etablieren sei aber falsch gewesen. "Das Land kommt aktuell wieder ins Mittelalter", so Spahn. 

Bild: Hammer Photographie

Wichtig sei nun denen zu helfen die uns geholfen haben. "Menschen die uns geholfen haben, haben es verdient das die Bundesrepublik jetzt hinter ihnen steht."

Wellenreuther: "Ein hoch spannender Abend"

Für Ingo Wellenreuther war "es ein hoch spannender Abend. Wir haben einen Minister erlebt, der in allen Themen tief verankert ist und sich bereit erklärt hat, auf alle Fragen zu antworten. Unterm Strich muss man sagen, dass Deutschland gut durch die Pandemie gekommen ist und wir müssen dankbar für seine Arbeit sein und dafür, wie er sich heute präsentiert hat."

Ingo Wellenreuther (links) begrüßt Jens Spahn.
Ingo Wellenreuther (links) begrüßt Jens Spahn. | Bild: Hammer Photographie

Im Anschluss an die knapp 1,5-stündige Veranstaltung hatte ka-news.de die kurze Chance exklusiv mit CDU-Spitzenpolitiker zu sprechen und wollte wissen, ob Spahn - bei einer aus CDU-Sicht erfolgreichen Wahl erneut - als Bundesgesundheitsminister zur Verfügung stehen würde. 

Die Antwort: "Jetzt gewinnen wir erst mal die Wahl und dann reden wir darüber wer welches Amt übernimmt. Aber eines ist sicher: Regieren ist schöner als nicht regieren, denn dann kann man einen Unterschied machen."

Alle Bilder zum Besuch von Jens Spahn als Galerie:

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  •   Reger
    (756 Beiträge)

    24.08.2021 11:37 Uhr
    Wellenreuther
    Kann mir jemand sagen, was bedeutsames Herr Wellenreuther für die Stadt Karlsruhe bisher auf die Beine gestellt hat?
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  •   Minna
    (131 Beiträge)

    24.08.2021 12:39 Uhr
    NICHTS
    es ist schon traurig wie die CDU immer wieder diese Person afstellt
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  •   Minna
    (131 Beiträge)

    24.08.2021 12:42 Uhr
    .
    aufstellt
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  •   Garrincha
    (848 Beiträge)

    24.08.2021 10:06 Uhr
    was Spahn angerichtet hat ist fast kriminell
    Wenn es stimmen sollte, dass im Bundesgesundheitsministerium tatsächlich daran gedacht wurde, minderwertige Schutzmasken an Obdachlose und Behinderte abzugeben, dann ist das ein handfester Skandal. Ja, es wäre geradezu eine Ungeheuerlichkeit. Denn es würde von einem höchst bedenklichen Menschenbild zeugen.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (13035 Beiträge)

    24.08.2021 06:59 Uhr
    rot-rot-grün
    ist keine Alternative, jene Partei, die diesen Ausdruck in ihrem Namen trägt ebenso wenig...
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  •   Garrincha
    (848 Beiträge)

    24.08.2021 09:58 Uhr
    keine Partei hat schlimmer versagt wie die CDU
    Katastrophen pflastern ihren Weg, diese Partei gehört endlich abgewählt und das will auch die Mehrheit in Deutschland.
    Laschet hat sich beim Unglück anderer Meschen köstlich amüsiert, so ein Verhalten ist unerträglich und unverschämt.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (13035 Beiträge)

    24.08.2021 16:06 Uhr
    das heißt
    "schlimmer als"

    versagt...
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  •   IchKA
    (1208 Beiträge)

    23.08.2021 21:12 Uhr
    Die Vierte Welle kommt ...
    Wellenreuter hoffentlich nicht mehr. Aber Mavi und Meier sind auch keine Alternative. KA hat keine tragfähigen Leute und Personalmangel. Leider ...
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  •   kommentar4711
    (3425 Beiträge)

    23.08.2021 21:33 Uhr
    ANTWORT AUF "DIE VIERTE WELLE KOMMT ..."
    Ne, sind wirklich 3 nicht-wählbare. Bin schon so fast so verzweifelt, dass ich überlege Theurer die Stimme zu geben, auch wenn ich weiß, dass der keine Chance hat. Aber bei den drei anderen bringe ich es nicht fertig, das Kreuz zu machen. Wen haben eigentlich die Freien Wähler aufgestellt?
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  •   kommentar4711
    (3425 Beiträge)

    23.08.2021 20:14 Uhr
    Hätten Sie noch Laschet dazu geholt...
    ... dann wären drei gute Gründe auf der Bühne gestanden, warum die CDU weder das erste noch das zweite Kreuz verdient hat.
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