"Natürlich sind auch weiterhin alle anderen, den Verkehrsregeln konformen, Strecken erlaubt. Wir wollen niemandem einen Fahrtweg vorschreiben. Aber unsere Aufgabe war es, gerade für Auswärtige eine direkte Radwegverbindung nach Durlach hinein zu schaffen", erklärte Elisabeth Degitz vom Karlsruher Stadtplanungsamt.

In den Ring - entgegen dem Autoverkehr

Für viele Ortschaftsräte und auch für Ortsvorsteherin Alexandra Ries auf den ersten Blick problematisch: Die Fahrt durch den Altstadtring wird zukünftig entgegen der Fahrtrichtung für Autofahrer empfohlen. Zu eng, zu unsicher fanden viele im Durlacher Gremium, sicherer da eine Fahrt mit Sichtkontakt und vielen Ausweichmöglichkeiten finden die Stadtplaner. "Wir haben in Karlsruhe schon viele Beispiele wo das hervorragend funktioniert, es gibt dort, wo Radfahrern die Fahrt gegen eine Einbahnstraßenregelung vorgeschlagen wird nicht mehr Unfälle als anderswo, das haben wir so mit den Zahlen der Polizei erhoben", betonte Degitz.

Die erklärte, dass das permanente Überholen und überholt werden auf engen Straßen für Radfahrer das gefährlichste sei. Und das ließe sich im Altstadtring eben auch nicht vermeiden, auch wenn ein Großteil der Strecke verkehrsberuhigt und damit als Schritttempo für den Autofahrer vorgegeben ist. "Da halten sich viele Autofahrer einfach nicht so genau dran", so Degitz. Und eine lückenlose Kontrolle auf allen Strecken sei schlicht nicht möglich, daher empfehle man die Radfahrt gegen die Autofahrtrichtung.

Kein Zwang, nur eine Empfehlung

"Aber es muss ja keiner so fahren", betonte die Ortsvorsteherin. "Sie können weiter Ihre gewohnten Strecken wählen. Das ist nur eine Empfehlung, ein Aufzeigen des direkten Weges", wandte Sie sich an den Rat, der die neue Streckenführung mit einigem Misstrauen zur Kenntnis nahm.

"Gerade als Auswärtiger würde ich denken, ich hätte mich verfahren, wenn mir plötzlich ständig Autofahrer entgegenkommen", fand beispielsweise SPD-Rat Hans Pfalzgraf. Und Günther Malisius von der FDP forderte schlicht die generelle Öffnung der Fußgängerzone für Radfahrer. "So lange die Bahnen dort ungebremst durchbrettern, sehe ich nicht, warum ich als Radfahrer die Fußgängerzone nicht auch nutzen sollte. Ich mache das schon heute und werde es auch weiter so machen", beharrte er.

So soll das neue Schild für die Durlacher Cityroute aussehen. Der äußere Kreis symbolisiert den Altstadtring, der Radler zeigt an, wo ...
So soll das neue Schild für die Durlacher Cityroute aussehen. Der äußere Kreis symbolisiert den Altstadtring, der Radler zeigt an, wo man sich gerade befindet und die gestrichelte Linie zeigt die Fußgängerzone in der Pfinztalstraße, die nur zu bestimmten Zeiten für den Radverkehr geöffnet ist. | Bild: Foto: Schwitalla / Entwurf: Stadtplanungsamt

Umgesetzt werden soll die Durlacher Cityroute – dann mit einem eigens entworfenen Schild – frühestens im Laufe des Jahres 2018.

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