Bei einer Bürgerveranstaltung am 24. Januar wird klar: Die Knielinger sind genervt von der Blechlawine, die sich tagtäglich vor ihren Haustüren dahinwälzt. Weil sich der Verkehr regelmäßig vor der Rheinbrücken-Baustelle auf die Südtangente zurückstaut, versuchen Pendler und Lkw-Fahrer sich ihren Weg auf Schleichwegen durch den angrenzenden Stadtteil zu bahnen.

Mit 16 Maßnahmen wie Straßensperrungen, Einbahnstraßen und Polizeikontrollen versprach die Stadtverwaltung damals, zusammen mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe (RP), der Polizei, dem Ordnungs- und dem Tiefbauamt, der Interessensgemeinschaft "Free Knielingen" sowie dem örtlichen Bürgerverein, den Verkehrsproblemen entgegenwirken zu wollen. 

"Die Schleichverkehre haben sich deutlich reduziert"

Ob sich die Lage rund drei Wochen nach Einführung der Maßnahmen tatsächlich verbessert hat, darüber informiert Ordnungsamt-Leiter Björn Weiße zusammen mit Ursula Hellmann, Zweite Vorsitzende des Bürgervereins Knielingen und Claudia Wolf von der Bürgerinitiative "Free Knielingen" bei einem Pressegespräch am Mittwoch. "Die Schleichverkehre haben sich deutlich reduziert, die Maßnahmen greifen aus unserer Sicht gut", erklärt Weiße. 

Verkehr Knielingen
Björn Weiße, Leiter des Ordnungs- und Bürgeramtes. | Bild: Melissa Betsch

Hierzu hätten auch die Kontrollmaßnahmen beigetragen, die von Seiten der Polizei an drei Tagen im Februar durchgeführt worden waren. "Während an den ersten beiden Tagen rund 900 Verkehrsteilnehmer festgestellt wurden, die offensichtlich in die gesperrten Straßen einfahren wollten, waren dies am dritten Tag 'nur noch' rund 120. Ich denke die Sperrmaßnahmen zeigen sehr wohl Wirkung", meint Fritz Rüffel, Leiter des Polizeireviers Karlsruhe-West, gegenüber ka-news.

Straßensperren werden mehrmals aus dem Weg geräumt

Dennoch herrscht unter den Autofahrern auch Verständnislosigkeit gegenüber der Maßnahmen. "Hauptsächlich viele Knielinger Bürger äußerten bei unseren Beamten ihr Unverständnis, dass sie nun nicht mehr auf gewohnten Wegen in ihren Stadtteil beziehungsweise ihre Wohnstraße einfahren können", meint Rüffel. Nach Aussage Björn Weiße hätten viele Autofahrer zudem versucht, die eingerichteten Straßensperren zu umfahren oder aus dem Weg zu räumen.

Verkehr Knielingen
In der Wikingerstraße haben viele Autofahrer die Sperrung auf dem Grünstreifen umfahren. Dieser wurde danach ebenfalls gesperrt. Nur Zweiräder und Fußgänger können hier noch passieren. | Bild: Melissa Betsch

So auch an der Wikingerstraße: Tiefe Furchen durchziehen den Grünstreifen neben der eingerichteten Sperre und zeigen, wo die Autofahrer das Hindernis umfahren haben. Mit Baumstämmen wurde die Barriere daraufhin verbreitert. Dennoch: "Wir mussten sie drei bis vier Mal neu aufbauen und verstärken", so der Ordnungsamt-Leiter. "Es ist unglaublich, dass manche Autofahrer die Sperrungen einfach ignorieren", ärgert sich auch Ursula Hellmann, Zweite Vorsitzende des Knielinger Bürgervereins, im Gespräch mit ka-news. Auch während des Pressegespräches treffen zwei Autos auf der Suche nach einer Abkürzung durch Knielingen auf die Sperrung und müssen unverrichteter Dinge wieder wenden.

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Ursula Hellmann, Zweite Vorsitzende des Bürgervereins Knielingen. | Bild: Melissa Betsch

Verkehrsverstöße kosten ab jetzt Geld

Weiße zufolge sollen die Barrieren daher an einigen Stellen mit Pfeilen auf dem Boden, vergrößerten Sperrflächen sowie roten Lampen nachgebessert werden. In der Straße "Am Kirchtal" soll zudem ein Poller künftig Auffahrunfälle verhindern. Die Polizei werde nach Aussage des Ordnungsamt-Leiters die Einhaltung der Maßnahmen in den nächsten Monaten weiterhin regelmäßig kontrollieren. Und: "Ab jetzt werden Verstöße von der Polizei mit einem Bußgeld geahndet", erklärt er.

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Ursula Hellmann, Björn Weiße und Claudia Wolf vor der Sperrung der Wikingerstraße. | Bild: Melissa Betsch

Um das zu umgehen, empfiehlt Polizeidirektor Fritz Rüffel daher vor allem den Berufspendlern grundsätzlich, einfach auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen oder den Rhein auf der Brücke bei Germersheim statt bei Maxau zu überqueren, denn: "Bei Stau auf der Südtangente bringt es nichts durch Knielingen zu fahren, Sie kommen da auch nicht schneller vorwärts", so Rüffel gegenüber ka-news abschließend.

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