"Gut gemeint ist eben das Gegenteil von gut", sagt Paul Schmidt zu Beginn seiner Präsentation. Vieles will Schmidt anders machen als der amtierende Oberbürgermeister Frank Mentrup. Stets im Blick: Die Karlsruher Finanzen. Die sich seiner Meinung nach nicht erst seit der Corona-Krise in die falsche Richtung entwickeln.

Corona-Hilfen und finanzielle Stabilisierung

So will Schmidt, zu Zeiten der Corona-Krise, die Karlsruher Bürger und Betriebe "deutlich ernster nehmen, als es der bisherige Oberbürgermeister tut."

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Das heißt: Finanziellen Spielraum für Corona-Hilfen zu schaffen, indem woanders gekürzt wird. "Keiner soll dauerhaft seinen Arbeitsplatz verlieren, noch soll die Stadt dabei pleitegehen", so der OB-Kandidat.

Kürzungen würde Schmidt hingegen bei den Ausgaben für den Klimaschutz einführen. Des Weiteren sollen Umverteilungen und Kürzungen bei den Fördertöpfen von großen Bauprojekten - etwa das Staatstheater - zum Geldsparen beitragen.

Mit 80 Prozent der Stimmen wurde Stadtrat Paul Schmidt zum AfD-Kandidaten bei der Karlsruher Oberbürgermeisterwahl im Dezember gewählt.
Mit 80 Prozent der Stimmen wurde Stadtrat Paul Schmidt zum AfD-Kandidaten bei der Karlsruher Oberbürgermeisterwahl im Dezember gewählt. | Bild: Paul Schmidt

Insgesamt sollen so rund 26 Millionen Euro für das Jahr 2021 eingespart werden. Geld, welches unter anderem den geschwächten Betrieben, Gastronomen und Kulturbetrieben auf die Beine helfen soll. Auf Steuererhöhungen will der OB-Kandidat verzichten.

Attraktive und sichere Innenstadt

In diesem Zusammenhang solle, nach Corona, die Restaurant, Café und Kneipenszene von Karlsruhe wieder attraktiver gestaltet werden - nicht nur für die Karlsruher Bürger, sondern auch für Gäste.

Karlsruhe Innenstadt vor 2010
Die Innenstadt soll "sauber, ordentlich und sicher" werden | Bild: Thomas Ostermann

Um mehr Kunden in die Karlsruher Geschäfte zu locken, könnte außerdem, so Schmidt, die Innenstadt Ost oder die Karlstraße salonfähig gemacht werden. 

Des Weiteren möchte er den Kommunalen Ordnungsdienst weiter ausbauen, um die Stadt "sicher, ordentlich und sauber" zu halten.

"Krieg gegen das Auto muss aufhören"

Die größte Aufmerksamkeit widmet der AfD-Fraktionsvorsitzende dem Auto. Anders als seine Konkurrenz, kritisiert Schmidt den Ausbau der Radwege und die damit einhergehende Einschränkung des Verkehrs: "Alle Versuche, unsere Kraftfahrzeuge aus der Innenstadt zu verdrängen, sind kontraproduktiv", so Schmidt bei seiner Vorstellung.

Paul Schmidt
Paul Schmidt (AFD) im gespräch mit ka-news.de | Bild: Carsten Kitter

Ihm zufolge sei diese Entwicklung, den Verkehr mit Absicht zu behindern und die Bürger somit zur Nutzung des ÖNPV zu zwingen "grundfalsch".

Denn: Leistungsfähige Straßen seien für den Autoverkehr wichtig - nicht nur für Pendler, die auf das Auto angewiesen sind, sondern auch für Rettungsfahrzeuge.

Viel Verkehr sorgt für viel Lärm, wie hier auf der Südtangente.
Viel Verkehr sorgt für viel Lärm, wie hier auf der Südtangente. | Bild: Tim Carmele

Aber auch Gäste, die gerne zum Einkaufen nach Karlsruhe kommen würden, bleiben der Fächerstadt wegen dem stockenden Verkehr und den fehlenden Parkplätzen fern. Deshalb fordert Schmidt, dass "der Krieg gegen das Auto" endlich beendet werden müsse.

ka-news.de-Hintergrund: Die Vita von Paul Schmidt

Paul Schmidt wurde 1966 geboren und ist seit 2013 Mitglied der Alternative für Deutschland (AFD). Schmidt hat Physik studiert, bildet sich anschließend in Richtung Biophysik und medizinische Physik weiter. Er arbeitet seit 20 Jahren als angestellter Physiker in der Energieerzeugung, ist verheiratet und hat zwei Töchter. Seit 2014 ist Schmidt im Gemeinderat, seit 2019 ist er außerdem Fraktionsvorsitzender der AfD.
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