Karlsruhe I - Wahlkreis 27

Die CDU gilt nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg als der große Verlierer. Diese Aussage lässt sich auch auf die beiden Karlsruher Wahlkreise ummünzen. Im Wahlkreis 27 (Karlsruhe I) verlieren die Christdemokraten mit Ihrer Kandidatin Rahsan Dogan im Vergleich zu zur letzten Wahl 3,7 Prozent. 2016 trat Bettina Meier-Augenstein für die CDU an und erreichte 21,2 Prozent.

Auch die AfD verliert deutlich in Karlsruhe I. Während Paul Schmidt 2016 noch 12 Prozent auf sich vereinigen konnte, schafft es der Karlsruher Stadtrat 2021 auf 6,6 Prozent. Ein Minus von fast sechs Prozent.

Die Grünen konnten ihr ohnehin schon gutes Ergebnis von 2016 bestätigen und sogar ausbauen. 39,1 Prozent der Stimmen bekam Ute Leidig und damit noch mal fast drei Prozent mehr als Karlsruhes Bürgermeisterin Bettina Lisbach 2016 (36,2).

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 Die Karlsruher SPD mit Anton Huber muss leichte Verluste (-1,4 Prozent) hinnehmen, FDP (+ 0,5) und Die Linke (+2,1) können dagegen zulegen. Auf die "Sonstigen" Parteien entfallen 9,8 Prozent und damit 3,8 Prozent mehr als vor fünf Jahren. 

Karlsruhe II - Wahlkreis 28

Im zweiten Karlsruher Wahlkreis sind die Zahlen ähnlich. Die Grünen mit Alexander Salomon können mit 38,6 Prozent um 3,5 Punkte zulegen, FDP (+ 0,6) und Linke (+1,8) steigern sich auch im zweiten Karlsruher Wahlkreis leicht. Merk Uhlig - die schon 2016 für die SPD antrat - verliert im Vergleich zu 2016 1,4 Prozent und landet dieses Jahr bei zirka 12 Prozent.  

Die Verlierer im Wahlkreis 28 sind auch diesmal CDU und AfD. Rouven Stolz (AfD) erreicht 7,5 Prozent der Stimmen und damit 6,4 Prozent weniger als Marc Bernhard vor fünf Jahren. Die CDU - die wie schon 2016 Katrin Schütz - ins Rennen schickte, kommt auf 18,4 Prozent und verliert damit 2,6 Prozent. Die "Sonstigen" Parteien kommen auch auf 9,4 Prozent, ein Plus von 4,4 Punkten im Vergleich zu 2016.  

Baden-Württemberg 

Auch im landesweiten Vergleich ist grün die deutlich dominierende Farbe. Die Partei von Ministerpräsident Winfried Kretschmann  gewinnt insgesamt 58 von 70 Wahlkreisen und damit 58 Direktmandate für den Stuttgarter Landtag. Die übrigen zwölf Wahlkreise im Land gehen an die CDU. 

Der Karlsruher Trend spiegelt  sich größtenteils auch im Land wider. Die Grünen sind die Gewinner des Wahlabends und kommen auf 32,6 Prozent, erzielen dabei ein Plus von 2,3 Punkten im Vergleich zur Landtagswahl 2016. 

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Die CDU mit Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann erzielt das schwächste Ergebnis der CDU-Historie in Baden-Württemberg. 24,1 Prozent und damit knapp drei Prozent Verlust im Vergleich zu 2016 (27 Prozent). Trotz der erneuten Verluste bleibt der bisherige Koalitionspartner der Grünen die zweitstärkste Kraft in Baden-Württemberg. 

Die neue drittstärkste Kraft ist - trotz Verlusten - die SPD. Elf Prozent der Wähler setzten ihr Kreuz hinter den Sozialdemokraten, damit verliert die älteste Partei Deutschlands 1,7 Prozent im Vergleich zur Landtagswahl 2016. 

Größter Verlierer ist auch im Land die AfD. Satte 5,4 Prozent büßt die Alternative für Deutschland ein und kommt am Ende auf 9,7 Prozent der Stimmen. Damit verliert die AfD nicht nur ihren Posten als drittstärkste Kraft in Stuttgart, sie wird auch auf jeden Fall nicht mehr die größte Oppositionsfraktion stellen.

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Die FDP reiht sich mit 10,5 Prozent (+2,2) hinter der SPD aber vor der AfD ein. Die Linke verpasst wieder den Einzug in den Landtag, sie scheitert - trotz einem leichten Plus von 0,7 Prozent - mit 3,6 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Die "Sonstigen" Parteien legen ebenfalls leicht zu, sie landen am Ende bei 5,5 Prozent. Einen Achtungserfolg dürfen die Freien Wähler vermelden, sie kommen auf drei Prozent und sind damit die stärkste Kleinpartei in Baden-Württemberg. 

So sitzt der neue Landtag

Der neue Landtag wird laut Statistischen Landesamt 154 Sitze beherbergen. Auf den meisten davon (58) wird ein Abgeordneter der Grünen sitzen, ein Plus von elf Sitzen. Die CDU als zweitstärkste Kraft darf unverändert 42 Sitze im Landtag vergeben, gleich bleibt auch die Sitzanzahl der SPD. Hier dürfen weiterhin 19 Abgeordnete in Stuttgart Platz nehmen. 

AfD und FDP "tauschen" ihre Sitze. Denn während die AfD sechs verliert, gewinnen die Freien Demokraten sechs Sitze hinzu und kommen damit auf 18 Abgeordnete, die AfD wird mit 17 Sitzen die kleinste Fraktion in Stuttgart bilden. 

Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung geht in beiden Karlsruher Wahlkreisen und im Land deutlich zurück. Während 2016 die Wahlbeteiligung in Baden-Württemberg noch bei 70,4 Prozent lag, wählten in diesem Jahr nur 63,8 Prozent der Berechtigten. Ein Rückgang von 6,6 Prozent. 

In Wahlkreis Karlsruhe I ging die Beteiligung von 71,2 Prozent 2016 um 7,3 Prozent auf 63,9 Prozent zurück. Im zweiten Karlsruher Wahlkreis lag die Wahlbeteiligung sogar noch niedriger, hier machten nur 59 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Im Vergleich zu 2016 ist das ein Rückgang von 8,6 Prozent. 

Die höchste Beteiligungsquote im Land wurde mit 70,6  Prozent im Wahlkreis 46 Freiburg I erreicht, dicht gefolgt von Wahlkreis 62 Tübingen mit 70,5  Prozent und Wahlkreis 02 Stuttgart mit 69,9  Prozent. 

Die niedrigste Wahlbeteiligung kam im Wahlkreis 35 Mannheim I zustande. Hier entschied sich mit 51,3  Prozent lediglich gut die Hälfte für die Stimmabgabe. Ähnlich niedrige Werte wurden zudem in den Wahlkreisen 42 Pforzheim (54 Prozent) und 59 Waldshut (56,6  Prozent) erzielt.

 
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