Herr Gordon, es könnte durchaus die letzte Vorbereitung sein, die Sie absolvieren. Haben Sie Wehmut? Oder Freude, auf das was noch kommt?

Ich freue mich und will die kommenden Monate genießen. Ich nehme alles bewusst mit. Das Genießen steht im Vordergrund.

Daniel Gordon (KSC 3) schießt den Ball.
Daniel Gordon (KSC 3) schießt den Ball. | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Ist die endgültige Entscheidung gefallen?

Offiziell noch nicht. Die Tendenz geht sehr stark in die Richtung, dass es meine letzte Saison ist.

Was überwiegt: Angst vor dem Karriereende oder Freude auf das, was danach kommt?

Der Abschied wird mir enorm schwerfallen. Da mache ich keinen Hehl draus. Sonst hätte ich auch nicht so lange gespielt. Aber: Ich habe auch Vorfreude auf das, was vor mir liegt. Ich möchte dem Fußball erhalten bleiben und sehe meine Zukunft im Trainerbereich.

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Ich bin schon parallel zur Profizeit in der KSC-Grenke-Akademie als Trainer aktiv und dafür bin ich Feuer und Flamme. In Sachen Abschied sage ich daher: Ein weinendes und ein lachendes Auge.

Sie sagten: Ich bin aktuell schon parallel in der Jugend unterwegs. Das heißt konkret?

Ich bin Co-Trainer von Martin Stoll in der U17, erwerbe zudem die nötigen Trainerscheine. Als nächstes nehme ich die A-Lizenz in Angriff.

Gibt es schon Vereinbarungen, wie es in der Jugend weitergehen soll?

Es sind konkrete Gespräche fixiert, um dies festzuzurren.

KSC test vs SCF: Gordon.
KSC test vs SCF: Gordon. | Bild: Mia

Welche Möglichkeiten gibt es, außer der des Jugendtrainers?

Nicht so viele, es gibt ja keine U23. Ich will meine Lizenzen erwerben, denn langfristig, in weiterer Zukunft, will ich im Herrenbereich als Trainer arbeiten.

Die KSC-Jugend gilt - auch aufgrund der tollen Arbeit von Akademie-Chef Edmund Becker - als Brutstätte von erfolgreichen Profitrainern. Man denke an Markus Kauczinski, Lukas Kwasniok, Tim Walter, Christian Eichner.

Das ist zwar weit nach vorne geschaut, aber diese Historie macht Mut. Mit so etwas könnte ich mich anfreunden. Doch zunächst muss ich die Lizenzen erwerben. Ich bin gespannt auf das, was kommt. Es wird spannend - aber es ist ein normaler Teil des Lebens.

Daniel Gordon (KSC 3) im Dialog mit Christian Eichner (KSC Trainer)
Daniel Gordon (KSC 3) im Dialog mit Christian Eichner (KSC Trainer) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Kommen wir zur Aktualität: Der KSC kämpft um den Klassenerhalt. Was muss sich konkret verbessern, damit der erreicht wird?

Wir müssen besser verteidigen! Das ist ein leidiges Grundthema bei uns. Und da nehme ich nicht nur die Innenverteidigung ins Visier, sondern die ganze Mannschaft.

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Der Verteidigungswille muss wieder größer werden. Tore geschossen und Chancen erarbeitet haben wir - aber das eigene Tor zu schützen, hat oberste Priorität, dadurch können wir Punkte machen.

Ihre persönlichen Erwartungen? Ihre Rolle? Die Anzahl der Einsätze?? Vielleicht 17 Spiele in der Rückrunde absolvieren?

Ich gehe mit null Erwartungen in die Rückserie. Ich möchte helfen. Auf dem, aber vor allem auch neben dem Spielfeld. Ich versuche die Jungs zu puschen, ihnen zu helfen, Sicherheit zu geben, damit wir zusammen das große Ziel erreichen.

Sie sagten: Ich will helfen. Kommen junge Spieler zu Ihnen und fragen um Rat?

Das ist eine neue Generation, die ist etwas scheu, was das um Rat fragen angeht. Wie ich es einst bei einem erfahrenen Christian Wörns gemacht habe, das gibt es in dieser Form nicht mehr so sehr.

Daniel Gordon.
Daniel Gordon. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Die Jungs beschäftigen sich nicht so sehr in diese Richtung. Das ist keine Kritik, das ist einfach eine andere Zeit. Ich biete mich an, dann kommen wir ins Gespräch. Tim Breithaupt ist sehr wissbegierig. Er ist klar im Kopf, weiß was er will und fragt nach.

Wie reagiert Ihre Frau, wenn Sie die Karriere beenden? Mit Freude, dass Sie eventuell mehr zu Hause sind? Oder: Hat Sie etwas die Befürchtung, dass ein unruhiger „Gordi“ zu Hause ist? 

(schmunzelt): Das weiß ich noch nicht. Sie ist gewohnt, dass ich müde und ausgepowert nach Hause komme und nicht mehr so unter Strom stand. Das könnte sich ändern. Da muss ich schauen, wie ich das ausgleiche.