1. Aktuelle Corona-Lage: Inzidenz sinkt wieder

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt: Die Corona-Lage im Stadt- und Landkreis Karlsruhe bleibt weiterhin angespannt, denn: Die Anzahl der Neuinfektionen befindet sich immer noch auf einem hohen Niveau. Dennoch ist in ganz Deutschland ein Abwärtstrend zu beobachten, der inzwischen auch Karlsruhe erreicht hat. 

Zum Vergleich: Waren am Dienstag, 11. Mai, noch 620 Personen mit dem Virus infiziert, so sind es am Dienstag, 19. Mai, 459. Der 7 Tage-Inzidenzwert, liegt im Stadtkreis Karlsruhe bei 63,4 und im Landkreis bei 72,3. 

Corona-Lagekarte 19.05
Bild: Landratsamt Karlsruhe

Deshalb warnt das Robert Koch Institut (RKI) in seinem aktuellsten Lagebericht: "Das RKI schätzt aufgrund der anhaltend hohen Fallzahlen und des aktuell beschleunigten Wiederanstiegs der Inzidenz die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt als sehr hoch ein."

Wie läuft das mit den Öffnungsschritten?

Endlich ist soweit. Karlsruhe steht kurz davor, in den Bereichen Gastronomie und Co. wichtige Öffnungsschritte vorzunehmen. Der Grund: Das Land Baden-Württemberg hat den Weg aus dem Lockdown in drei Öffnungsschritte gegliedert, die seit dem 14. Mai in Kraft getreten sind. Sie gelten für die Kreise, die sich unter der 100er Marke befinden.

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Da dies in Karlsruhe der Fall ist, warten die Bürger nur noch gespannt auf das "OK" der Behörden, ob am Samstag wieder ein Stück weit Normalität zurückkehren wird. Dies soll voraussichtlich morgen verkündet werden, also fünf Tage nachdem die neuen Öffnungsstufen in Kraft getreten sind. Besonders erfreulich: Die Inzidenzen vom Stadt- und Landkreis sind inzwischen beide wieder mehr in Richtung der 50-er Marke gerutscht. Könnte es also sein, dass Karlsruhe vielleicht mehrere Öffnungsschritte überspringen wird? 

Ein Schild mit der Aufschrift »Wir haben geöffnet« steht vor einem Restaurant in der Innenstadt.
(Symbolbild) | Bild: Uwe Anspach/dpa/aktuell

Öffnungsschritte an 14 Tage Rhythmus gebunden

Nach Anfrage von ka-news.de sei das nach Angaben des Landes aber nicht möglich. Die  Öffnungsschritte sind streng an einen 14-Tage Rhythmus gekoppelt. Das heißt: Egal wie schnell die Inzidenz gesunken ist oder weiterhin sinken wird, erst nach 14 Tagen darf der nächste Öffnungsschritt vorgenommen werden. Genauso erfolgt es dann auch in umgekehrter Richtung.

Karlsruhe würde also am Samstag mit dem ersten Öffnungsschritt beginnen, sobald die Bundesnotbremse aufgehoben wird. Das wird voraussichtlich morgen, fünf volle Tage nach dem 14. Mai, der Fall sein. Würde die Inzidenz sogar unter die 50 sinken, dann gäbe es sogar ein kleines "Lockerungs-Extra".

Dateiname : Stufenplan für sichere Öffnungsschritte ab 14. Mai
Dateigröße : 4979141
Datum : 19.05.2021
Download : Jetzt herunterladen

"Wenn Sie die Übersicht vom Land vor sich haben, ist auf der rechten Spalte der Punkt 'Lockerungen bei Inzidenz unter 50' angegeben. Diese treten dann für Karlsruhe unabhängig von den Öffnungsschritten in Kraft", erklärt Florian Mader, Pressereferent beim Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg. 

Diese "Extra" Lockerungen sind im Stufenplan der Corona-Verordnung geregelt und müssen zurückgenommen werden, wenn die 50 in drei Tage aufeinander wieder überschritten wird.

Florian Mader, Pressereferent im Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg
Bild: Ministerium für Soziales und Integration

So kann es schonmal passieren, dass sich ein Kreis zum Beispiel in der ersten Öffnungsstufe befindet, aber trotzdem die "Extra-Lockerungen" genießen darf, weil die Inzidenz drei Tage hintereinander unter 50 liegt. Wann aber welche Öffnungsschritte für die Fächerstadt gelten werden, darüber informiert weiterhin die Stadt beziehungsweise das Landratsamt. 

2. Entwicklungen der Neuinfektionen in Karlsruhe

Im Verlauf der Corona-Pandemie hat Karlsruhe nun mehrere Hochs und Tiefs hinter sich. Wie die Grafik zeigt, kletterte die Rate der Neuansteckungen zuletzt im November 2020 in die Höhe, danach im März 2021. Inzwischen sind die Zahlen deutschlandweit aber wieder am Sinken, was der fortschreitenden Impfkampagne zugeschrieben wird.

Dennoch sind Infektionsketten oft nicht mehr bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, weshalb eine eindeutige Zuordnung schwierig ist. 

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen jeweils ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) fünf bis sechs Tage. In anderen Worten: Sollte es aufgrund der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden.

Dateiname : RKI Lagebericht 18.05
Dateigröße : 3321266
Datum : 19.05.2021
Download : Jetzt herunterladen
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