Die Bauarbeiten am Stadtbahn- und Straßenbahntunnel in der Karlsruher Innenstadt ziehen sich immer mehr in den eigentlichen Röhren und die Haltestellen zurück und sind oben immer weniger sichtbar. Am Freitag wurde auf dem Europaplatz eine weitere sogenannte Andienöffnung betoniert: Durch dieses zunächst im Haltestellendeckel nach oben freigehaltene Loch wurden, wie bei allen anderen Haltestellen auch, zunächst die Erdmassen aus der entstehenden Haltestelle heraus- und anschließend das Baumaterial hineinbefördert. Damit ist nun auch am Europaplatz Schluss - alles weitere Material für den ohnehin in diesem Jahr endenden Tunnel-Rohbau und den Innenausbau wird dann ausschließlich per Lkw über die Rampen angeliefert.

Unter der inzwischen geschlossenen Andienöffnung entsteht einer der Treppenabgänge in die Haltestelle Europaplatz.
Unter der inzwischen geschlossenen Andienöffnung entsteht einer der Treppenabgänge in die Haltestelle Europaplatz. | Bild: Kasig

Sichtbar ist diese Art von Endspurt bereits an anderer Stelle: So ist inzwischen auch die zweite Andienöffnung im Deckel der künftigen unterirdischen Haltestelle Marktplatz geschlossen. Der Hochbaukran gleich daneben ist inzwischen vom Marktplatz verschwunden. Die Andienöffnung am südöstlichen Ende der Karl-Friedrich-Straße kurz vor deren Einmündung in die Kriegsstraße ist ebenfalls verschlossen, so dass die Karl-Friedrich-Straße ihrer Öffnung auch in diesem Abschnitt entgegensehen kann.

Ein Ende ist in Sicht, zumindest im Rohbau

Unter den Haltestellendeckeln und in den Tunnelröhren haben die Arbeiter den Endspurt für die Rohbauarbeiten am Stadtbahntunnel angetreten: Die Haltestelle Europaplatz erhält ab Ende März einen Wasser- und einen Stromanschluss, den die Stadtwerke Karlsruhe einbauen. Einige wenige Innenwände in der unterirdischen Station müssen noch betoniert werden, ebenso wie die Lauftreppenplatten, auf die später beim Innenausbau dann die Treppenstufen aufgelegt werden.

In der Haltestelle Marktplatz wird noch an den Schotterbegrenzungswänden gearbeitet, die die vordere Bahnsteigkante bilden. In der Haltestelle Kronenplatz sind die Arbeiter einen Schritt weiter: Hier werden auf die Schotterbegrenzungswände und Zwischenmauern die Bahnsteigplatten aufgelegt. Die Arbeiten an den Fahrgastzugängen Englerstraße/Waldhornstraße Nord neigen sich dem Ende zu.

In der Haltestelle Kronenplatz werden bereits die Bahnsteigoberflächen hergestellt.
In der Haltestelle Kronenplatz werden bereits die Bahnsteigoberflächen hergestellt. | Bild: Kasig

Schutz vor Vandalismus

Im nördlichen Teil der Haltestelle Ettlinger Tor sind nur noch wenige Stationsaußenwände zu betonieren. Unmittelbar darauf folgt dann der Bau der Innenwände, der nördlichen Zwischenebene und der Treppenabgänge. An den "Nordkopf" Ettlinger Tor anschließend werden im Tunnel unter der Karl-Friedrich-Straße die Notwege mit den darin integrierten Leerrohren für die elektrische Installation hergestellt.

Bereits in der Phase des Innenausbaus ist die Haltestelle Durlacher Tor: Hier ist das handwerklich betriebene "Stocken" der Betonwände in den Fahrgastauf- und Abgängen und der Zwischenebene inzwischen abgeschlossen, derzeit wird der Graffiti-Schutz aufgetragen. Beim "Stocken" erhalten die Wände eine raue Oberfläche, die dann eben noch mit einem Graffiti-Schutz versehen wird. Die Stockarbeiten werden in der Haltestelle Kronenplatz fortgesetzt.

Die Reste der Lammstraßenbrücke werden entfernt

Beim zweiten Teilprojekt der Kombilösung, dem Umbau der Kriegsstraße mit einer oberirdischen Gleistrasse und einem darunterliegenden Autotunnel, entstehen gewissermaßen "am laufenden Meter" zwischen Ritterstraße und Lammstraße die Abschnitte der Tunnelsohle und der Tunnelwände im Baufeld W2. Im östlich daran anschließenden Baufeld wird das nördliche Rampenteil der bereits entfernten Brücke über die Kriegsstraße auf Höhe der Lammstraße abgebrochen. Abbruch ist derzeit auch im Baufeld O5 direkt neben der Straßenkreuzung Ettlinger Tor zu sehen: Dort werden auch noch die letzten Reste der ehemaligen Fußgängerunterführung aus dem Erdreich entfernt.

Im den Baufeldern O4 und O3 zwischen Ettlinger Tor und dem Mendelssohnplatz dauern auf der Südseite die Kanalarbeiten an. Nachfolgend auf diese Arbeiten erfolgt hier die Untersuchung der Bereiche des zukünftigen Tunnelbaugrubenverbaus auf Kampfmittel. Gesperrt ist bis voraussichtlich 4. April die Einmündung der südlichen Adlerstraße in die Kriegsstraße und die Spur für Rechtsabbieger in die Rüppurrer Straße.

Am östlichen Ende des Kriegsstraßentunnels ist auf einer Hälfte der Rampe ein Abschnitt der Sohle fertig – darauf wird am Sonntag ein ...
Am östlichen Ende des Kriegsstraßentunnels ist auf einer Hälfte der Rampe ein Abschnitt der Sohle fertig – darauf wird am Sonntag ein Kran gestellt. | Bild: Kasig

Kurzzeitige Sperrung der Ludwig-Erhard-Allee

Im östlichsten Baufeld O1 in der Ludwig-Erhard-Allee beginnt die Herstellung der Tunnelsohle. Gleichzeitig werden die seitlichen Spundwände mit Spritzbeton geglättet: Dadurch bilden sie die rückseitige Schalung für die Tunnelwände. Am Sonntag wird in diesem Baufeld ein Kran aufgestellt - die stadtauswärts führende (südliche) Fahrbahn der Ludwig-Erhard-Allee wird deshalb an diesem Tag für den Autoverkehr gesperrt.

 
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