Die Fächerstadt macht den Biedermeier - und das ausgerechnet weil sich der Erotik-Riese Beate Uhse in der Waldstraße niedergelassen hat. Strickpullis und Edelschmuck duellieren sich mit Dildos und Strapsen um die Blicke der Karlsruher - für manchen scheint das zu viel.

Doch Karlsruhe deshalb die kollektive Spießigkeit zu unterstellen - ist das gerecht? ka-news-Leser ralf findet: Ja! Er schreibt: "Karlsruhe ist eben doch sehr spießig! In der östlichen Innenstadt nahe dem KIT-Campus geht es vielleicht noch. An anderen Stellen ist man jedoch furchtbar prüde und regt sich eben auch über Sex-Shops auf!"

Und Kommentator tkfischer zieht gar einer Vergleich mit einer scheinbar längst vergangen Epoche: "Kann mich noch an ähnliche Diskussionen erinnern als in den 70ern im Passagenhof der Sexshop eröffnet wurde. Sodom und Gomorrha! Jetzt sind wir 50 Jahre nach der sexuellen Revolution und das gleiche Gezeter. Ist Karlsruhe geistig stehen geblieben?"

ka-news-Leser myopinions munkelt sogar: "Die Gegner befürchten das Risiko, in der Waldstraße ihren Nachbarn oder Kollegen zu begegnen. Das ist dort natürlich sehr viel größer ist als am Ende der Kaiserstraße, in einem Umfeld, in dem traditionell ein entspannter Umgang mit Sex und Erotik gepflegt wird."

Tatsächlich scheint der Tenor unter den ka-news-Lesern eindeutig: "Der Sexshop ist okay - auch in der Waldstraße! Und: Etwas mehr Entspanntheit würde der ganzen Stadt gut tun." Angesichts der Diskussionen dieser Tage liefert Kommentator Militantes Einhorn noch ein echtes Argument für den Sex-Shop in der Waldstraße: "Wenigstens wird da kein Lebkuchen verkauft", schreibt er.

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