Sie kommen in der Dämmerung, wollen Blut und summen uns ständig um die Ohren. Die Rede ist von Stechmücken, beziehungsweise von Schnaken. Nicht nur, dass sie im Sommer eh schon jeden gewaltig auf die Nerven gehen können, wegen des ständigen Regens finden die kleinen Tierchen jederzeit neue Nistplätze.

Das weiß niemand besser als der Verein, der im Sommer alljährlich zur Schnakenbekämpfung ausrückt: Die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V., kurz Kabs.

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Zehnmal mehr Stechmücken als im Vorjahr

"Der Regen war dieses Jahr der ausschlaggebende Taktgeber für unsere Bekämpfungseinsätze. Durch die dauerhaften Niederschläge blieb der Rheinpegel permanent über dem langjährlichen Mittel. Jedes neue Starkregenereignisse führte dieses Jahr zu einer Hochwasserwelle, die die vorangegangene meist höhentechnisch übertrumpfte", sagt eine Sprecherin des Kabs im Gespräch mit ka-news.de.

Die Folge: Seit August sind bis zu zehnmal mehr Stechmücken unterwegs als zum Vorjahr und das bedeutet wiederum viel Arbeit für den Verein.

Mit der KABS gegen die Schnaken
In solchen Gebieten nisten gerne die Schnaken | Bild: Anya Barros

"Von Mai bis Ende Juli gab es nahezu keine Pause für uns. Dieses Jahr sank der Rheinpegel kaum ab und fast jede Hochwasserwelle überflutete neue, höhere Bereiche. Das hatte einen sehr hohen Kontroll- und Bekämpfungsaufwand zur Folge. Sollte der Rheinpegel weiterhin sinken und es zu keinem neuen Hochwasser mehr kommen, gäbe es dieses Jahr keinen weiteren Einsatz mehr im Raum Karlsruhe, hier sind wir aber komplett vom Wetter abhängig", so die Kabs weiter.

Ein Schnakenbekämpfer der Kabs nimmt eine Schöpfprobe.
Die KABS bei der Schnakenbekämpfung. | Bild: Anya Barros

Die Art der Schnakenbekämpfung sei jedoch, trotz der Vermehrung der Tiere, weiterhin die Gleiche. Mit dem Einsatz des Kristallproteins B.t.i. wird den Blutsaugern zu Leibe gerückt - entweder zu Fuß oder in Form von Eisengranulat per Hubschrauber, welcher vor allem südlich von Rastatt für größere Flächen zum Einsatz kommt. In Karlsruhe sei das nicht nötig, da die relevanten Flächen hier eng beieinander liegen.

Was hilft?

Im Kampf gegen die Schnaken können auch die Bürger selbst aktiv werden. Hier unterscheidet Augsten zwischen Schutz in den eigenen vier Wänden und dem Schutz im Freien.

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"Schnaken werden maßgeblich von unserem ausgestoßenen Kohlendioxid angelockt. Zuhause funktionieren Insektenschutzgitter an Fenstern und Türen am besten. Ist man draußen unterwegs, sollte auf die handelsüblichen Repellentien zurückgegriffen werden. Die Wirkstoffe Icaridin oder DEET funktionieren meist sehr gut. Duftkerzen im Garten bringen aber nichts", erklärt die Sprecherin. Nur für eine Situation gibt es kein "Wundermittel": Sobald der Übeltäter bereits in der Wohnung drinnen ist. "Da hilft dann nur noch die Fliegenklatsche".