Herr Kauczinski, wie oft haben Sie denn nun schon mit einem von Ihnen trainierten Team gegen den KSC gespielt?

Ich erinnere mich an ein Spiel mit Dynamo Dresden. In Dresden, damals war das das erste Spiel in der Rückrunde. Ein 1:0 Sieg. Torschütze war Marco Terrazzino, der auch schon bei mir in Karlsruhe für den KSC gespielt hat.

Karlsruhes Trainer Markus Kauczinski an der Seitenlinie. Foto: Hendrik Schmidt/Archiv
Karlsruhes Trainer Markus Kauczinski an der Seitenlinie. Foto: Hendrik Schmidt/Archiv

Ist es noch etwas Besonderes gegen den KSC zu spielen?

Ja, der KSC ist der Verein, dem ich alles was ich erreicht habe, zu verdanken habe. Den Weg, den ich gegangen bin, konnte ich nur gehen, weil mir das der KSC ermöglichte. Und: Karlsruhe ist meine Heimatstadt geworden, ich wohne noch immer dort.

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Das heißt: Sie pendeln?

Bedingt. Ich bin meist zwei, drei Tage hier, fahre dann auch mal nach Hause. Je nachdem was zur Arbeit passt oder wenn ich Ruhe brauche. Vor den Spielen bin ich immer einige Tage hier. Aber Wiesbaden ist auch eine richtig schöne Stadt, hat immerhin rund 300 000 Einwohner.

Haben Sie noch Kontakte zum KSC? Zu wem?

Mit Leuten, die damals beim KSC waren, mit denen ich gearbeitet habe. Mit Burkhard Reich, mit Rolf Dohmen, mit Vize Präsident Günter Pilarsky. Da schreibt man sich an Geburtstagen.

Am Freitag gibt es mit einem Trio ein Wiedersehen. Im aktuellen KSC-Team werden Jerome Gondorf und Lars Stindl stehen, Daniel Brosinski wird wohl auf der Bank sitzen. Sie waren deren Trainer und der A-Jugend.

Ja, ich habe mit ihnen gearbeitet, als sie Jugendspieler waren. Es war eine schöne Zeit.

Markus Kauczinski
Markus Kauczinski | Bild: marvinguengoer.de

Haben Sie das KSC Pokal-Aus in Saarbrücken gesehen?

Natürlich, am Fernseher, nicht vor Ort. Wir hatten aber Leute im Stadion.

Ihre Konsequenzen aus der KSC-Pleite in Saarbrücken? Was ist zu tun, um den KSC zu besiegen?

Aus dem Pokalspiel leite ich wenig ab. Ich habe alle Spiele des KSC gesehen, unsere Analysten natürlich auch. Der KSC hat eine Topmannschaft, mit vielen fußballerisch starken Spielern, die bei Ballbesitz immer brandgefährlich sind. Das ist ein eingespieltes Team.

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Nochmals: Was ist zu tun, um den KSC zu besiegen?

Wir müssen konsequent sein, müssen lernen unser Spiel durchzuziehen. Wir hatten viel Bewegung im Kader. Noch sind nicht alle auf einem Leistungsstand. Wir mussten viel wechseln. Aber: Wir werden uns wehren, wir haben auch gute fußballerische Phasen. Wir haben gute, sogar sehr gute Fußballer.

Trainer Markus KAUCZINSKI (Karlsruher SC) / Freisteller

Trainingsauftakt des Karlsruher SC am 6.
Trainer Markus KAUCZINSKI (Karlsruher SC) / Freisteller Trainingsauftakt des Karlsruher SC am 6. Juni 2012 auf dem Trainingsgelaende des Karlsruher Wildparkstadion, 3. Liga, Saison 2012/2013 | Bild: marvinguengoer.de

Aber im Moment geht es für uns zum Erfolg nur über die mannschaftliche Geschlossenheit. Der KSC ist eingespielter als wir. Daher müssen wir gemeinsam verteidigen. Und: nach vorne geht mehr als wir das bisher gezeigt haben.

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Wir verlieren noch zu leicht die Bälle in der Vorwärtsbewegung. Wir sind zwar noch nicht so geschlossen wie ich mir das vorstelle, aber auf einem guten Weg. Auch weil wir viel Leidenschaft und Qualität haben.

Wem im KSC-Team werden Sie besondere Aufmerksamkeit schenken? Alle reden von Lars Stindl. Ist er ein Thema?

Natürlich ist Lars Stindl ein Thema. Auch, weil er mit am torgefährlichsten ist. Er, aber auch Marvin Wanitzek, sind mit die gefährlichsten Leute. Denn beide können Tore schießen, bereiten aber auch viele vor. Fabian Schleusener halte ich für einen richtig guten Stürmer. Diese Spieler können eine Partie entscheiden. Darauf werden wir in der Vorbereitung achten, werden uns überlegen, wie wir gegen sie agieren können.

Markus Kauczinski. Foto: Uli Deck/Archiv
Markus Kauczinski. Foto: Uli Deck/Archiv

Bisher verteilten Sie nur Lob, redeten nicht über KSC Schwächen…

Ich lobe gerne. Kritik steht mir auch nicht zu, gibt's daher auch nicht.

Wehen Wiesbaden pausierte vergangenes Wochenende, denn die Pokalpartie gegen den Titelverteidiger Leipzig wurde verlegt. Ein Vorteil? Nachteil - oder egal?

Zum einen hätten wir gerne gespielt, um im Rhythmus zu bleiben. Wir wollten daher ein Testspiel machen, das hat dann aber leider nicht geklappt. Aber, dass diese Pause, zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison, große Auswirkungen hat, das glaube ich nicht.

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Beim Pokal in Saarbrücken hatte der KSC Probleme mit der Favoritenrolle. Wer ist am Freitag Favorit?

Natürlich der KSC. Das ist eine eingespielte Mannschaft, ein Aufstiegskandidat mit hochkarätigen Neuverpflichtungen – eine richtig gute Mannschaft, der ich eine gute Rolle zutraue.