Das Bauprojekt "Badisches Staatstheater" gilt als eines der Sorgenkinder der Fächerstadt. Rund 580 Millionen Euro soll das Vorhaben kosten. Für die Neugestaltung des Vorplatzes darf jedoch ein Budget von 9,6 Millionen Euro nicht überschritten werden - eines der Hauptkriterien des Wettbewerbs. 

Neugestaltung Hermann-Levi-Platz Staatstheater Karlsruhe
Timo Hermann vom "bbz" erläutert den Entwurf zum Hermann-Levi-Platz. Die Wettbewerbsarbeiten der 17 Teilnehmer können vom 11. bis 24. November jeweils eine Stunde vor Vorstellungbeginn im Theaterfoyer des Badischen Staatstheaters besichtigt werden. | Bild: Verena Müller-Witt

Die Jury war unter anderem mit  Vertretern aus dem Verwaltungsrat des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, dem Ministerium für Finanzen, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der Stadt Karlsruhe, dem Badischen Staatstheater, dem Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg sowie freiberuflichen Architekten besetzt. Diese haben am 28. Oktober nun aus 17 Bewerbern einen Sieger gekürt. 

Baumbestände bleiben erhalten, neue Bäume kommen hinzu

Hierbei ging der Zuschlag an den Entwurf der Landschaftsarchitekten Timo Hermann und Christian Bauer von der "bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh". In ihrem Entwurf nimmt der 9.300 Quadratmeter große Platz Bezug zu der polygonalen Formensprache des Theaterbaus. Der Raum wird dabei durch diverse "Bauminseln" mit "multifunktionalen Kanten" definiert, die zum "Spielen, Balancieren, Verweilen und Skaten" einladen. Neu angelegte Wege und ein Brunnen, der durch Regenwasser gespeist werden soll, komplettieren den Entwurf. 

Entwurf Hermann-Levi-Platz Staatstheater Karlsruhe
Entwurf Hermann-Levi-Platz Staatstheater Karlsruhe | Bild: bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh, Berlin

"Was wir gesucht haben war einerseits eine adäquate und zeitgemäße Lösung, die einerseits Spielraum für weitere Entwicklungen zulässt, aber ebenfalls diesen repräsentativen Ort würdigt", erläutert Anke Karmann-Wössner, Leiterin des Stadtplanungsamtes Karlsruhe. "Dialog, Kommunikation, Klimaanpassung. Das sind so die wichtigsten Schlagworte." 

Entwurf Hermann-Levi-Platz Staatstheater Karlsruhe
Entwurf Hermann-Levi-Platz Staatstheater Karlsruhe | Bild: bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh, Berlin

Da in der Vergangenheit viel Kritik um die abgeholzten Bäume auf dem Platz laut wurde, sollten die jeweiligen Büros außerdem versuchen, die restlichen Baumbestände zu erhalten. Durch den Gewinnerentwurf ist nicht nur die Sicherung der Baumbestände gesichert, durch die Bauminseln sollen außerdem nochmal einige Bäume hinzukommen.

Der Rand zur Kriegsstraße und der Ettlinger Straße soll zusätzlich mit einer Baumreihe betont werden. Auch die Tiefgarage soll zirka zu 30 Prozent begrünt werden. Insgesamt sollen so zirka 15 Bäume zusätzlich gepflanzt werden.

Entwurf Hermann-Levi-Platz Staatstheater Karlsruhe
Entwurf Hermann-Levi-Platz Staatstheater Karlsruhe | Bild: bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh, Berlin

Des Weiteren ist geplant, dass der große Platz mit Gastronomieangeboten und einer LED-Leinwand ausgestattet werden soll. So könnte hier in Zukunft zum Beispiel Public Viewing stattfinden. Unter diesen Aspekten soll der Platz zu einem "attraktiven Übergang zwischen der City und der Südstadt und zu einer öffentlichen Bühne werden." Quasi ein "Wohnzimmer mit grüner Veranda". 

Baubeginn erst in zirka zehn Jahren

Bis der Hermann-Levi-Platz allerdings sein neues Erscheinungsbild erhält, wird es wohl noch bis zu zehn oder zwölf Jahre dauern. Der Grund: Aus Platzgründen sollen die drei Baumodule, in welche die Sanierung des Badischen Staatstheaters gegliedert ist, abgeschlossen werden. Warum wurde dann jetzt bereits ein Sieger gekürt?

Neugestaltung Hermann-Levi-Platz Staatstheater Karlsruhe
Der Herrmann-Levi-Platz vor dem Badischen Staatstheater. | Bild: Verena Müller-Witt

"Solche Verfahren brauchen viel Vorbereitung. Da muss rechtzeitig mit der Planung begonnen werden", erläutert Landschaftsarchitekt Timo Hermann im Gespräch mit ka-news.de. Zum Beispiel würden bereits jetzt Rücksprachen mit den Ingenieuren gehalten werden, um eine optimale Nutzung von (Regen)Wasser zu gewährleisten. Auch Probebohrungen für den Brunnen sollen nach Angaben des Staatstheaters bereits ganz oben auf der "To-Do-Liste" stehen.

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"Das Thema Bewässerung und Entwässerung steht bei uns ganz oben. Zum Beispiel sollen sich auch die Bauminseln selbst mit Wasser versorgen können. Darum ist es wichtig, sehr vorausschauend zu arbeiten", so der Landschaftsarchitekt abschließend. 

 

 
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