Seit 66 Tagen rollen im Wildpark die ersten Bagger für die Vorarbeiten am neuen Stadion. Es ist die erste von vielen Baustellen im KSC-Stadion: Die Erdwälle der Nordkurve werden abgetragen. Für neun Millionen Euro sollen die 63 Jahre alten Wälle aus Bau- und Kriegsschutt rückgebaut, durchgesiebt und teilweise entsorgt werden. Was brauchbar ist, landet in den neuen Wällen, auf denen später das Stadion errichtet wird. 

66 Tage, in denen sich schon viel getan hat. In der Nordkurve finden sich keine Sitzplätze mehr, die wurden schon Anfang November von Fans als Andenken abmontiert. 

 

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Auch der Erdwall ist als solcher nicht mehr zu erkennen: Chaotisch türmen sich nun mehrere kleine Hügel auf dem Baufeld, Maschinen sieben die Erde aus, Bagger bringen das Material auf seinen Lagerplatz. Die Arbeiten liegen voll im Zeit- und auch im Kostenplan. "Es läuft hervorragend auf der Baustelle", so Frank Nenninger. 

Neues KSC-Stadion

Wider Erwarten keine Schadstoffe

Ein überraschendes Ergebnis hat die Untersuchung der Erde aber dann doch zu Tage gebracht: "Wir haben keine Schadstoffe im Bereich der Nordkurve gefunden", erklärt Frank Nenninger, Technischer Projektleiter des Eigenbetriebs "Fußballstadion im Wildpark" (EiBS), bei einem Vor-Ort-Termin im Stadion. 

Dabei war man nach ersten Probebohrungen davon ausgegangen, dass sich unter den Erdwällen belastetes Material finden würde, dass aufwendig und teuer entsorgt werden müsste. 150.000 Kubikmeter Bau- und Trümmerschutt wurden in den 1950er Jahren verbaut. Material, das mit Sulfaten und PAK (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) verunreinigt ist. Das entspricht der Schadstoffklasse Z2 und kann nicht einfach weggeworfen werden.

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Nun eben diese positive Überraschung. "Wir haben nichts in den Wällen gefunden, was derzeit deponierungswürdig ausgelagert werden müsste", so Werner Merkel, Betriebsleiter des städtischen Eigenbetriebs "Fußballstadion im Wildpark" (EiBS). "Das Material der Erdwälle war zudem locker und der Schutt 'nur' in den Kategorien Z1.1 und Z1.2 belastet!" Laut Vorgabe kann das wieder gänzlich verbaut werden. 

Werner Merkel, Betriebsleiter des städtischen Eigenbetriebs "Fußballstadion im Wildpark".
Werner Merkel, Betriebsleiter des städtischen Eigenbetriebs "Fußballstadion im Wildpark". | Bild: Tim Carmele

"Wir müssen nun nichts entsorgen und können alles wiederverwerten in der Nordkurve", so Merkel weiter gegenüber ka-news. Das sind auch gute Nachrichten für das Stadtsäckel, denn für die Entsorgung der belasteten Erde waren etwa neun Millionen Euro veranschlagt.

Weniger Schadstoffe, weniger Kosten? 

"Derzeit haben wir keine Indikation, dass die Vorabmaßnahmen, die wir seit November durchführen, mehr kosten - im Gegenteil. Die Kosten könnten sogar nach unten gehen, eben weil wir nichts entsorgen müssen", sagt Werner Merkel im Gespräch mit ka-news. 

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"Da wäre ich auch nicht traurig, wenn wir bei diesen Vorabmaßnahmen Geld einsparen, das könnte man dann an anderer Stelle einsetzen", sagt Merkel weiter. 

Bis März wird noch an der Nordkurve gearbeitet, bis dahin sind die neuen Wälle verdichtet, etwa 3,50 Meter hoch und bereit für die provisorische Tribüne. Dann ist die Südkurve dran. "Auch dort gehen wir davon aus, dass wir keine Schadstoffe finden werden", ist sich der Betriebsleiter sicher. 

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