Die provisorische Tribüne im Norden des Wildparkstadions steht, nur das Dach fehlt bislang noch. Das soll bald kommen: Der Karlsruher Gemeinderat hat in seiner vergangenen Sitzung Ende Februar beschlossen, dass die Überdachung für das Provisorium zur neuen Saison gebaut wird.

Die Überdachung ist auch noch aus einem anderen Grund für den Karlsruher SC wichtig: Ohne Dach keine Lizenz für die zweite Fußball-Bundesliga. Laut DFL-Regeln müssen alle Plätze überdacht sein. "Mit der Montage des Daches wird voraussichtlich Ende Mai begonnen", heißt es vom Eigenbetrieb "Fußballstadion im Wildpark" (EIBS). Der Rohbau in der Nordkurve wurde vor wenigen Tagen beendet.
Auf der anderen Seite, der Südkurve, kommt auch langsam Bewegung in die Bauarbeiten. Wo bisher die Blöcke E1 bis E4 waren wird ab Mai mit dem Rückbau der Erdwälle gestartet.

Mit großen Schwierigkeiten, wie beispielsweise Schadstoffen im Erdreich, rechnet der Eigenbetrieb der Stadt Karlsruhe nicht: "Nach bisherigen Proben kann derzeit davon ausgegangen werden, dass der vor dem Baubeginn ermittelte Wert von 20 Prozent für zu entsorgendes Material eingehalten und im besten Fall sogar noch unterschritten werden kann."
Schadstoffe aus Nordkurven-Erdwällen ausgewertet: 0 Prozent!
Der Schadstoffwert des Materials aus der Nordkurve liegt bei null Prozent. Laut EIBS ist allerdings nicht vollständig absehbar, ob in der Südkurve Schadstoffe gefunden werden oder nicht. Ob dann Geld eingespart werden kann, ist daher auch noch nicht abschließend geklärt.
Nachdem die Erdwälle abgetragen sind, wird im Süden ebenfalls eine Ersatztribüne für die Fans entstehen. "Den Zuschauern werden jederzeit mindestens 15.000 Plätze zur Verfügung stehen", sagt eine Sprecherin des EIBS gegenüber ka-news.

Ab Herbst wird mit dem Rückbau der Gegengerade, der Heimat der treuesten KSC-Fans, begonnen. "Dieser bildet den Abschluss der derzeit laufenden Vorabmaßnahmen", so der EIBS weiter.
Eigene Sonderausstellung für Fundstücke im Bauschutt?
Bei diesen Vorabmaßnahmen kommen auch immer wieder kuriose Fundstücke ans Licht, denn die Wälle wurden einst aus Bau- und Trümmerschutt aufgebaut. Die meisten Sachen sind alle sehr klein und zudem auch stark beschädigt. Aber es gibt auch besondere Fundstücke: Neben der historischen Schnapsflasche, die Anfang des Jahres beim Abriss der Nordkurve gefunden wurde, gab es im Februar einen weiteren größeren Fund.

Ein Betonguss-Bild von einem Pferd mit seinem Reiter, dem sogenannten Rossebändiger, kam unter dem Bauschutt zum Vorschein. Was passiert mit den gefundenen Sachen, die einen Wert haben? "In Zusammenarbeit mit der Landesdenkmalpflege werden große Fundstücke, wie das Bild des Reiters, den Experten zunächst gezeigt", so EIBS. "Diese entscheiden dann darüber, ob die Stücke einen kunsthistorischen oder stadtgeschichtlich wertvollen Fund darstellen. Wenn ja, dann werden diese Schätze beim Denkmalamt für die Nachwelt aufbewahrt!"
So ist es laut EIBS vorstellbar, dass diese Schätze bei Sonderausstellungen in Karlsruhe gezeigt werden. Ob und welche kuriosen Fundstücke dann beim Abtragen der Erdwälle im Süden oder beim Rückbau der Gegengerade ans Licht kommen, wird sich zeigen.
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