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Karlsruhe: Kritik an Wellenreuther: CDU-Mitglieder fordern Neuanfang

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Kritik an Wellenreuther: CDU-Mitglieder fordern Neuanfang

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    Ingo Wellenreuther
    Ingo Wellenreuther Foto: marvinguengoer.de

    "Die Oberbürgermeisterwahl ist eine schwere Niederlage, der CDU und des von ihr unterstützten Kandidaten Ingo Wellenreuther. Diese Wahlniederlage bedeutet für die CDU in Karlsruhe eine Zäsur. So wie die CDU mit der Wahl von Otto Dullenkopf im Jahr 1970 profitieren konnte und zur bestimmenden politischen Kraft in Karlsruhe wurde, so muss jetzt verhindert werden, dass der schleichende Abstieg der letzten Jahre (bis 2004 noch 22 gewählte Stadträte, bis 2009 noch 19 und seither nur noch 14) zu einem rasanten Absturz wird.

    Die Wahlniederlage des Kandidaten Wellenreuther betrifft die gesamte Partei. Sein Einsatz und der unermüdliche Einsatz des ihn unterstützenden Kreisverbandes waren außerordentlich. Deshalb ist eine gründliche Analyse des Wahlergebnisses dringend erforderlich, aus der man Lehren und Schlüsse ziehen kann. Hierbei sind alle Mitglieder einzubeziehen. Die Verarbeitung dieser Niederlage kann nicht allein und überhastet vor verschiedenen CDU-Funktionsträgerkreisen erfolgen. Die Karlsruher CDU braucht einen offensiven und transparenten Umgang mit dem Wahlergebnis, dem Zahlen und Erkenntnisse über Wählerverhalten etc. zugrunde liegen sollten. Es muss der Selbstanspruch als moderne Großstadtpartei sein, derartige Niederlagen nüchtern aufzubereiten.

    Der notwendige Neuanfang ist nur möglich, wenn alle interessierten und engagierten Mitglieder in diesen Prozess einbezogen werden - gerade der Rat der Erfahreneren ist jetzt auch gefragt. Der Umgang mit dieser Wahlniederlage ist entscheidend für die Glaubwürdigkeit der Karlsruher CDU mit ihrem Anspruch, eine der wichtigen Gestaltungskräfte für unsere Stadt zu sein.

    Deshalb kritisieren wir, dass der Kreisvorsitzende einen willkürlich zusammengesetzten Kreis kurzfristigst mitten in der Vorweihnachtszeit zu einer 'internen offenen Aussprache' eingeladen hat (14.12.). Wer das Wahlergebnis ernsthaft aufarbeiten will, sollte den Weg für einen Kreisparteitag freimachen, in dessen Rahmen alle Mitglieder die Möglichkeit haben ihre Erfahrungen aus der OB-Wahl, ihre Gedanken und Vorschläge einzubringen. Deshalb fordern die Unterzeichner den Kreisvorstand auf, den für den 25. Januar geplanten Kreisparteitag als einen Parteitag des Nachdenkens über die Zukunft der Karlsruher CDU zu nutzen. Konsequenterweise ist die Bundestagsnominierung für einen späteren Zeitpunkt vorzunehmen."

    Erstunterzeichner: Ministerin a. D. Barbara Schäfer-Wiegand, Oberbürgermeister a. D. Prof. Georg-Berndt Oschatz, Oberbürgermeister a. D. Dr. Dr. hc. Gerhard Heinrich Rembold, Dr. Hans-Jürgen Vogt, Dr. Klaus Heilgeist, Bernhard Weick, Dr. Kai Dördelmann, Dr. Wolfgang Poeter, Ruth und Jürgen Olm, Markus Wehrle, Gregor Wick, Johannes Krug, Marianne Krug, Rainer Freitag, Reinhard und Elisabeth Haupert, Ursula und Klaus Weber, Klaus Wülfrath, Margret Mergen, Rainer Paul, Oliver Müller, Claudia Kästner, Eyk Nowak, Michael Weber, Karsten Lamprecht, Carl M. Falck, Andreas Erlecke, Marco Mossa, Steffen Schmid, Inka Sarnow, Martin Krug, Hanno Reinert, Herbert Böllinger, Heike Schlachter, Helmut und Renate Fischer, Oliver Storm, Wolfgang Dischler, Hella Henn-Künzel, Dieter Thomann, Dr. Mario Ludwig.

    Hintergrund:Trotz der herben Niederlage sprach der CDU-Kreisvorstand kürzlich Ingo Wellenreuther einstimmig sein Vertrauen aus. Nach einer internen Aussprache am Freitag - zu der rund 200 CDU-Funktionäre geladen waren - wurde bekannt, dass Ingo Wellenreuther sein Amt als Stadtrat niederlegen will. Aus Parteikreisen war allerdings zu vernehmen, dass der kurzfristigen vorweihnachtlichen Einladung offenbar nur etwa 85 Personen gefolgt sind. Zudem sollen auch einige nicht eingeladene Alt-Stadträte an der Veranstaltung teilgenommen haben. Es wurde "durchaus kontrovers diskutiert", heißt es weiter.

    Wellenreuther zieht damit die Konsequenzen aus der Wahlniederlage gegen Frank Mentrup, der am 2. Dezember mit 20 Prozentpunkten Vorsprung zum neuen Karlsruher Oberbürgermeister gewählt worden war. Mentrup hatte die Wahl mit 55 Prozent der Wählerstimmen überraschend bei der ersten Wahl für sich entscheiden können, Wellenreuther kam dagegen nur auf 35 Prozent der Stimmen.

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