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Karlsruhe Anfeindungen nach Corona-Ausbruch: Topsy Turvy-Besitzer erzählt: "Wenn die Leute könnten, würden sie uns lynchen"

34 infizierte Personen innerhalb eines einzigen Abends. In all dem Wirbel um den Corona-Ausbruch im Karlsruher Club Topsy Turvy in der vergangenen Woche und den damit einhergehenden steigenden Inzidenzen, scheint ein Thema völlig außen vor zu bleiben - die Lage des Inhabers, Volker Hasch. Der wehrt sich seinerseits gegen die heftigen Anschuldigungen, die ihm vor allem seitens der Bevölkerung erreichen.

Volker Hasch ist seit dem Jahr 2019 der Besitzer des Topsy Turvy in Karlsruhe. Jene Bar, die in der vergangenen Woche durch einen Corona-Ausbruch Schlagzeilen gemacht hat. 34 von rund 120 Gästen sollen sich nach Angaben des Karlsruher Gesundheitsamtes am 2. Juli in der Cocktailbar mit der Delta Variante infiziert haben.

Doch jetzt sieht er sich mit einem weiteren Problem konfrontiert, das über die auferlegte Quarantäne-Regelung und die ausbleibenden Einnahmen hinausgeht: den Anfeindungen der Karlsruher. 

Inhaber ebenfalls Corona-positiv - trotz Impfung

"Es trifft mich persönlich sehr, wie stark die Menschen gegen uns interagieren", erklärt Hasch gegenüber ka-news.de. Von Mobbing über Bedrohungen bis hin zu gezielt schlechten Google-Bewertungen sei alles mit dabei.

Bild: Volker Hasch

"Uns erreichen so viele Hassnachrichten. Ich glaube, wenn die Leute könnten, würden Sie uns lynchen", so Hasch weiter. Aus diesem Grund möchte der Inhaber auch nicht weiter darauf eingehen, ab wann die Quarantäne für ihn zu Ende sein wird.

Denn auch Hasch wurde infolge des Ausbruchs inzwischen positiv auf das Corona-Virus getestet, obwohl er doppelt mit dem Biontech-Impfstoff geimpft wurde, erklärt er. Dasselbe gelte auch für die Reiserückkehrerin aus Mallorca. Das habe ihm das Gesundheitsamt bestätigt.

"Zu uns sind vollständig geimpfte Personen gekommen, die sich am Flughafen nicht noch einmal haben testen lassen. Da hätten wir als Bar doch gar nichts machen können. Wir haben uns nur an die 3Gs gehalten", sagt er. Den Reiserückkehrern, die den Ausbruch bei ihm jedoch entfacht haben sollen, mache er deshalb keinen Vorwurf.

"Das hätte mir oder einer anderen geimpften Person auch passieren können. Ich bin auch positiv und hatte ursprünglich einen CT-Wert von 24. Das kam sogar erst durch den PCR-Test raus, der Antigentest war bei mir auch negativ." Der CT-Wert beschreibt die Viruskonzentration im Körper. Er zeigt an, wie ansteckend ein Corona-Infizierter ist.

Eine Mitarbeiterin wertet einen Antigen-Schnelltest auf das Coronavirus aus.
Auch der Test von Volker Hasch fiel positiv aus | Bild: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Doch damit nicht genug: Nach eigenen Angaben habe Hasch "tausende von Euro" in die Hand genommen, um die Bar "Corona-freundlich" aufzurüsten. "Wir haben uns wirklich sehr gefreut, als wir wieder öffnen durften und haben sogar Luftfilteranlagen installieren lassen. Aber im Endeffekt hat alles wohl nichts gebracht, außer einem Imageschaden."

Das will er in Zukunft besser machen

Nichtdestotrotz möchte Hasch einige Verbesserungen durchführen, sobald das Topsy wieder seine Pforten öffnen darf. Allen voran: Die Einführung eines elektronischen Datenerfassungssystems. Doch komplett auf die Zettel wird der Bar-Inhaber nicht verzichten können.

Ein Kunde demonstriert die Nutzung der Luca-App.
Die Luca-App soll jetzt auch im Topsy bevorzugt zum Einsatz kommen, sobald dort wieder der Betrieb aufgenommen wird. | Bild: Thomas Frey/dpa/Archivbild

"Viele unserer Gäste besitzen nicht mal ein Smartphone. Aber kontrollieren dürfen wir diese Zettel auch nicht", so Hasch und ergänzt: "Ich werde aber über Social Media und Plakate meine Gäste darüber in Kenntnis setzen, dass die Nachverfolgung nun bevorzugt über die Luca-App ablaufen soll", so Hasch. Wann genau diese Wiedereröffnung stattfinden wird, sei jedoch noch nicht klar. 

Mehr zum Thema
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus hält Karlsruhe in Atem: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für die Fächerstadt und die Region in diesem Dossier.
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  •   80er
    (6068 Beiträge)

    16.07.2021 12:58 Uhr
    Also....
    ...liebe ka-news-redaktion, ihr übertreibt mit euren Löschungen. Deswegen zitiere ich mal den örtlichen DEHOGa-Chef: "dies ist keine Gastronomie, sondern eine Kascheme.
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  •   silberahorn
    (10907 Beiträge)

    16.07.2021 13:18 Uhr
    Über die Löschung
    habe ich mich auch gewundert. Es war aber schon etwas stark provokant formuliert was dort stand.

    Kaschemme schreibt man mit zwei emm. Dass man das so offiziell in einer Zeitung heute sogar lesen kann ist ungewöhnlich.
    Ich kenne das Lokal eher aus meiner Studentenzeit, obwohl ich auch selten dort war. Aber damals waren dort einige Leute zugegen, die man als hochseriöse und angesehene Karlsruher bezeichnen kann.

    Was die Beurteilung der Sanktionen angeht wird man auch wahrscheinlich kaum mitreden können. Forderungen Außenstehender nützen wenig.
    Bei Einspruch zu Bußgeldbescheiden können im Amtsgericht wegen Überarbeitung die Fristen bestimmt genauso überschritten werden, wie bei der Nichtgenehmigung eines Bordells in einem Wohngebiet durch eine andere Behörde, was damals wegen der Fristverstreichung auch nicht mehr ging.
    Vorige Woche erst gab es eine Verhandlung wegen Strafvereitelung, dabei waren Akten nur vergessen und nicht mehr gefunden worden. Kommt vor.
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  •   OtusLocus
    (178 Beiträge)

    17.07.2021 01:48 Uhr
    Mich wundert das nicht
    Drei Beleidigungen und Vorverurteilungen in wenigen Zeilen? Da wurden schon harmlosere Dinge gelöscht.
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  •   jojo
    (856 Beiträge)

    16.07.2021 08:10 Uhr
    Sanktionen gerechtfertigt?
    Hier ist es, glaube ich, mal ganz gut, in der aktuellen BNN die Aussagen des DEHOGA Chefs für Karlsruhe zu lesen. Mitleid für den Barbetreiber ist fehl am Platz. Dafür ist wohl zu viel schief gelaufen. Sanktionen muss es geben.
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  •   80er
    (6068 Beiträge)

    15.07.2021 21:17 Uhr
    Dem...
    +++ Das Posting enthält beleidigende Inhalte und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Apu
    (224 Beiträge)

    15.07.2021 21:09 Uhr
    Mich hat schon immer gewundert
    Das dieser Club überhaupt öffnen darf. Ich war früher das win ider andere mal zu Gast und nach meinem Gefühl waren immer viel zu viele Personen darin. Man stand sich auf den Füßen. Damals dachte ich mir, was hier wohl los ist wen mal etwas passiert? Ein kleiner Eingang der auch der Ausgang ist. Rettungswege habe ich nicht gesehen. Das ist wieder ein bestes beispiel dafür, was passiert wenn einer scheiße baut, jetzt müssen alle, auch die die sich an alles gehalten haben, darunter leiden müsse
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  •   Nacional
    (607 Beiträge)

    15.07.2021 07:33 Uhr
    Ministerium drängt auf Bußgeldverfahren
    bis zu 200 Gäste sollen in der Disco gewesen sein, in der auch getanzt wurde, das Ministerim widerspricht der Darstellung des Betreibers V.Harsch wonach am Abend nur vereinzellt an den Tischen getanzt wurde.
    Die Regel lautet, dass pro zehn m² nur 1 Person hereingelassen werden kann.
    Es kommt immer mehr heraus, auch eine Angestellte des Clubs soll mit Corona infiziert gewesen sein!
    Der Betreiber hat aber nicht auf einen Test bestanden.
    Hier muss ein Exempel statuiert werden, wegen der Schwere des Vergehens, steht in der heutigen BNN.
    Nach Bußgeldkatalog stehen da mehrere 10.000 € Strafe im Raum.
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  •   silberahorn
    (10907 Beiträge)

    15.07.2021 03:22 Uhr
    Pflicht
    ist alles, was bei einer Unterlassung zu Schäden anderer Personen führen kann. Der Betreiber hatte bei einer Inzidenz unter 10 offenbar nicht die Pflicht den Einlass nach geimpft, genesen, getestet vorzunehmen.

    Wenn das Gesundheitsministerium jetzt ein Bußgeldverfahren eröffnet sehen will, wird es spannend, weil die Corona Verordnung vom Land kam und die Stadt eine korrekte Einhaltung von Vorschriften bei Unterscheidung nach Club oder Bar hätte kontrollieren können oder gar müssen um eine unkontrollierte Verbreitung des Virus rechtzeitig zu verhindern.
    Ich finde es schon bemerkenswert, dass es eine Woche dauerte, bis man über die entstandene Problematik in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz informierte, nachdem das Landratsamt davor auf die Schwierigkeiten bei der Kontaktnachverfolgung hingewiesen hatte.
    13 Tage später heißt es dann: Die Prüfung des Falls dauert nach Angaben der Stadt wohl noch einige Tage.
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  •   Schillerlocke
    (538 Beiträge)

    14.07.2021 19:57 Uhr
    Fairerweise einen noch:
    +++ Das Posting ist themenfremd und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Schillerlocke
    (538 Beiträge)

    14.07.2021 19:51 Uhr
    ka-news könnte doch mal rausfinden,
    +++ Das Posting ist themenfremd und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++

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