Herr Traber, wie kam es, dass sie überhaupt als fliegender Weihnachtsmann auftreten?

In erster Linie bin ich Hochseilartist, schon in der elften Generation. Ich habe schon die ganze Welt bereist, hab mehrere Weltrekorde auf dem Hochseil aufgestellt, hab Berge in 400 Metern Höhe überquert, in 3.000 Metern mit dem Fahrrad. Zu Fuß in Baden-Baden und hier als fliegender Weihnachtsmann. Schon mehrere Jahre habe ich meine Darbietung gezeigt - für die Kinder.

Man muss natürlich auch eine gewisse Qualifikation haben, wenn man sich in die Luft begibt. Da ist ein Hochseilartist genau das Richtige, der kann auch mit Situationen zurechtkommen, wenn es mal ein bisschen brenzlig werden sollte.

Was heißt das wenn's brenzlig wird?

Na gut, man darf halt nicht so ein Hasenfuß sein, wenn ein bisschen Wind ist. Wir brauchen das nicht zu trainieren wir haben das im Blut, bei unseren vielen Veranstaltungen, die wir jedes Jahr machen. Und dann können wir auch gelassen unsere Arbeit machen, da oben.

Fliegender Weihnachtsmann
Falko Traber am Marktplatz. | Bild: Jeremy Gob

Weihnachtszeit ist besonders für die Kinder toll. Was macht das mit ihnen, wenn sie die strahlenden Augen sehen, sofern das aus 30 Metern Höhe überhaupt geht?

Natürlich. Ich meine, wenn die schon anfangen zu rufen, bekommen wir Gänsehaut. Und das ist ja das Schöne an der ganzen Sache: das wir für Kinder etwas machen - und sie begeistern. Menschen zu begeistern, das ist das Ziel eines jeden Künstlers.

Fliegender Weihnachtsmann
Falko Traber am Marktplatz. | Bild: Jeremy Gob

Das ganze Leben ist ein Drahtseilakt und wenn wir hier für die Kinder was machen können, freut uns das. Gerade zu dieser Zeit. Wir können noch ein bisschen Freude und Funken verteilen und freuen uns, wenn dieser Funken in Flammen aufgeht - positiv gesehen natürlich. Wir machen es für die Herzen der Kinder. Das ist keine Scheinheiligkeit, sondern ein ernstes Anliegen: Freude zu verbreiten.

Sie waren schon überall in der Welt unterwegs. Was ist jetzt das besondere in Karlsruhe aufzutreten?

Es ist sehr besonders! Meine Mutter ist hier geboren und ich muss immer an sie denken, wenn ich hier bin. Leider ist sie schon verstorben. Karlsruhe ist ja auch nicht weit weg von unserer Heimat in Breisach am Rhein. Da ist schon seit über 80 Jahren unser Domizil.

Fliegender Weihnachtsmann
Bild: Jeremy Gob

Wir sind Badener und es ist natürlich schön, in Baden zu Hause zu sein. Ich freu mich auf das Rufen der Kinder und bekomme jetzt schon Lampenfieber, wenn ich daran denke.

Wie kam die Idee, als Weihnachtsmann über das Hochseil zu gleiten, zustande?

Ich mach schon seit 40 Jahren Weihnachtsshows und auch schon 20 Jahre als fliegender Weihnachtsmann. Wir haben uns damals mit dem Marktamt zusammengeschlossen. Sie hatten den Wunsch, eine Show zu machen und dann haben wir das auch verwirklichen können.

Fliegender Weihnachtsmann
Bild: Jeremy Gob

Ein großer Einsatz kam hier auch von Leuten aus Karlsruhe, ob vom Marktamt, Helfern, Handwerkern und hauptsächlich auch von Herrn Schuler, der die ganze Statik gemacht hat.

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Wenn er das abgelehnt hätte, hätten wir das Projekt hier nie durchführen können. Also ein großer Dank auch an ihn.

Wann war denn der erste Auftritt in Karlsruhe?

Ich mach mir keine Gedanken. Ich schaue nicht zurück, ich schaue immer nach vorne. Aber es waren bestimmt schon zehn Jahre.

 

 
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