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Karlsruhe: Zeitreise in den Todesstreifen: Karlsruher entwickelt 3D-Online-Game

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Zeitreise in den Todesstreifen: Karlsruher entwickelt 3D-Online-Game

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    Zeitreise in den Todesstreifen: Karlsruher entwickelt 3D-Online-Game
    Zeitreise in den Todesstreifen: Karlsruher entwickelt 3D-Online-Game Foto: ka-news

    Das Spiel, das der 24-Jährige Student der digitalen Medienkunst im Alleingang auf die Beine gestellt hat, entstand zunächst aus freien Stücken heraus. Stober hat keine Mühen gescheut und in den letzten elf Monaten eine detailgenaue Wiedergabe vom DDR-BRD-Grenzgebiet wiedergegeben. Am zeitintensivsten sei die aufwändige Recherche gewesen, berichtet Stober und freut sich, dass ihm das Spiel nun als Vordiplom angerechnet wird. Dabei ist der Spiele-Programmierer kein Anfänger, was "Serious Games" angeht. Der 24-Jährige hat das mit bislang 20.000 Downloads erfolgreiche Online-Spiel "Frontiers - An der Grenze Euopas"mitentwickelt.

    In "1378 km" ist der Radius, in dem sich die Spieler bewegen zwar etwas kleiner, der Plot aber nicht minder originell gestrickt. Der Spieler agiert, entweder in der Rolle des Republikflüchtlings oder der des DDR-Grenzsoldaten auf einem zwei Quadratkilometer großen Areal  - immer auf der Hut vor dem Gegner versteht sich. Stober plant schon jetzt, das "Spielfeld" um weitere sechs Grenzposten - entlang des ehemaligen, 1378 km langen Grenzwalls - zu erweitern.

    Eine Gradwanderung zwischen Entertainment und Ernst

    Stober ist sich bewusst, dass sein Spiel Diskussionspotential birgt. Schließlich erinnert der Handlungsverlauf bei allen guten Absichten eben doch an die typischen Rollen- und Verhaltensmuster der so genannten "Killerspiele". "1378 km" diene jedoch nicht der Gewaltbereitschaft, betont Stober, bevor ihm noch vor dem offiziellen Startschuss ein schlechter Ruf anhaften kann. Das Spiel sei so konzipiert, dass mit stupidem Abknallen kein Weiterkommen erreicht werde. Vielmehr werde der Spieler durch die genau recherchierten Bilder und Abläufe für die deutsch-deutsche Geschichte sensibilisiert und mittels Sanktionen zu einer taktischen Spielweise angeleitet.

    "Bei einer zu hohen Tötungsbilanz wird der Spieler mit einem virtuellen Gerichtsverfahren bestraft", erklärt der 24-Jährige das Prinzip seiner Entwicklung und ergänzt: "Bei allem darf aber auch der Spaß am Spiel nicht fehlen. PC-Spiele sind das Medium der Jugendlichen. Mit "1378 km" möchte ich die Geschichte des Geteilten Deutschlands für Jugendliche erlebbar machen." Dass diese Geschichte keine ohne Blutvergießen, Flucht und Verfolgung ist, ist auch im Spielverlauf von "1378 km" bestimmend.

    "Kunst darf alles"

    Also doch ein rauer Ego-Shooter - geschichtlicher Tiefgang und pädagogischer Zeigefinger hin oder her? Ansprechen möchte Stober,  nach eigenen Aussagen in erster Linie eben diese Zielgruppe. Und auch der zeitliche Aufhänger - eine "Reise ins Jahr 1976", dem Jahr mit den meisten Tötungen im Grenzgebiet, kommt nicht von Ungefähr.

    Vielleicht wird man Jens Stober mit der ewig gleichen Debatte um das fragliche Gewaltpotential in PC-Spielen aber nicht gerecht, schließlich "darf Kunst alles", so der Student und betont: "Kunst geht ja bekanntlich viele Wege, gerade in den Medien."

    Das Spiel steht ab dem, 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, auf der Internetseitewww.1378km.de zum Download kostenlos zur Verfügung. Installiert werden muss lediglich eine Grundsoftware für 5 Euro. Genauere Infos zur Installation und ein Teaser können schon jetzt abgerufen werden.

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