Rastatt, Karlsruhe und jetzt Baden-Baden: In allen diesen Städten wollten oder wollen Sie Oberbürgermeisterin werden. Warum sollte es jetzt in Baden-Baden klappen?

Jeder, der sich schon einmal für irgendeine Stelle beworben hat, weiß, dass es nicht immer im ersten Anlauf klappen kann. Alle drei Städte haben ihren eigenen Reiz. Im Vergleich zu Rastatt habe ich zwischenzeitlich einige Erfahrung gesammelt, fachlich, aber auch in der Offenheit Menschen gegenüber. Ich bin für Baden-Baden sehr zuversichtlich!

Noch 2012 wollten Sie in Karlsruhe OB werden, "weil ich Karlsruhe liebe". Heute schwärmen Sie: "Oberbürgermeisterin in Baden-Baden zu werden, wäre ein Traum". Sind das echte Liebeserklärungen oder reine Wahlkampf-Floskeln?

Beide Aussagen stimmen. Das können wahrscheinlich auch alle nachvollziehen, die sich über eine gewisse Zeit mit beiden Städten befasst haben. Ich liebe Karlsruhe, weil mir die Stadt ans Herz gewachsen ist. Und in Baden-Baden jetzt Bürgermeisterin zu werden ist ein Traum. Es ist eine völlig andere Stadt als Karlsruhe: traditionsreich, mit Menschen, die mit Selbstbewusstsein und Stolz diese Geschichte fortführen und ihre Erwartungen an eine kompetente Stadtspitze richten. Ich würde mich aufrichtig freuen, OB in dieser Stadt zu werden  - ohne Karlsruhe deswegen weniger zu lieben.

Auf Ihrer Facebook-Seite ist fast nur noch von Baden-Baden die Rede. Aber Sie sind doch Erste Bürgermeister in Karlsruhe. Spielt Karlsruhe für Sie schon keine Rolle mehr?

Die Arbeit einer Bürgermeisterin bemisst sich ja zum Glück nicht an der Anzahl ihrer Facebook-Einträge. Wer mich kennt, weiß, dass ich ein pflichtbewusster Mensch bin und mir meine Projekte in Karlsruhe sehr wichtig sind. In den letzten Wochen habe ich ein enormes Doppelprogramm bewältigt. Allerdings habe ich jetzt, für die heiße Phase des Wahlkampfes, einige Tage Urlaub genommen.

Mit dem Unternehmer Volker Pilz gibt es einen zweiten CDU-Kandidaten in Baden-Baden. 2012 haben Sie in einem internen Machtkampf gegen Ingo Wellenreuther (CDU) verloren. Er wurde OB-Kandidat für Karlsruhe und nicht Sie. Haben Sie ein Déjà-vu?

Überhaupt nicht! Die Karlsruher OB-Wahl ist Vergangenheit und abgehakt. In Baden-Baden kann ich den Bürgerinnen und Bürgern ein breiteres Wahlangebot machen, mit großem fachlichen Hintergrund und tiefen Kenntnissen in der Kommunalverwaltung.

In zwei Sätzen: Warum sind Sie die richtige Oberbürgermeisterin für Baden-Baden?

Weil ich viel Fachkompetenz, Erfahrung und gute Netzwerke mitbringe. Und weil immer mehr Menschen nach meiner Wahrnehmung spüren, dass ich menschlich gut zu dieser Stadt passe. Beides ist wichtig. Und wenn die Wählerinnen und Wähler es wollen, würde ich kommen, um zu bleiben - nämlich für eine zweite Amtsperiode!

Was machen Sie künftig, wenn es mit der OB-Wahl nicht klappen sollte?

Ich bin ein Mensch, der ins Gelingen verliebt ist und nicht ins Scheitern. Aber wenn Sie darauf bestehen: dann komme ich mit demselben Engagement, derselben Einsatzbereitschaft, und derselben Ungeduld (wie manche sagen) nach Karlsruhe zurück und nehme die Fäden meiner Arbeit mit Spaß wieder auf.

Fragen: Moritz Damm

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