Corona-Bonus, erneuerbare Energien, erhöhte Parkplatzgebühren und vieles mehr. Auch im neuen Jahr werden sich die Karlsruher auf einige Änderungen einstellen müssen. Aber wann kommt welche Neuerung und was bedeutet das für mich?

  • Elektronische Krankschreibung wird verpflichtend
    Ab dem 1. Januar werden die elektronischen Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen für Arztpraxen zur Pflicht, wobei die Krankschreibungen elektronisch an die Krankenkassen übermittelt werden. Ab Juli sollen auch die Arbeitgeber einbezogen werden. Die Einführung von E-Rezepten in Arztpraxen, Apotheken und Kliniken, die ursprünglich für Januar 2022 angesetzt war, wird jedoch verschoben.
  • Änderungen bei Abonnements und Verträgen ab Januar
    Für viele Verträge gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Damit ist zum 1. Januar Schluss. Denn: Ab sofort können Verträge bereits nach einer Frist von einem Monat gekündigt werden. Zum 1. Juli soll es außerdem möglich sein, die Kündigungen elektronisch durch einen "Kündigungsbutton" durchzuführen. Anschließend muss der Anbieter eine Eingangsbestätigung verschicken.
  • Parken wird teurer
    Viele Karlsruher müssen sich auf höhere Parkgebühren einstellen. Denn: Zum Neujahrstag werden für Anwohnerparkausweise 180 Euro fällig.
  • Mindestlohn steigt
    Arbeitnehmer, die für den Mindestlohn arbeiten, können sich im Jahr 2022 über steigende Gehälter freuen. Denn: Ab dem 1. Januar gibt es einen Aufschlag von 22 Cent, wodurch der Mindestlohn auf 9,32 Euro angehoben wird. Ab Mitte des Jahres soll er sogar auf 10,45 Euro erhöht werden.
  • Begrenzte Impfpflicht
    Während die allgemeine Impfpflicht immer noch heiß diskutiert wird, müssen sich manche Arbeitnehmer ab Mitte März auf eine begrenzte Impfpflicht einstellen. Das bedeutet, dass gewisse Berufsgruppen bis dahin nachweisen müssen, dass sie geimpft sind. Das betrifft Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflege- und Seniorenheimen, Behindertenheimen und Arztpraxen.

    Der Clou: Eine Impfpflicht ist nicht mit einem Impfzwang gleichzusetzen. Das heißt: Das Personal kann sich zwar weiterhin gegen eine Impfung entscheiden, begeht damit aber eine Ordnungswidrigkeit. Das berichtet unter anderem der Tagesspiegel. Oberbürgermeister Frank Mentrup hatte bereits seine Sorgen dazu bekundet, dass diese Änderung verwaltungstechnisch enormen Aufwand bedeute und erhofft sich Hilfe vom Bund. Ob dieser allerdings hierzu  eine Impfkampagne starten wird, ist bislang unklar. 
  • Corona-Bonus bis März steuerfrei
    Arbeitnehmer können noch bis Ende März Corona-Sonderzahlungen erhalten. Bis dahin sollen diese auch steuerfrei bleiben. Dennoch darf der Betrag nicht mehr als 1.500 Euro betragen. Ebenso soll die Homeoffice-Pauschale auch für das Jahr 2022 gelten.
  • Solardach-Pflicht kommt
    Ab Anfang 2022 müssen auf allen neuen Nicht-Wohngebäuden wie Firmendächern oder Hallen Photovoltaik-Anlagen installiert werden. Das gleiche gilt für Parkhäuser ab 35 Stellplätzen . Ab Mai soll die Regelung auch auf neue Wohnhäuser ausgeweitet werden.
  • CO2-Steuer steigt
    Da der Klimaschutz weiter vorangetrieben werden soll, wird im Jahr 2022 auch die CO2-Steuer von 25 Euro auf 30 Euro pro einer Tonne ausgestoßenen CO2 erhöht. Für Verbraucher bedeutet das: steigende Heizkosten und eine Erhöhung der Benzinpreise.
  • Steuerliche Änderungen
    Ab dem 1. Januar wird der Grundfreibetrag von bisher 9.744 Euro auf 9.984 Euro (jährlich) erhöht. Laut dem Landesamt für Besoldung und Versorgung soll die Erhöhung des Grundfreibetrags automatisch ab der Bezügemitteilung für Januar 2022 berücksichtigt werden. Auch in Paragraph 8 Absatz 2 Satz 11 EStG geregelte Freigrenze für Sachbezüge wird von bisher 44 Euro auf 50 Euro (monatlich) angehoben.

    Auf Alleinerziehende und Familien kommen ebenfalls Änderung hinzu: Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende dauerhaft auf 4.008 Euro erhöht werden. Der Entlastungsbetrag wird bei Beschäftigten mit der Steuerklasse II automatisch berücksichtigt. Familien erhalten beim Kinderzuschlag, eine Leistung zusätzlich zum Kindergeld für Familien mit geringem Einkommen, vier Euro mehr.

    Weniger gute Nachrichten kommen allerdings auf die Karlsruher zu. Der Haushalt 2022/2023 sieht Erhöhungen bei der Grundsteuer und bei der Gewerbesteuer vor. Letztere soll mit einem Hebesatz von 430 Prozent auf 450 Prozent erhöht werden.
  • Elektroschrott beim Discounter abgeben
    Auch auf Supermärkte und Discounter kommen neue Regelungen zu. So müssen Märkte ab einer Fläche von 800 Quadratmetern ausgediente Elektrogeräte zurücknehmen. Diese Änderung soll ab Juli 2022 gelten. Zudem wird die klassische Plastik-Einkaufstüte an der Kasse verschwinden. Nicht davon betroffen sind Hemdchentüten für Obst und Gemüse und dicke Tüten mit Henkeln.
  • Unentwertete Bahntickets umtauschen
    Bereits seit dem 11. Dezember werden keine unentwerteten Fahrscheine mehr in Karlsruhe verkauft. Tickets die an diesem Tag gekauft wurden, haben eine Aufbrauchsfrist von sechs Monaten. In diesem Zusammenhang werden auch die Fahrschein-Entwerter in der Bahn verschwinden. Nicht entwertete Tickets können noch bis zum 31. Dezember 2022 in den Kundenzentren des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) umgetauscht werden.
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