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Karlsruhe: Neues Kraftwerk am Rheinhafen: EnBW verteidigt Pläne gegen Umweltbedenken

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Neues Kraftwerk am Rheinhafen: EnBW verteidigt Pläne gegen Umweltbedenken

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    Der Blick auf das Rheinhafen-Dampfkraftwerk.
    Der Blick auf das Rheinhafen-Dampfkraftwerk. Foto: Lars Notararigo

    Für das geplante Vorhaben ist ein immissionsschutzrechtliches Genehmigungsverfahren durch das Regierungspräsidium Karlsruhe erforderlich. Die Voraussetzungen für die Erteilung dieser Genehmigung werden im Rahmen eines Verfahrens mit Öffentlichkeitsbeteiligung geprüft. Bürger wurden im Vorfeld dazu aufgerufen, Stellungnahmen mit Anregungen, Ergänzungen oder Gegenvorschlägen einzureichen. Der sogenannte Scoping-Termin ist für Freitag, 18. Juli, angesetzt.

    Was es mit dem neuen Gaskraftwerk auf sich hat, haben wir hier zusammengefasst: RDK9 - bekommt Karlsruhe ein neues Kraftwerk?

    Kritik aus der Bürgerschaft

    Unter anderem hat die Bürgerinitiative "Müll und Umwelt Karlsruhe e.V." Stellung bezogen. Sie lehnt den Neubau des Kraftwerks RDK9 in seiner geplanten Form ab. Ihrer Ansicht nach trägt ein über viele Jahre mit fossilem Erdgas und später mit blauem Wasserstoff betriebenes, Strom-geführtes Kraftwerk nicht zur Energiewende bei.

    Das Logo der EnBW ist am Rheinhafen-Dampfkraftwerk zu sehen.
    Das Logo der EnBW ist am Rheinhafen-Dampfkraftwerk zu sehen. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild

    Auch andere Kritiker fordern die Prüfung umweltfreundlicher Alternativen – etwa Geothermie oder eine Flusswärmepumpe – die möglicherweise besser zur Stadt Karlsruhe passen würden.

    Reaktion von EnBW auf Kritikpunkte

    Projektverantwortlicher Pick geht auf die Kritikpunkte ein und betont, dass man sich mit diesen Argumenten bereits auseinandergesetzt habe. EnBW sehe RDK9 als Kraftwerk zur Stromversorgung – im Gegensatz zur Flussenergie, die vorwiegend für die Wärmeversorgung geeignet sei. Als realistische Alternativen seien derzeit nur Solar- und Windenergie verfügbar, diese seien jedoch nicht planbar genug. Biogas komme aus Sicht des Unternehmens aufgrund unzureichender Mengen ebenfalls nicht infrage.

    RDK9 sei deshalb aus heutiger Sicht die einzige realistische Option auf dem Weg zur Klimaneutralität. Das Ziel von EnBW sei weiterhin der vollständige Einsatz von grünem Wasserstoff. Der Einsatz von blauem Wasserstoff werde viel mehr als Übergangslösung betrachtet, um die Entwicklung einer grünen Wasserstoffinfrastruktur zu fördern.

    Finanzierung und gesetzliche Grundlage

    Neben der Genehmigung hängt das Vorhaben maßgeblich von der Finanzierung ab. Das neue Kraftwerk soll Teil der Energiestrategie des Bundes sein. Ein erster Gesetzesentwurf der Ampel-Koalition sollte ursprünglich die Grundlage für den Aufbau der benötigten Infrastruktur schaffen – zu der auch RDK9 gehört.

    Durch den Regierungsbruch muss das Gesetz nun allerdings erneut eingebracht und beschlossen werden. Solange keine rechtliche Grundlage vorliegt, betrachtet EnBW den Standort Karlsruhe als nicht gesichert.

    Zeitplan und Ausblick

    Der Projektleiter zeigt sich dennoch zuversichtlich: Man rechne damit, Anfang 2026 Klarheit über die gesetzliche Grundlage zu erhalten. EnBW strebe eine schnelle politische Entscheidung an, da die Nachfrage nach Gasturbinen international stark gestiegen sei. Wer zu lange warte, müsse entweder mit langen Lieferzeiten rechnen oder deutlich höhere Preise für bevorzugte Lieferungen zahlen – was letztlich auch den Strompreis erhöhe.

    Das Vorhaben sei klar im Koalitionsvertrag verankert. Es habe bereits mehrere öffentliche Äußerungen mit ähnlich ambitionierten Zeitplänen gegeben. 

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