Was ursprünglich als einfache Präsentation der "Schätze aus der Vergangenheit" begann, hat sich längst zum Autokorso durch Karlsruhes Innenstadt entwickelt. Mit rund 300 Teilnehmern rechnet Organisator Arnt Bokemüller, Vorstand des Vereins "Tribut an Carl Benz", im Jubiläumsjahr 2015. Ihr Motiv? Purer Stolz, ihr Schmuckstück zeigen zu dürfen.

"Benz' Karlsruher Herkunft wird oft vergessen"

Bokemüller sagt: "Wir haben alle viel Zeit und Arbeit in unsere Wagen gesteckt, damit sie heute noch wie original aussehen." Mitmachen kann grundsätzlich jeder - doch die Bedingungen sind klar. Ihre Einhaltung will Bokemüller persönlich vor dem Start überprüfen. Sein Kriterium: "Als echter Oldtimer gelten für mich nur Fahrzeuge, die früher als 1971 gebaut wurden. Alles danach zähle zur 'Generation Golf', mehr ein rollender Computer als ein Auto."

Doch Bokemüller geht es keinesfalls nur um Selbstdarstellung. Vielmehr gehe es darum, Carl Benz buchstäblich Tribut zu zollen. Benz ist Karlsruher - das werde nur allzu leicht vergessen, sagt Bokemüller. Er erinnert: "In Mühlburg ist er geboren und in Karlsruhe zur Schule gegangen. Hier entwickelte er überhaupt erst sein Interesse für technische Details."

"Historische Autos ziehen fast alle in einen Bann"

Die Route des Korsos, der am Nachmittag stattfinden soll, hält Bokemüller noch geheim. Fest steht: Erstmals führt er entlang einiger Stationen vom Leben des jungen Benz. Nach jahrelangen Recherchen fand Bokemüller zum Beispiel gemeinsam mit Peter Pretsch vom Karlsruher Stadtmuseum heraus, dass Benz offenbar in einem Gasthaus in der Nähe der heutigen Rheinstraße 22 geboren wurde.

Vor dem Autokorso kommt es zu einer Oldtimer-Präsentation auf dem südlichen Schlossplatz. Die schönsten Exemplare werden einzeln vorgestellt. Bokemüller ist sicher: "Historische Autos ziehen fast alle in einen Bann." Doch auch die Autos, die es nicht in die Auswahl schaffen, müssen nicht im Abseits stehen: "Alle Autobesitzer können natürlich jederzeit direkt angesprochen werden. Die meisten erzählen nur allzu gerne, wie sie dazu gekommen sind", so der Chef des Vereins "Tribut an Carl Benz".

Mehr zum Thema:

Kritik aus Karlsruhe: Mercedes-Comic über Carl Benz "historisch ungenau"