Die Grundschule am Wasserturm war zunächst als einzügige Schule mit Ganztagsbetreuung geplant. Schnell wurde den Bauherren jedoch klar, dass der schnell wachsende Stadtteil -bis 2015 wurden rund 3.000 Wohnungen gebaut- und die hohe Geburtenrate dort den Plänen einen Strich durch die Rechnung machen würde. So hatte man sich damals entschieden, aufzustocken und bereits zur Eröffnung 2013 zwei erste Klassen zu schaffen.

Neubau wird ausgebaut

Man entschied sich, den Neubau zu erweitern. "Im zweiten Bauabschnitt soll Platz für weitere vier Klassen geschaffen werden. Damit bietet die Schule im Endausbau Raum für acht Klassen", erklärt ein Pressesprecher der Stadt Karlsruhe. Damit soll die Grundschule am Wasserturm in der Fertigstellung zweizügig werden - "der erste Bau beheimatet derzeit zwei erste Klassen und zwei zweite Klassen und ist damit bereits voll belegt."

Die bis zur Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes fehlenden Unterrichts- und Aufenthaltsräume werden in einer Containeranlage bereitgestellt, so heißt es weiter. Baustart ist im November 2015. Voraussichtlich im Januar 2017 soll die Maßnahme beendet sein und die größere Schule ihren zweizügigen Betrieb auf zwei Geschossen aufnehmen. Aber ist das genug? 

Das Platzproblem hat auch die Karlsruher Grünen-Fraktion erkannt. "Nach uns vorliegenden Informationen werden durch eine erfreuliche Zunahme an Kindern in der Südstadt-Ost die Schulanfängerzahlen so stark ansteigen, dass der geplante Ausbau der Schule zur Zweizügigkeit nicht ausreicht. Wir müssen davon ausgehen, dass die Schule in den nächsten Jahren drei oder sogar vier Parallelklassen haben wird", so Stadträtin Renate Rastätter, schulpolitische Sprecherin der Fraktion. Die Grünen vermuten, dass der Platzmangel in der Grundschule am Wasserturm in den kommenden Jahren zum Dauerproblem werde.

Grüne sprechen von "Dauerproblem"

Bereits im Januar bei der öffentlichen Informationsveranstaltung im Stadtteil zur Überbrückung der Bauzeit bis zur Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts habe das Schulverwaltungsamt auf die steigenden Kinderzahlen hingewiesen, die künftig mehr als zwei Parallelklassen erfordern. Das geht aus einer Pressemitteilung der Fraktion hervor.

In diesem Rahmen hatte das Schul- und Sportamt ein Gesamtkonzept für die Grundschulentwicklung angekündigt. "Bislang liegt dieses Konzept aber weder dem Gemeinderat, noch dem Schulbeirat vor", merkt Stadtrat Alexander Geiger, ebenfalls Mitglied im Schulbeirat, an. Angesichts der Herausforderung, erneut eine Lösung für die drängenden künftigen Raumprobleme der Schule am Wasserturm zu finden, verlangen die Grünen konkrete Informationen zur Entwicklung der Schulanfängerzahlen in der Südstadt bis zum Schuljahr 2020/21.

Zu prüfen sei auch, welche Flächen im Umfeld der Schule infrage kommen könnten, um eventuell noch einen weiteren Bauabschnitt zu erstellen. Denn zu berücksichtigen sei auch, dass Erweiterungen für die bereits vorhandene Mensa und die Aufenthaltsräume erforderlich sein werden.

"Auch im Interesse der betroffenen Eltern und Kinder sowie der Schulgemeinschaft der Schule am Wasserturm ist es für uns wichtig, frühzeitig zu erfahren, welche Lösungsansätze derzeit von der Schulverwaltung geprüft und geplant werden. Wir halten eine frühzeitige Befassung des städtischen Schulbeirats und des Gemeinderats für dringend erforderlich, weil die verschiedenen Lösungsvarianten auch finanzielle Auswirkungen haben werden", so die beiden Stadträte Renate Rastätter und Alexander Geiger abschließend.