Im Rahmen des "Testfelds Autonomes Fahren Baden-Württemberg" (TAF-BW) leistet auch die Hochschule Karlsruhe ihren Anteil. Ein Team der Fakultät für Architektur und Bauwesen hat an der Kreuzung Ostring/Käppelestraße und an der B3 südlich von Bruchsal feste Straßenwetterstationen aufgebaut und in Betrieb genommen. Das teilt die Hochschule nun in einem Bericht an die Medien mit. 

Die Stationen bestehen aus verschiedenen Komponenten: ein Sensor am Mast, der Werte wie Luftfeuchte, Niederschlag und Luftdruck erfasst. Ein weiterer Sensor ist in der Fahrbahn verbaut. Der misst die Temperatur der Fahrbahnoberfläche, der Zustand der Oberfläche (trocken, feucht, nass oder glatt) sowie die Temperatur in fünf und 30 Zentimetern Tiefe. Zudem gibt es per Videobild eine sogenannte Plausibilitätsprüfung der gemessenen Daten. 

Die Bodensensoren am Ostring.
Die Bodensensoren am Ostring. | Bild: Tim Reuber

Vorteile auch für den Winterdienst

Die Daten werden dann gesammelt und an den zentralen Testfeldserver weitergeleitet. Dann stehen die Werte zu Forschungszwecken zur Verfügung, so die Hochschule weiter. Davon sollen nicht nur der Deutsche Wetterdienst (DWD), sondern auch die Straßenbauverwaltungen profitieren, um den Winterdienst besser zu steuern. 

Testfeld Autonomes Fahren in Karlsruhe

Ein Novum in Deutschland: Einer der Bodensensoren ist zudem auch im benachbarten Radweg an der Kreuzung Ostring/Käppelestraße eingebaut. So sollen Unterschiede zwischen Radwegen und Fahrbahnen erkannt werden können. Zu den beiden festen Straßenwetterstationen kommen dann noch drei weitere feste und eine mobile Station auf der Testfeldstrecke Autonomes Fahren dazu. 

Sensoren am Mast messen Niederschlag, Luftfeuchte und Luftdruck.
Sensoren am Mast messen Niederschlag, Luftfeuchte und Luftdruck. | Bild: Tim Reuber

"Diese Technik liefert für die Steuerung von Fahrzeugen wichtige Informationen über den Straßenzustand", erläutert Christian Holldorb von der Hochschule Karlsruhe. "So können spätere Nutzer des Testfelds Bremswege unter verschiedenen Witterungsbedingungen berechnen oder Systemgrenzen wie beispielsweise Aquaplaning-Gefahr oder Eisglätte erkennen. Auch die Autofahrer profitieren von der Technik: Vor allem anhand der atmosphärischen Daten sowie der Temperaturmessung in fünf und 30 cm Tiefe können wir Verkehrsteilnehmern wichtige Informationen über den prognostizierten Fahrbahnzustand bereitstellen. So können sie ihre Fahrweise vorausschauend den Witterungsbedingungen anpassen."

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