Die Ursache ist lockeres Erdreich, das verhindert, dass "Giulia" den für den Vortrieb im Bereich der Abbaukammer notwendigen Stützdruck aufbauen kann. Das lockere Erdreich befindet sich oberhalb des Schneidrads, aber unterhalb des bereits fertiggestellten Haltestellen-Deckels und somit im abgeschlossenen unterirdischen Bauwerk. Auswirkungen auf die Oberfläche schließt die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) aus diesem Grund aus.

"Problemkind" Marktplatz?

Die Durchfahrt durch das unterirdische Gleisdreieck zeigt sich für "Giulia" aufwändiger als zunächst gedacht: Es ist bereits der zweite ungeplante Stillstand für den Tunnelbohrer. Mitte Februar musste die geplante Pause um zwei Wochen verlängert werden, da zusätzliche Sicherungsmaßnahmen in der Baugrube im Bereich der unterirdischen Haltestelle Lammstraße nötig waren.

Im Gegensatz zur aktuellen Situation befürchteten die Verantwortlichen, dass der von der Tunnelvortriebsmaschine zum Abstützen des Vortriebs erzeugte Druck nach oben entweichen könnte - an dieser Stelle hätte kein unterirdischer Haltestellendeckel das Entweichen des Drucks verhindert. Er ist an dieser Stelle noch nicht vollständig fertiggestellt. Die Folge: Kleine "Schlammfontänen" hätten bei jedem ruckartigen Vortrieb aus der Erde schießen können.

Wie lange "Giulia" diesmal ihre Schneidräder stillhalten muss, steht noch nicht fest. Derzeit erarbeiten die Ingenieure der Kasig und der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Stadtbahntunnel ein Konzept zur Stabilisierung des Erdreiches. Verzögerungen im Zeitplan soll es keine geben, so die Kasig: "Durch das bisher bereits von der Tunnelvortriebsmaschine vorgelegte Tempo ist der Zeitplan für den Tunnelbau nach wie vor gültig."

So sieht es übrigens aus, wenn Tunnelbohrer "Giulia" richtig loslegt: Hier geht's zum Video!

 
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