Der Kontrast zwischen Karlsruhes Osten und Westen könnte größer nicht sein: Während sich im Westen ein Wirtschafts-Hotspot mit modernen Fabriken und dem Rheinhafen erhebt, geht es ganz im Osten - genauer gesagt in Durlach - umso gemächlicher und vor allem historischer zu.

Durlach wird erstmals 1196 urkundlich erwähnt

Der Grund: Durlach war - wie der Name schon vermuten lässt - seit 1556 die Residenz der Markgrafschaft Baden-Durlach - und damit auch von Markgraf Karl Wilhelm, dem Gründer der Stadt Karlsruhe. 1715 - dem Geburtsjahr der Fächerstadt - verlegte er seinen Hof daher dorthin. Durlach indes blieb eine eigenständige Stadt, 1938 wurde es als Stadtteil von Karlsruhe eingemeindet.

Der Turm des Turmbergs.
Der Turm des Turmbergs. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Erstmals urkundlich als "villa Duria" (dt. Dorf) erwähnt wurde Durlach im Jahr 1196 in zwei Urkunden von Kaiser Heinrich VI. Doch schon rund einhundert Jahre früher wurde bereits die Burganlage auf dem 256 Meter hohen Turmberg erbaut, genauer gesagt von den Grafen von Hohenberg.

Karlsruher Turmbergbahn fährt seit 1888

Im 12. Jahrhundert wurde die Burganlage erweitert und im Jahr 1279 von Konrad III. von Lichtenberg, dem Bischof von Straßburg, zerstört. Sie wurde danach nicht wieder aufgebaut. Heute erinnert nur noch der 28 Meter hohe Burgturm auf dem Gipfel an die steinerne Anlage.

Die Terrasse auf dem Turmberg.
Die Terrasse auf dem Turmberg. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Seit 1888 bringt die Turmbergbahn - die älteste noch aktive Standseilbahn Deutschlands - Besucher auf den Gipfel des Karlsruher Hausberges. Berg- und Talfahrt kosten für Erwachsene drei Euro, für Kinder 1,50 Euro. Wer es lieber sportlicher mag, erklimmt den Turmberg über 529 Treppenstufen. Oben bietet die 2015 erneuerte Turmbergterrasse einen einmaligen Blick über die gesamte Fächerstadt.

Teile der Stadtmauer noch erkennbar

Doch die Turmbergbahn und die Burganlage sind nicht die einzigen historischen Sehenswürdigkeiten in dem mittelalterlich geprägten Stadtteil: Noch heute gut erkennbar ist die alte Stadtmauer, wovon auch noch Teile - wie der Basler Torturm - erhalten sind.

Stadtbild der Durlacher Altstadt, mittig die Stadtkirche.
Stadtbild der Durlacher Altstadt, mittig die Stadtkirche. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Das alte Durlacher Schloss und ehemaliger Renaissancebau - heute Karlsburg genannt - in der Stadtmitte beherbergt unter anderem das Pfinzgaumuseum, die Zweigstelle der Stadtbibliothek und das Badische Konservatorium. Im Winter findet am Fuße der Karlsburg - passend zu Durlach - ein mittelalterlicher Weihnachtsmarkt statt. Weitere bekannte Veranstaltungen sind der Fastnachtsumzug, der Kultursommer oder das Altstadtfest. Letzteres wurde aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr abgesagt.

Die Karlsburg in Durlach.
Die Karlsburg in Durlach. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Durlach - der einzige Stadtteil mit eigenem Finanzamt und Amtsgericht

Mit fast 30.000 Einwohnern ist Durlach der größte Stadtteil der Fächerstadt. Weil es 1938 gegen das ausdrückliche Votum der Durlacher eingemeindet wurde, durfte es als Zugeständnis alle Behörden und Ämter behalten.

Blick über den Weinberg am Turmberg.
Blick über den Weinberg am Turmberg. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Deshalb ist Durlach heute der einzige Stadtteil Karlsruhes, der ein eigenes Finanzamt und ein eigenes Amtsgericht besitzt. 1989 erhielt er eine eigenständige Ortschaftsverfassung und einen Ortschaftsrat.

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Die Aufnahmen unseres Fotografen Tim Carmele stammen aus Juli 2020.

 
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