Seine Sperre hatte er abgesessen. Daher war es logisch, dass KSC-Kapitän Jerome Gondorf in Kaiserslautern wieder mit dabei war. Vom Anpfiff an scheute er keinen Zweikampf, versuchte mit seiner Ballsicherheit für Ruhe zu sorgen, versuchte durch sein Vorangehen den Teamkollegen Selbstbewusstsein vorzuleben.

KSC-Kapitän Gondorf wie man ihn kennt

Kurz nach dem Spielbeginn, das erste Zeichen von Gondorf. Der körperliche Hinweis: "Hallo - ich bin wieder da!" "Jego" warf sich in einen Zweikampf, ergatterte die Kugel und passte sie sofort nach vorne. Als der Ball schnell zurückkam, sofort Anweisungen an die Kollegen, Räume zu schließen, Defensivaufgaben zu übernehmen.

Marvin Wanitzek (KSC 10) im Duell mit Jerome Gondorf (KSC 8)
Marvin Wanitzek (KSC 10) im Duell mit Jerome Gondorf (KSC 8) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Auch vor FCK Torwart Andreas Luthe - ein 197-Zentimeter-Riese - zeigte Gondorf keinen Respekt, attackierte den, machte deutlich: Der KSC will auf dem "Betze" etwas holen. Gondorf bestimmte das Tempo, wechselte zwischen Direktspiel und Ruhe reinbringen.

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Nach etwas mehr als einer halben Stunde eine gut getimte Flanke auf Marvin Wanitzek, dessen Kopfball brachte nichts ein. Gondorf versuchte anspielbar zu sein, doch dann hatte auch er keine zündenden Ideen, um die Stürmer in eine aussichtsreiche Position zu bringen. Oder: Ein guter Pass auf den eingewechselten Paul Nebel - dessen Flanke landete im Niemandsland.

11,40 Kilometer in 90 Minuten

Nach taktischer Umstellung wurde der erstligaerfahrene Gondorf zum zentralen defensiven Mittelfeldspieler. Dennoch drängte er nach vorne. Sein Direktschuss in der 84. Minute wurde von Luthe entschärft.

Jerome Gondorf (KSC 8) beim Schuss.
Jerome Gondorf (KSC 8) beim Schuss. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

An Gondorf lag es nicht, dass das KSC-Team einige Kilometer weniger als die Lauterer Mannschaft lief. Er spulte 11,40 Kilometer ab. Auch die Zweikampfbilanz von Gondorf, mit etwas mehr als 50 Prozent gewonnener Duelle, war besser als die des KSC Teams. Und: Die Passquote des KSC Kapitäns mit fast 80 Prozent angekommener Zuspiele war gut.

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Dennoch, trotz persönlich ordentlicher Leistung war der gebürtige Karlsruher enttäuscht, versuchte aber positiv zu bleiben: "Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir probieren alles, um irgendwie in die Punkte zu kommen, aber es soll im Moment einfach nicht sein." Gegen St. Pauli soll es endlich wieder klappen.