So trüb und grau wie die Novembertage ist derzeit die Stimmung in Deutschland. Die Hoffnung ist verblasst, dass der zweite Pandemie-Winter nicht mehr so schmerzlich wie der erste werden würde. Bereits im Jahre 2020 waren durch die Bank alle Weihnachtsmärkte coronabedingt abgesagt worden. Jetzt wird auch das zweite Weihnachten von der Pandemie bestimmt.

Nach 2G nun 2G plus in Karlsruhe

Nachdem sich die Lage in den vergangenen Wochen zuspitzte, wurden die meisten Weihnachtsmärkte abgesagt. Während in Karlsruhe der Christkindlesmarkt bis einschließlich 23. Dezember unter Einhaltung der 2G plus-Regel laufen soll, wurde auch in Bruchsal, Mannheim oder Heidelberg grünes Licht gegeben. Eine kurzfristige Absage bei weiterer Verschärfung scheint nicht ausgeschlossen. 

Der Christkindlesmarkt auf der Karlsruher Marktplatz.
Der Christkindlesmarkt auf der Karlsruher Marktplatz. | Bild: Thomas Riedel

In Städten wie München, Stuttgart, Heilbronn, Durlach, Kraichtal oder in vielen Kommunen des Rhein-Neckar-Kreises hat man die Reißleine bereits gezogen. Eine große Zahl von Beschickern habe sich insbesondere aus organisatorischen und personellen Gründen dazu entschieden, ihre ursprüngliche Zusage für eine Teilnahme zurückzuziehen, heißt es allerorten.

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Eigentlich kaum vorstellbar: Glühwein in der einen, Bratwurst in der anderen Hand. Dazu Maskenpflicht und Zugangskontrollen in den Bereichen, in denen Essen und Trinken angeboten wird.

Was passiert um Karlsruhe?

Auch in Rastatt herrscht Unsicherheit, ob der am Montag eröffnete Weihnachtsmarkt tatsächlich wie geplant bis kurz vor Heiligabend dauern wird. Im pfälzischen Landau ist man optimistisch "obwohl es im Moment viele Unklarheiten und Unsicherheiten gibt", wie Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU) verlauten ließ. Dort hat man frühzeitig angefangen, das beliebte Fest zu entzerren und die Buden, Stände und Fahrgeschäfte auf mehrere Plätze in der Innenstadt zu verteilen.

Eröffnung Weihnachtsstadt Karlsruhe 2021
Bild: Thomas Riedel

In Bretten mit seinem urigen, historischen Marktplatz ging man in gleicher Weise vor. In anderen Gemeinden wie Sulzfeld, Knittlingen oder Gondelsheim sieht es weniger gut aus. "Das ist eine Entscheidung der Vernunft, die uns alles andere als leicht fiel", versichert der kürzlich wiedergewählte Gondelsheimer Bürgermeister Markus Rupp (SPD) nach dem Aus für den Budenzauber. Man habe sich gemeinsam mit der veranstaltenden Arbeitsgemeinschaft der örtlichen Vereine für eine Absage entschieden, so der Rathaus-Chef.

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Zwar wäre der dortige Weihnachtsmarkt am dritten Adventswochenende unter Einhaltung der 2G-Regel möglich gewesen, doch habe es mehrere Gründe für eine Absage gegeben. "Wir können nicht Werbung für den Weihnachtsmarkt machen, während täglich die Inzidenzen steigen und sich die Krankenhäuser füllen. Es ist einfach nicht die richtige Zeit dafür", meint der AGG-Vorsitzende Marc Bürker. Diese Unsicherheit wirkt sich auch auf die weitere Planungen vieler Städte und Gemeinden aus.

Großveranstaltungen auf dem Prüfstand

Aus dem baden-württembergischen Sozialministerium heißt es: "Sollte sich die Gesamtlage nicht deutlich verbessern, ist nicht ausgeschlossen, dass Großveranstaltungen mit mehreren tausend Teilnehmenden, darunter auch die Weihnachtsmärkte, auf den Prüfstand kommen."

Eröffnung Weihnachtsstadt Karlsruhe 2021
Bild: Thomas Riedel

Noch bevor aus Berlin oder Stuttgart Einschränkungen oder generelle Verbote erlassen werden, hatten sich bereits im nördlichen Landkreis Karlsruhe die Absagen gehäuft. In Weingarten fällt der "etwas andere Weihnachtsmarkt" nun schon zum zweiten Mal aus und auch in Eggenstein-Leopoldshafen verzichtet man auf eine Veranstaltung rund um den Nikolaustag.

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Der "kleine aber feine" Weihnachtsmarkt in Hambrücken wird ebenfalls nicht stattfinden und hinter dem für den 4./5. Dezember im Waghäusler Stadtteil Kirrlach geplanten Advents- und Weihnachtsmarkt steht im Moment noch ein großes Fragezeichen, wie Tim Schmitt vom dortigen Ordnungsamt mitteilte. Bei den meisten Orten heiß es im Moment: "Wir können aufgrund der aktuellen Lage keinen ordentlichen Weihnachtsmarkt anbieten. Deshalb müssen wir auch für dieses Jahr absagen."

Bei vielen Menschen fehlt auch einfach die Lust und Motivation. "Kein Unterhaltungsprogramm, keine vorweihnachtliche Stimmung", stellt Tina Maier aus Bruchsal fest. Und ein Budenbesitzer klagt: "Bei diesem eingeschränkten Angebot und den überschaubaren Besuchern stellt sich auch die Frage nach der Wirtschaftlichkeit."

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Eine völlig neue Situation also, so wie in Baden-Baden oder Rastatt, wo es wie in der Fächerstadt  statt 2G nun eine 2G plus-Regel gibt: Heißt am Einlass des umzäunten Geländes wird es Einlasskontrollen geben. Fröhliche Weihnachten...überall?

 
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