1. Aktuelle Corona-Lage: Inzidenz im Stadtkreis steigt weiter

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, dass sich die Corona-Inzidenzen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe auf hohem Niveau bewegen.

Zum Vergleich: Waren am Dienstag, den 9. November, noch 995 Personen mit dem Virus infiziert, so sind es am Montag, 15. November, 1.474. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt im Stadtkreis Karlsruhe bei 338,5 und im Landkreis bei 386,9 (Stand: Sonntag, 14. November, 16 Uhr).

Die Sieben-Tage Hospitalisierungsinzidenz liegt mit aktuell 406 belegten Intensivbetten in Baden-Württemberg bei 4,73. Damit befindet sich das Land in der Warnstufe. Das baden-württembergische Gesundheitsministerium geht aber davon aus, dass die Alarmstufe am Mittwoch in Kraft tritt.

Corona Lagekarte 15.11.2021
Bild: Landratsamt Karlsruhe

Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen wird ein Thema immer mehr in die Öffentlichkeit getragen: Die sogenannte "Booster-Impfung" oder auch "Auffrischungsimpfung". Allerdings herrscht bei einigen Bürgern immer noch Unklarheit darüber, ob, wann und wo sie sich impfen lassen können. Wir haben darum die  wichtigsten Informationen nochmal für euch zusammengefasst. 

              • Wer kann sich impfen lassen?
                Laut einer Pressemitteilung vom Land Baden-Württemberg kann sich generell jeder ab 12 Jahren eine Booster-Impfung abholen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die letzte Corona-Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt. Eine Ausnahme stellen Personen dar, die mit "Johnson & Johnson" geimpft wurden. Hier reichen bereits vier Wochen aus ehe mit einem mRNA Impfstoff eine Auffrischung erfolgen kann. Achtung: Bei Arztpraxen kann es (noch) zu Priorisierungen zugunsten älterer, vulnerabler Personen kommen. 
              • Wer führt die Impfungen durch?
                Die Booster-Impfungen werden von den niedergelassenen Ärzten und den mobilen Impfteams durchgeführt. Welche Ärzte in Karlsruhe gegen Corona impfen, kann über die Übersichtskarte der niedergelassenen Ärzte auf dem Informationsportal des Karlsruher Stadt- und Landkreises eingesehen werden. Die Impfaktionen der mobilen Impfteams können unter impfen-ka.de eingesehen werden. Die Impfzentren in Baden-Württemberg sollen jedoch nicht wieder hochgefahren werden. Der Grund: Sie würden "zu viel Vorlauf benötigen". Zusätzlich werden ab heute weitere Impfstützpunkte und Impfaktionen über eine interaktive Karte angezeigt. Hier werden zum Beispiel auch Ärzte aufgelistet, die über ihren eigenen Patientenstamm hinaus Impfangebote gemeldet haben.
              • Wie bekomme ich einen Termin?
                Leider ist bei der Terminvergabe vor allem eines gefragt: Geduld. Denn aktuell ist die Anfrage höher als die Kapazitäten. Hinzu kommt, dass bei den Impfaktionen zumeist keine Terminvereinbarung möglich ist und mit der Erkältungszeit das Tagesgeschäft der Ärzte voll ausgelastet ist. Darum gilt: Entweder möglichst früh zu den Impfaktionen kommen oder den Hausarzt kontaktieren und auf Wartezeit einstellen. Viele Ärzte nutzen zum Beispiel extra eingerichtete E-Mail-Adressen, um die vielen Anfragen abzuarbeiten. Genaueres zu den Kontaktdaten lässt sich auf der Übersichtskarte der niedergelassenen Ärzte  entnehmen. Auch Online-Buchungen über Apps wie "Doctolib" können bei einer Terminbuchung hilfreich sein. Außerdem werden ab Mittwoch, 17. November, den Bürgern weitere Impfstützpunkte zur Verfügung stehen. Hier können Termine zwischen 8.30 Uhr und 18 Uhr vereinbart werden.
              • Kann ich mich nach der Booster-Impfung auch gegen Grippe impfen lassen?
                "Sofern eine Indikation zur Impfung sowohl für Influenza als auch COVID-19 besteht, können die Impfstoffe gleichzeitig verabreicht werden". Das gibt das Robert-Koch-Institut auf ihrer Website bekannt. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem neuartigen Coronavirus durch eine in zeitlicher Nähe verabreichte Impfung beeinflusst werden würde. Die COVID-19-Impfung könne simultan mit anderen sogenannten Totimpfstoffen verabreicht werden. Die Injektion solle jeweils an unterschiedlichen Gliedmaßen erfolgen.
              • Muss ich vor der Booster-Impfung einen Antikörpertest machen?
                Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) nehmen viele Menschen fälschlicherweise an, dass bei hohem Antikörperspiegel nach der Grundimmunisierung gegen COVID-19 oder einer SARS-CoV-2-Infektion keine (Auffrisch-)Impfung verabreicht werden sollte. "Es ist nicht bekannt, ab welchem Wert von einem ausreichenden Schutz vor der Erkrankung ausgegangen werden kann. Es ist daher auch nicht empfohlen, vor der Verabreichung der (Auffrisch-)Impfung mittels serologischer Antikörpertestung zu prüfen, ob weiterhin ein Schutz vor COVID-19 besteht. Sicherheitsbedenken für eine (Auffrisch-)Impfung bei noch bestehender Immunität gibt es nicht."
              • Schützt die Booster-Impfung auch vor der Delta-Variante?
                Wie das Bundesministerium für Gesundheit mitteilt soll die Wirksamkeit der verfügbaren mRNA-Impfstoffe gegen die Delta-Variante "zwar leicht abgeschwächt, aber weiterhin hoch" sein. Auch in Bezug auf Hospitalisierungen soll sich bislang kein Wirksamkeitsverlust im Vergleich zur Alpha-Variante gezeigt haben.
              • Ist die Auffrischungsimpfung notwendig, um als vollständig geimpft zu gelten?
                Hierzu heißt es seitens des Bundesministeriums für Gesundheit: "Nein, bisher nicht. Wer über den vollständigen Impfschutz nach nationalen Regelungen verfügt, gilt auch ohne Auffrischungsimpfung weiterhin als vollständig geimpft im Sinne der Verordnung zur Regelung von Erleichterungen und Ausnahmen von Schutzmaßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19 (COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung). Auch die Gültigkeit von europäischen (EU)-Impfzertifikaten bleibt von dem Angebot einer Auffrischungsimpfung unberührt."

Der Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

2. Entwicklungen der Neuinfektionen in Karlsruhe

Im Verlauf der Corona-Pandemie hat Karlsruhe nun mehrere Hochs und Tiefs hinter sich. Wie die Grafik zeigt, kletterte die Rate der Neuansteckungen im November 2020 in die Höhe, danach im März 2021 und im Sommer 2021. Verantwortlich dafür ist die zurzeit vorherrschende Delta-Variante. 

Das Problem: Häufig sind Infektionsketten nicht mehr bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, weshalb eine eindeutige Zuordnung schwierig ist. Dies nennt das Gesundheitsamt ein "diffuses Infektionsgeschehen."

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen jeweils ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) fünf bis sechs Tage.

In anderen Worten: Sollte es aufgrund der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden.

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