Startseite
Icon Pfeil nach unten
Karlsruhe
Icon Pfeil nach unten

Karlsruhe: Unverpackt-Geschäft bekommt neue Chance: "Tante M ist nicht einfach nur ein Laden"

Karlsruhe

Unverpackt-Geschäft bekommt neue Chance: "Tante M ist nicht einfach nur ein Laden"

    • |
    • |
    Tante-M-Laden
    Tante-M-Laden Foto: Stefanie Meth

    Der "Tante M"-Laden in der Karlsruher Körnerstraße stand vor dem Aus. Nachdem der Unverpackt-Laden ursprünglich mit drei Filialen in Karlsruhe gestartet war, mussten im Jahr 2022 aufgrund finanzieller Engpässe zwei der drei Standorte geschlossen werden.

    Doch eine unerwartete Welle der Unterstützung durch die Karlsruherinnen und Karlsruher hat den Laden vor dem Aus gerettet.

    Tante-M-Laden
    Tante-M-Laden Foto: Stefanie Meth

    Eine Crowdfunding-Kampagne, die innerhalb weniger Tage 15.000 Euro zusammenbrachte, sicherte den Fortbestand des Geschäfts und ebnete den Weg für eine neue Ära des umweltbewussten Einkaufens.

    Gründung von Tante M: Ein Geschäftsmodell mit Verantwortung

    Tante M wurde 2019 von Stefanie Meth gegründet, die nach der Geburt ihrer Tochter 2014 ihre Sicht auf Konsum und Umweltbewusstsein grundlegend änderte. Die Gründerin wollte nicht mehr pendeln und entschloss sich, den Laden zu eröffnen, der ihr in ihrem Alltag gefehlt hatte: einen Laden, in dem man alle alltäglichen Produkte ohne Verpackung kaufen kann.

    Tante-M-Laden
    Tante-M-Laden Foto: Stefanie Meth

    Schnell zog Tante M eine treue Kundschaft an, die das nachhaltige Konzept zu schätzen wusste. "Ich wollte etwas schaffen, das mich selbst und meine Familie im Alltag unterstützt, aber auch anderen ermöglicht, umweltbewusst zu konsumieren", erklärt Meth.

    Die Krise: Inflation und Pandemiefolgen

    Doch die vergangenen Jahre waren alles andere als einfach. Die Pandemie hatte dem Laden kaum geschadet, doch der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Inflation trafen den Tante M Laden im Jahr 2022 hart. Weniger Kaufkraft und eine allgemeine Verunsicherung führten dazu, dass viele Kundinnen und Kunden ihr Einkaufsverhalten änderten.

    Tante-M-Laden
    Tante-M-Laden Foto: Stefanie Meth

    Die Filiale in der Südweststadt musste geschlossen werden, ebenso die in der Oststadt. Die Weststadt-Filiale, die erste des Ladens, sollte jedoch unbedingt erhalten bleiben.

    Finanzielle Probleme und die Rettung durch Crowdfunding

    Die finanzielle Schieflage ergab sich durch das komplexe Modell der Filialfinanzierung: Jede Filiale hatte ein Darlehen aufgenommen, und die Einnahmen sollten das jeweilige Geschäft selbstständig finanzieren. Doch als zwei Filialen schlossen, konnte die Weststadt-Filiale die Lasten der anderen nicht alleine tragen.

    Tante-M-Laden
    Tante-M-Laden Foto: Stefanie Meth

    Die Rettung kam in Form einer Crowdfunding-Kampagne. Ziel war es, 15.000 Euro zu sammeln, um den Warenbestand des Ladens aus der Insolvenzmasse herauszulösen. Die Reaktion der Kundinnen und Kunden war überwältigend: "Ich war sprachlos, als die ersten Spenden eintrafen. Es war unglaublich, dass innerhalb weniger Tage das Ziel erreicht wurde. Das zeigt, wie wichtig Tante M für viele Menschen hier in Karlsruhe ist", so Stefanie Meth.

    Wie geht es jetzt weiter?

    Tante M hat durch das Crowdfunding nicht nur eine neue finanzielle Grundlage erhalten, sondern auch eine wertvolle Bestätigung der Kundenbindung erfahren. Stefanie Meth plant nun, sich verstärkt auf Werbung und Neukundengewinnung zu konzentrieren. "Die Stadt und die Menschen hier sind uns wichtig. Wenn wir über unsere Schwierigkeiten sprechen, erfahren wir Unterstützung", sagt sie.

    Tante-M-Laden
    Tante-M-Laden Foto: Stefanie Meth

    Sie möchte außerdem ihren bestehenden Kundenstamm weiter stärken und mehr auf Kommunikation setzen. Etwa über einen monatlichen Newsletter, der sowohl über Angebote als auch über Nachhaltigkeitsthemen informiert.

    Tante M bleibt: ein Zeichen für nachhaltigen Konsum

    Tante M hat den ersten Schritt aus der Krise erfolgreich gemeistert, doch der Weg bleibt weiterhin herausfordernd. Das Geschäftsmodell des Unverpackt-Ladens, das ein bewusstes Einkaufen und mehr Nachhaltigkeit fördert, ist für viele weiterhin attraktiv.

    Tante-M-Laden
    Tante-M-Laden Foto: Stefanie Meth

    Stefanie Meth ist zuversichtlich, dass der Laden in Karlsruhe weiterhin einen Platz hat – wenn auch in einem anspruchsvolleren Marktumfeld. "Ich glaube fest daran, dass es immer Menschen geben wird, die den Wert eines nachhaltigen Geschäfts zu schätzen wissen. Tante M ist nicht nur ein Laden, sondern ein Teil der Bewegung hin zu mehr Umweltbewusstsein", schließt sie mit einem Lächeln.

    Diskutieren Sie mit
    0 Kommentare
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden