Herr Kalmbach, warum kandidieren Sie als Oberbürgermeister für Karlsruhe?

Ich bin jetzt seit drei Jahren im Karlsruher Gemeinderat tätig. Die Arbeit hier macht mir viel Freude, und ich habe gemerkt, dass man recht schnell einen guten Überblick bekommt. Nun möchte ich mehr Verantwortung übernehmen. Es sind dabei keine persönlichen Ambitionen oder Karrieredenken, vielmehr möchte ich diese Stadt mitprägen und mitgestalten. Dass mit diesem Amt eine enorme Verantwortung und Umstellung verbunden ist, das ist mir bewusst.

Für die GfK sitzen Sie derzeit als Einzelstadtrat im Gemeinderat. Wie schätzen Sie denn Ihre Chancen ein, tatsächlich zum Oberbürgermeister gewählt zu werden?

Wenn der KSC gegen Bayern München antritt, kann es sein, dass er gewinnt. Das ist ein bisschen wie bei David gegen Goliath. Natürlich weiß ich, dass die Chance, gewählt zu werden, nicht groß ist – aber ich denke es lohnt sich, es zu versuchen.

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Warum sollten die Karlsruher Bürger Sie denn zum Oberbürgermeister wählen?

Ich möchte in Karlsruhe eine Kultur des Miteinanders prägen und die Stadt noch familien- und noch kinderfreundlicher machen. Ich denke, das ist die Basis für alles weitere, auch für ein funktionierendes Gemeinwesen. Ich denke, dass ich hier ausgleichend wirken kann. Mir geht es darum, Spannungen aufzulösen. Zwischen Wirtschaft und Umwelt zum Beispiel – hier prallen doch derzeit noch Ideologien aufeinander. Oder im sozialen Bereich, etwa wenn es darum geht, die richtige Mischung aus Fördern und Fordern zu finden.

Sie wollen also ein Oberbürgermeister des Ausgleichs sein?

Genau. Mir geht es darum zu verbinden statt zu teilen, zusammenzuführen und Kompromisse zu finden.

Was sind denn die dringendsten Herausforderungen, denen Karlsruhe sich in den kommenden Jahren stellen muss?

Eine dringende Aufgabe wird auch in Zukunft sicher die Konsolidierung des kommunalen Haushalts sein. Damit verbunden sind große Themen wie das Staatstheater, wie es mit dem Wildparkstadion weitergeht und natürlich die Finanznot bei den kommunalen Schwimmbädern. Ich habe den Eindruck, dass hier zum Teil noch ein großes Durcheinander herrscht, in das ich gerne Ordnung bringen würde. Wir müssen ein Problem nach dem anderen anpacken und sollten nicht versuchen, alle Probleme gleichzeitig zu lösen. Außerdem gibt es noch alte Projekte, die einen vernünftigen Abschluss brauchen – etwa die Kombilösung. Die wird uns auch in den kommenden Jahren noch stark beschäftigen.

Angenommen Sie werden neuer Oberbürgermeister von Karlsruhe – was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Ich würde alle Bürgermeister und Amtsleiter zusammenrufen und versuchen, sie unabhängig von ihrer Funktion und ihren Aufgaben kennenzulernen. Ich bin der festen Überzeugung, dass man die besten Ergebnisse erzielt, wenn man zuerst die Menschen und ihre Bedürfnisse sieht.

Fragen: Felix Neubüser

Friedemann Kalmbach sitzt seit 2009 als einziger Stadtrat der Wählervereinigung Gemeinsam für Karlsruhe (GfK) im Karlsruher Gemeinderat. Kalmbach ist Lehrer und Leiter der christlichen Nehemia Initiative.

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