Viele Anfragen haben die Stadt bezüglich Karlsruhes Sorgenkind Nummer 1, dem Badischen Staatstheater, erreicht. Auf die vorangekündigten 500 Millionen Euro, die für die Sanierung benötigt werden, sollen jetzt nochmal immense Summen draufgezahlt werden. Kurzum: Die ganzen Baumaßnahmen sollen nun 700 Millionen Euro kosten. Soweit die Spekulation.

Aussenaufnahme Badisches Staatstheater Karlsruhe.
Aussenaufnahme Badisches Staatstheater Karlsruhe. | Bild: Uli Deck/dpa/Archivbild

"Ich möchte mich an diesen Spekulationen nicht beteiligen"

Tatsächlich soll das Vorhaben ein wenig teurer werden. Allerdings nicht um 200 Millionen Euro mehr. Von den rund 500 Millionen Euro - genau genommen sind es 508 Millionen - solle die Stadt nun 254 Millionen Euro zahlen, statt rund 162 Millionen Euro. Der Rest wird vom Land Baden-Württemberg bezahlt.

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Diese Erhöhung käme zustände, da der Baubeginn am Hauptgebäude von 2020 auf 2022 verschoben werden müsse. Darüber wurde am gestrigen Dienstag im Ausschuss bereits debattiert, die endgültige Zustimmung obliegt jedoch dem Gemeinderat, der im Juni darüber entscheiden soll.

Hinzu kämen Kosten, die zum Beispiel mit der Platzgestaltung oder der Ausstattung (Mobiliar) zusammenhängen. Insgesamt solle das Bauvorhaben aber nicht mehr als 574 Millionen Euro kosten.

Die 700 Millionen Euro wären, so Mentrup, im Herbst von einer Fraktion in den Raum gestellt worden, die das Bauvorhaben von einem "angeblichen Fachmann" haben berechnen lassen.

Das badische Staatstheater im Umbau.
Das badische Staatstheater im Umbau. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

"Uns ist weder der Fachmann bekannt, noch die Berechnung", führt der Rathaus-Chef weiter aus. "Deswegen ist es in meinen Augen ein unlauter Versuch, diese 500 Millionen Euro durch eine angeblich verifizierbare Größenordnung quasi zu ersetzen und uns indirekt ein gewisses falsches Spiel zu unterstellen."

Auch, dass das Projekt jetzt komplett auf Eis gelegt werden soll, dementiert er und sagt: "Ich möchte mich an diesen Spekulationen nicht beteiligen."

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Im Bezug auf die kritische Haushaltslage gab Mentrup indessen zu Protokoll: Dass sich der Haushalt ab 2022 auch ohne Corona deutlich verändern wird, das war 2017 auch schon bekannt."

Genauere Auskünfte über Planung, Kostenentwicklung und Bauzeit vom Karlsruher Staatstheater, sollen hingegen am Freitag, 14. Mai um 18 Uhr, in einem virtuellen Bürgerforum dargelegt werden