Herr Schleusener, sind Sie zufrieden mit der Hinrunde?
Schleusener: Mit dem Tabellenplatz können wir zufrieden sein. Aber wenn man die Tabelle genau anschaut und realistisch ist, dann ist der zweite Platz etwas irreführend, denn es ist alles sehr eng zusammen. Dennoch können wir mit der Hinrunde in Sachen Punkte zufrieden sein.

Was war besonders top – wo hat es noch gehapert?
Schleusener: Mit dem Punkteschnitt, mit den erzielten Toren können wir zufrieden sein - nicht zufrieden können wir mit dem Gegentorschnitt sein. Das ist noch ein großes Manko. Insgesamt ist noch Luft nach oben…
Luft nach oben. Auch ohne ?
Schleusener: Das ist aktuell die große Frage. Natürlich schmerzt so ein Abgang, aber wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass es uns als Team ausmacht, dass wir solche Abgänge auffangen können. Doch klar ist: Es fehlt der Mann, der zwölf Tore erzielt hat. Daher wird es noch wichtiger, dass wir den Gegentorschnitt runter bekommen, denn auch so können wir den Abgang etwas auffangen.

Ist das eine neue, andere Chance für Sie? Vielleicht gar eine Befreiung? Oder ist es Druck, weil Sie mehr im Fokus stehen?
Schleusener: Klar ist, dass wir voneinander profitiert haben. Aber über so etwas mache ich mir keine Gedanken. Klar, dass sich die Verhältnisse verschoben haben. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass ich teamfähig bin, dass ich mit vielen verschiedenen Stürmern funktioniert habe. Budu ist nun mal weg, jetzt heißt es, das Beste daraus machen. Ich habe vor da weiterzumachen, wo ich gegen Ende der Hinrunde aufgehört habe.
ist Neuzugang. Sie haben gemeinsam gespielt.
Schleusener: Klar erinnere ich mich. Wir hatten zusammen ein sehr erfolgreiches Jahr und es war auch ein Stürmerkollege mit dem ich sehr gut harmoniert und funktioniert habe.
Hatten Sie einen Wunsch, was für ein Spieler-Typ kommen soll?
Schleusener: Ich habe mich davon entfernt, über solche Dinge nachzudenken, denn das ist nicht in meiner Macht. Ich bin gespannt was passiert. Klar ist, dass wir vorne noch jemand brauchen, ich schaue was passiert.
Entfernt – das heißt es gibt keinen Tipp von Schleusener für ?
Schleusener: Nein, so etwas mache ich nicht. So etwas habe ich noch nie gemacht.

Sie sind 33 Jahre alt – ist das der beste Schleusener den es gab? Fünf Tore, fünf Vorlagen sind top. In den letzten fünf Partien drei Treffer, einen Assist.
Schleusener: Es ist der konstanteste Fabian Schleusener den es gab. Obwohl es schade ist, dass ich drei, vier Alu Treffer hatte. Körperlich bin ich auf einem Top-Level. Es kommt mir vielleicht zugute, dass ich erst mit 22, 23 Jahren so richtig Profi wurde. Ich fühle mich nicht wie ein 33-Jähriger, ich fühle mich wie Ende 20, vielleicht wie 30. Vielleicht bin ich ein Beispiel dafür, dass es nicht immer nur nach dem Alter geht…
Nach rund 20 Liga-Spielen soll sich ihr Vertrag verlängern…. Haben Sie damit gerechnet, dass das so früh in der Saison der Fall sein wird?
Schleusener: Mein Ansporn ist immer das Beste rauszuholen. Für die Mannschaft und für mich. Bei mir heißt das: Leistung abrufen und spielen. Das ist mir in der Hinrunde gelungen. Ich habe für die Mannschaft einen gewissen Mehrwert. Nicht nur wegen der Tore und Scorerpunkte, sondern generell durch meine Spielweise. Natürlich freut es mich, dass sich der Vertrag – wenn denn alles klappt – verlängern wird. Nach dem ganzen Hin- und her in der Sommerpause, da war es so nicht absehbar. Mir war klar, dass ich den Fokus auf den KSC lege.

Obwohl: Vergangene Saison waren Sie der einzige Feldspieler beim KSC, der in allen Pflichtspielen zum Einsatz kam. In der aktuellen Spielrunde sind Sie wieder in allen Pflichtspielen dabei. Sprich: Leistungsniveau gut, zudem nicht verletzungsanfällig? Gibt es dafür, dass Sie fast nie verletzt sind, einen Grund? Gene? Lebensstil? Ernährung?
Schleusener: Ein bisschen was von allem. Der Lebensstil und die Ernährung sind dem Fußball untergeordnet. Die Arbeit abseits vom Platz ist wichtig. Ich verbringe seit fast 12 Jahren viel Zeit im Kraftraum. Dass es mir bisher so gut ging, ist ein Resultat von all dem.
In Nürnberg sind Sie ein Held, haben Legendenstatus, da Sie den Club mit einem Treffer vor dem Abstieg retteten. Ist ein Spiel in Nürnberg noch etwas Besonderes?
Schleusener: Das wird immer etwas Besonders sein. Dieses eine Tor ist mit sehr viel Emotionalität verbunden. Für den Verein, das damalige Team und die Fans. Daher: immer etwas Besonderes.

Ein Sieg des KSC ist Pflicht, um vorne mitzumischen.
Schleusener: Klar, aber nach der Winterpause ist es nicht leicht, Doch es wäre falsch, wenn wir sagen: Wir fahren dorthin und schauen was passiert. Wir fahren zum Club, um zu gewinnen, um die drei Punkte mit nach Karlsruhe zu nehmen. Das ist völlig klar. Wenn wir die Gegentorflut eindämmen, können wir jedes Spiel gewinnen.
Lasse Günther sagte, er hoffe, "dass wir die Saison mit dem Aufstieg krönen können." Und Sie?
Schleusener: Das ist für mich etwas zu früh, um sich dazu zu äußern. Natürlich wollen wir vorne dabeibleiben, aber wenn man die Tabelle genau analysiert, dann weiß man wie schwer das ist. Im Prinzip denke ich nicht so weit.
Auf wie viele Schleusener Tore können sich die KSC-Fans in der Rückrunde freuen?
Schleusener: Ich möchte in der Rückrunde mindestens so viel schaffen, wie in der Hinrunde