Muss er, oder muss er nicht - also der Hund an die Leine? Im Zweifelsfall ja, denn laut Straßen- und Anlagenpolizeiverordnung sind Hunde an der Leine zu führen. Das gilt für die Fußgängerzonen und -unterführungen sowie in verkehrsberuhigten Bereichen, aber auch in öffentlichen Anlagen, im ÖPNV, in Schulhöfen oder im Außenbereich von Kindergärten. Auch bei öffentlichen Veranstaltungen müssen Hunde jeder Zeit an der Leine bleiben. 

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(Symbolbild) | Bild: Paul Needham

Lediglich an einer der 18 Hundeauslaufflächen, die überall in der Stadt verteilt sind, dürfen Bello und Co. frei rennen, toben und mit anderen Hunden spielen. Aber: Wer sich nicht an die Leinenpflicht hält, der muss mit teilweise empfindlichen Bußgeldern rechnen. Diese hat die Stadt Karlsruhe nun angepasst. Auslöser waren - neben der Überarbeitung des Bußgeldkataloges "Umwelt" des Landes Baden-Württemberg - die Karlsruhe Hundehalter selbst. 

Dateiname : Hundehaltung in Karlsruhe
Dateigröße : 2246134
Datum : 25.06.2019
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Wenn der Hund zur Gefahr wird

Zum 1. Mai, so die Stadt auf Nachfrage von ka-news.de, wurden die "vergleichsweise niedrigen Geldbußen auf ein 'zeitgemäßes' Niveau gebracht". "Viele Betroffene haben sich von den bisherigen Bußgeldhöhen kaum noch beeindrucken lassen", sagt Mathias Tröndle, Pressesprecher der Stadt Karlsruhe. Wer also seinen geliebten Vierbeiner ab sofort ohne Leine frei in der Stadt laufen lässt und dabei erwischt wird, zahlt nun 150 Euro statt wie bisher "nur" 50 Euro. 

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(Symbolbild) | Bild: Paul Needham

"Es fallen den Kollegen vom Kommunalen Ordnungsdienst immer wieder uneinsichtige Hundehalter auf, die keine Rücksicht nehmen und durch deren nicht angeleinte Hunde Gefahrensituationen entstehen", erklärt Tröndle weiter. Immerhin gibt es auch Menschen, die vor Hunden Angst haben und sich dadurch gestört fühlen, wenn unbekannte Hunde in ihre Richtung rennen.

Mehr Kontrollen, mehr Personal

Daher gebe es regelmäßig Beschwerden an den KOD, vor allem aus der Günther-Klotz-Anlage. "Verstärkte Kontrollen der Leinenpflicht erfolgen derzeit nicht", so Mathias Tröndle vom Presseamt der Stadt Karlsruhe. 

Polizeibehörde im Einsatz.
Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) im Einsatz. (Symbolbild) | Bild: TMC|Carmele Fotografie

"Der KOD reagiert mit einer verstärkten Streifenpräsenz, wenn Beschwerden eingehen. Für die Zukunft ist eine zusätzliche Erhöhung der Streifenpräsenz allerdings vorgesehen!" Jedoch nicht nur wegen freilaufender Hunde, sondern vor allem in den Grünanlagen hat die Stadt Karlsruhe mit Vermüllung, Trinkgelagen oder Brandschäden durch unerlaubtes Grillen zu kämpfen. 

Weitere Hundeauslaufflächen seien aber nicht geplant. "Es gibt dazu keine Wünsche aus der Bevölkerung. Die letzte wurde vor wenigen Jahren im neuen Viertel Südstadt-Ost für Hundehalter ausgewiesen."

 

Die Karlsruher Hundeauslaufflächen im Überblick:

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ka-news Hintergrund: 
Im Jahr 2018 waren in der Fächerstadt 8.619 Hunde registriert, auf 1.000 Einwohner kommen also 28 Hunde. Die meisten Vierbeiner gab es laut Statistikatlas der Stadt in Durlach (1.012), die wenigsten in der Innenstadt-Ost (97). 
Wer im Stadtgebiet einen Hund hält, muss Steuern zahlen: 120 Euro pro Jahr. Das bringt der Stadt Karlsruhe jährlich etwas über 1 Millionen Euro ein.
 
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