Sogar die Konkurrenz hatte ihnen Respekt und Anerkennung gezollt und nach ihrer einmaligen Performance zu Sänger Philip Griffiths gemeint: "An euch führt kein Weg vorbei. Ihr gewinnt das Ding." Mit "dem Ding" ist das "SPH Music Masters" und damit Europas größter Live-Musikwettbewerb, der kürzlich in Montabaur über die Bühne ging, gemeint.

Drei Preise für die Band

Die Artrock-Formation "Alias Eye" konnte sowohl die fünfköpfige, prominent besetzte, Jury als auch das Publikum überzeugen und wurde nicht nur als beste Band ausgezeichnet, sondern stellte mit Frontmann Philip Griffiths aus Meckesheim den besten Sänger und mit Griffkünstler Matthias Richter aus Karlsruhe auch den besten Gitarristen. "Wir sind froh und stolz, diesen renommierten Preis gewonnen zu haben", resümiert Matthias Richter und Griffiths, Sohn der Beggars Opera-Legende Martin Griffiths, nickt.

Ein Mann spielt in einem Gitarrenladen auf einer Linkshänder-Guitarre.
Ein Mann spielt in einem Gitarrenladen auf einer Linkshänder-Guitarre. | Bild: Paul Zinken/dpa

Die fünfköpfige Gruppe im Alter zwischen 40 und 50 Jahren, die sich im Vorfeld in ihrem Proberaum intensiv auf das Ereignis vorbereitet hatte, war in der ursprünglichen Besetzung mit Frank Fischer (Bass), Ludwig Benedek (Drums), Keyboarder Vytas Lemke, Matthias Richter (Gitarre) und Sänger Philip Griffiths am Start.

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"Für das Deutschlandfinale hatten sich neun Bands aus verschiedenen Bundesländern qualifiziert, die zuvor mehrere Vorrunden für sich entscheiden konnten", fügt Matthias Richter hinzu. Dessen Frau Katja ist als Opern- und Klassik-Sängerin sowie Gesangslehrerin bis weit über Karlsruhe hinaus auch als Sängerin des Show-Projekts "United Soul Opera" bekannt. Hier ist auch Richter als Gitarrist mit an Bord, ebenso bei der Formation "Meet Love", einer Meat Loaf-Tribute-Band.

1.500 Teilnehmer und 500 Events

Richter hatte früher 11 Jahre lang Klavierunterricht, was ihm später auch als Gitarrist zugute kam. Sein Solo-Album "Six Strings On Wings" beinhaltet unter anderem ein Klavierstück des bekannten Künstlers Claude Debussy, "über das wahrscheinlich jeder fortgeschrittene Schüler einmal gestolpert ist." Für sämtliche Bearbeitungen auf dem Longplayer verwendete er eine spezielle 8-Finger-Tapping-Technik, die in Deutschland auf diesem Niveau kaum jemand drauf haben dürfte.

Matthias Richter
Bild: Hans-Joachim Of

Zurück zu den Preisträgern und zum "SPH Music Masters", mit mehr als 1.500 teilnehmenden Acts und rund 500 Events im Jahr der größte Live-Wettbewerb Europas. Er war zuletzt wegen Corona zweimal verschoben worden. Lange Zeit hatte man von der Gruppe Alias Eye, die sich bereits 1998 gründete, nichts mehr gehört.

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Bereits mit ihrem Debüt-Album "Field Of Names" aus dem Jahre 2001 hatten sie in der internationalen Art-Rock- und Progressive-Rock-Szene mit anspruchsvoller Musik und eingängigen Melodien für Aufsehen gesorgt. Mit "A Diffent Point Of You" legten sie 2003 nach. "Wir hatten eine gute Zeit, es lief prima", sagt Richter im Rückblick, zählt Auftritte mit Saga oder den Flower Kings auf und bekennt: "Sicherlich Highlights unserer Bandgeschichte."

2018 kommt es zur Reunion

2011 war zunächst der Sänger, der auch bei der erfolgreichen Formation "Poor Genetic Material" aus der Kurpfalz am Mikrophon steht, bei Alias Eye ausgestiegen. 2006 hatte Gitarrist Matthias Richter, der nicht zuletzt mit seiner speziellen Tapping-Technik die Jury überzeugte, die Band verlassen, um sich anderen Projekten zu widmen.

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"2018 fanden wir bei unserem Reunion-Konzert zum 20-jährigen Bestehen im 7er-Club Mannheim wieder zusammen", berichtet Richter. Die alte Magie von früher sei wieder da gewesen und man beschloss, künftig wieder gemeinsame Sache zu machen. Mit Erfolg, wie man sieht.

Neues Album ist in Planung

Der gelernte Jurist, der auf seiner Fender Stratocaster die herrlichsten Töne zaubert und als Vorbilder "Jimi Hendrix, Eddie Van Halen und Gary Moore" aufzählt, betont: "Wir sind schnell wieder zusammengewachsen." Beim Konzert hatten sie fünf Songs aus ihren ersten beiden Alben gespielt. Da beim aktuellen Wettbewerb als Gewinn neben einer Album-Aufnahme mit CD-Pressung auch eine PA-Anlage samt Studiomikrophon ausgelobt war, steht einem neuen Longplayer von Alias Eye nichts mehr im Wege.

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"Wir haben jetzt die Chance, neue Songs aufzunehmen", freut sich Richter, der verrät, dass bereits erste Ideen in den Köpfen der Band herumschwirren. Jetzt müsse alles erst mal wachsen und dann wird man sich früher oder später wieder im Proberaum einfinden, heißt es aus dem Bandlager. "Wenn wir ein neues Album produzieren, wird es keinen Schnellschuss geben. Wir werden uns alle Zeit der Welt lassen."