Viele Lichter, geschmückte Schaufenster, überall Rabattaktionen. Der Einzelhandel weiß, dass bei den Bürgern in der Vorweihnachtszeit das Geld verhältnismäßig locker sitzt. Doch trotz aller Bemühungen, innerhalb der Corona-Pandemie scheint der Kaufrausch nicht so wirklich in Fahrt zu kommen.  Der Grund: Die Lust zum Shoppen fehlt.

Passanten laufen über eine Einkaufsstraße in Stuttgart. F.
Passanten laufen über eine Einkaufsstraße. | Bild: Tom Weller/dpa

Statt durch die Stadt zu schlendern wird der Trend zum Online bestellen immer deutlicher. Die neue 2G-Regelung erschwert die Situation zusätzlich. Speziell für das Weihnachtsgeschäft bedeutet das für den Einzelhandel enorm hohe Verluste.

Bis zu 50 Prozent Einbußen erwartet

"Die 2G-Regel führt dazu, dass Händler Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent verzeichnen müssen. Damit der Schaden von Einzelhandelsunternehmen angemessen kompensiert werden kann, muss ein Schadensausgleich parallel zur Überbrückungshilfe gewährt werden", erläutert die Geschäftsführerin des Handelsverbandes Baden-Württembergs, Sabine Hagmann. 

Sabine Hagmann, die Geschäftsführerin des Handeslverbandes Baden-Württemberg.
Sabine Hagmann, die Geschäftsführerin des Handeslverbandes Baden-Württemberg. | Bild: Nikolai Huland/dpa/Archivbild

Allerdings, so Hagmann, erschwere auch die Kontrolle der Nachweise den Mitarbeitern das Geschäft. Zum einen, da die Kontroll-Schlangen Kunden abschrecken zum anderen, weil allgemein kein Verständnis gezeigt wird. So würden zum Beispiel viele ältere Kunden nur das gelbe Impfbuch vorweisen und "entsprechend verärgert reagieren", sobald darauf hingewiesen wird, dass dieser nicht mehr ausreiche. Wäre ein kompletter Lockdown bei all dem Stress nicht sogar besser gewesen?

Lieber 2G als Geschäfte schließen

"Nein" sagt da Anne Klausmann, Geschäftsführerin vom Einkaufszentrum "Ettlinger Tor" in Karlsruhe. "Gemessen an der allgemeinen Lage und neuen Auflagen für den Einzelhandel sind alle Betreiber doch erleichtert, dass ein Lockdown durch die aktuellen Maßnahmen in Kombination mit der bisherigen Durchimpfung der Bevölkerung abgewendet werden konnte", berichtet Klausmann im Gespräch mit ka-news.de. 

Anne Klausmann, Center-Managerin des Ettlinger Tors.
Anne Klausmann, Center-Managerin des Ettlinger Tors. | Bild: Klausmann

Hinsichtlich der in der Gastronomie geltenden 2G plus-Regel erhofft sich Klausmann jedoch einen gewissen Ausgleich durch die neu hinzugekommenen Ausnahmen. Darunter fällt beispielsweise die Booster-Impfung. "Das gibt Hoffnung, dass sich der zu erwartende Umsatzverlust in Grenzen hält. Wir setzen aber auch auf einen positiven Einfluss durch die Eröffnung der U-Bahn am kommenden Wochenende", so Klausmann weiter. Wie hoch genau der erwartete Umsatzverlust bislang geschätzt wird, beziffert sie allerdings nicht. 

(Symbolbild)
(Symbolbild) | Bild: Paul Needham

Hinsichtlich der Kontrollen der 2G oder 2G plus-Nachweise habe die ECE-Chefin bislang positives Feedback erhalten: "Die Kunden zeigen sich in der Regel kooperativ und verständnisvoll. Die Mehrheit hält bereits an den Eingängen der Centergeschäfte die benötigten Nachweise bereit".

"Der Zusammenhalt ist sehr stark"

Doch es gibt auch Läden, die womöglich besser durch die Corona-Adventszeit kommen als selbst angenommen. Eine davon ist die Inhaberin von "burger Inneneinrichtungen", Katrin Burger. "So wie es bisher aussieht, machen wir nicht mehr als fünf Prozent Einbußen", erläutert sie im Gespräch mit ka-news.de.

Katrin Burger, Inhaberin von der Burger Inneneinrichtung GmbH
Katrin Burger, Inhaberin von der Burger Inneneinrichtung GmbH | Bild: FOTO-FABRY.DE

Zwar könne auch sie nicht verneinen, dass die Frequenz mit der 2G-Regelung deutlich nachgelassen habe und die Menschen zurückhaltender seien. Allerdings hätten die Geschäfte in der südlichen Waldstraße früh damit angefangen, auf Weihnachtsaktionen aufmerksam zu machen. "Im November wurden bereits entsprechende Plakate vorbereitet und die Fenster dekoriert", erläutert Burger, "da zählt jede Woche".

Burger Inneneinrichtungen in der südlichen Waldstraße
Burger Inneneinrichtungen in der südlichen Waldstraße | Bild: Burger Inneneinrichtungen (privat)

Doch können die Inhaber der südlichen Waldstraße - oder überhaupt in Karlsruhe - bei dem ständigen Regelwechsel überhaupt Schritt halten? Die Inneneinrichtungs-Expertin kann hier Entwarnung geben. "Wir Einzelhändler sind hier sehr stark untereinander vernetzt. Haben auch eine Whatsapp Gruppe, sodass wir immer auf dem neuesten Stand bleiben. Man muss in diesen Zeiten einfach zusammenhalten."

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