Ein kleiner Wermutstropfen war die Tatsache, dass die eigentlich zugesagten ehemaligen Wildpark-Profis Sean Dundee, Michael Wittwer oder Rainer Krieg durch Verletzungen oder andere Umstände passen mussten. Zudem habe es anscheinend im Vorfeld auch Kommunikationsprobleme gegeben, wie Mitorganisator und KSC-Kenner Marco Jäckle einräumte.

Unterstützung von KSC-Regionalliga-Team der Frauen

So waren von den "Allstars" lediglich Gunther Metz (aktuell U19-Co-Trainer beim DFB) und "Euro Eddy" alias Edgar Schmitt - allerdings nicht zum Spielen - gekommen. Man machte aus der Not eine Tugend und holte zur Verstärkung des KSC-Regionalliga-Team der Frauen mit Trainerin Romina Konrad, ergänzt durch einige U23-Spielerinnen, dazu. Bei den Männern kam im KSC-Team Sven Kuhlmann und Christopher Dollt zum Einsatz, zudem waren einige FVH-Spieler im Kader.

Die Regionalliga-Mannschaft der KSC-Frauen unterstützten die KSC-Allstars beim Spiel in Hambrücken. | Bild: Hans-Joachim Of

Natürlich hätte man auch "Euro-Eddy" gerne am Ball gesehen. Der heute 59-jährige, frühere Goalgetter Edgar Schmitt gilt als lebende Legende im Wildpark und ist sicher das bekannteste Gesicht der Gäste, die mit Team-Managerin Sandra Ernst angereist waren. Fußballlehrer "Euro-Eddy", rank und schlank wie eh und je, ist auf allen Plätzen stets ein gefragter Gesprächspartner. Natürlich kommt man dabei immer auf das "Wunder vom Wildpark" zu sprechen, als er am 2. November 1993 den FC Valencia fast alleine aus dem Europapokal schoss. "Das war einer der schönsten Fußballabende meines Lebens", schwärmt der damalige KSC-Trainer Winfried Schäfer noch heute.

Bekanntlich verstehen sich die KSC-Allstars als Imageträger des Zweitbundesligisten und treten als Förderer der KSC-Jugendabteilung bei Sportfesten, Vereinsjubiläen oder zu Benefizspielen auf. In Hambrücken freuten sich die zahlreichen Zuschauer, die bei bestem Sommerwetter in die "FVH-Kampfbahn" gekommen waren, besonders auch auf "ihren" Florian Dick. Der heute 37-jährige Abwehrspieler wurde in Bruchsal geboren und schnürte in der Jugend für den FV Hambrücken die Kickstiefel. Bereits als C-Jugendlicher war er 1993 in den Wildpark und zur Talentschmiede des KSC gewechselt, spielte später bei den Amateuren und erhielt im Anschluss einen Profivertrag im Team des damaligen Trainers Ede Becker.

Eines der Highlights zum 110-jährigen Vereinsjubliäum: Der FV Concordia Hambrücken trifft auf die KSC-Allstars zum Freundschaftsspiel. | Bild: Hans-Joachim Of

Fortan war "Flo" eine feste Größe im Zweitligateam. Zu Beginn der Saison 2008/09 war Dick innerhalb der Zweiten Fußball-Bundesliga zum 1. FC Kaiserslautern gewechselt, absolvierte über 200 Pflichtspiele für den 1. FCK und wurde in der Folge mit den Pfälzern zwei Mal Zweitliga- Meister. Nach einer Stippvisite in Bielefeld kehrte der viermalige U20-Nationaspieler und Publikumsliebling 2018 in die Pfalz zurück. Heute wohnt Florian Dick, dessen Eltern in Hambrücken viele Jahre lang das bekannte Gasthaus "Prinz Carl" betrieben, mit seiner Familie in Kaiserslautern und fungiert bei den gerade aufgestiegenen "Roten Teufeln" als Team-Manager.

Jetzt gab es also ein großes "Hallo" neben und auf dem Platz, wobei Florian Dick bei den gastgebenden FV Hambrücken-Allstars am Ball war und zeigte, dass er nichts verlernt hat. Das Team aus Hambrücken wurde von Dieter Krämer und Jörg Jäckle gecoacht. Einer der bekanntesten Kicker in dieser Mannschaft war sicher der ehemalige Oberligaspieler Robert Pauk, früher Trainer beim FV Hambrücken. Er war zum Spiel eigens aus seiner ungarischen Heimat Budapest gekommen und fuhr gleich nach dem Abpfiff mit dem Auto wieder zurück. Was für ein Pensum für einen Mittfünfziger.

Florian Dick: "Gute alte Bekannte getroffen"

Beim sommerlichen Kick auf dem Rasen hatte sich ein munteres Spiel entwickelt und manches Kabinettstückchen wurde lautstark beklatscht. Das Ergebnis des Sonntagspiels, das nach zwei Mal 30 Minuten mit einem 2:1-Sieg des Gastgebers endete, war eigentlich zweitrangig. Für den FV Hambrücken hatten Robin Marton und Thorsten Herberger getroffen, beim KSC hatte Leoni Kuhlmann für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt. In erster Linie ging es um den Spaß und das schöne Gefühl, den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Und das ist schon viel wert in diesen, nicht rosigen Zeiten.

Bild: Hans-Joachim Of

Romina Konrad vom Karlsruher SC befand, dass ihre Mannschaft in der neuen Formation "ganz gut gespielt" und gezeigt habe, "dass man technisch und läuferisch mithalten kann". Auch "Euro-Eddy" zollte den Frauen ein Lob und meinte: "Ein tolles Spiel mit schönen Einlagen." Florian Dick war bei der Rückkehr in seine frühere Heimat nach dem Schlusspfiff froh und glücklich "gute, alte Bekannte" getroffen zu haben. "Es hat richtig Spaß gemacht, nach so vielen Jahren wieder mit ehemaligen Weggefährten in meinem Heimatort auf dem Platz zu stehen."

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