Der Karoline-Luise-Tunnel ist aktuell eine der größten Baustellen in Karlsruhe. Durch dessen Fertigstellung wird der Durchgangsverkehr auf der Kriegsstraße unter die Erde verlegt und somit der oberirdische Verkehr entlastet. Jedoch ist nicht nur der Tunnel selbst bislang unbefahrbar.

Im Bereich der Tunnelöffnung, an der Kreuzung Kriegsstraße-Karlsstraße, sind Straßenabschnitte zwecks zukünftiger Baumaßnahmen immer noch gesperrt, obwohl sich die Eröffnung des Tunnels noch weiter nach hinten verschiebt. Bauarbeiter sieht man vor Ort allerdings auch nicht. Zumindest ist das der Eindruck eines ka-news.de Lesers.

Warum besteht die Baustelle fort?

Dieser wandte sich daraufhin an die ka-news-Redaktion mit der Frage, warum die Baumaßnahmen noch nicht fertig seien. Denn zusätzlich zu dem noch nicht eröffneten Tunnel behindern die Absperrungen aktuell den Verkehr in der Kriegsstraße.

Absperrung vor Karoline-Luise-Tunnel
Bild: Yannick Antritter

ka-news.de schaute sich die Situation einmal aus der Nähe an. Durch die Nähe zum Tunnel standen wir öfter vor der Frage, zu welcher Baumaßnahme die jeweiligen Absperrungen gehören. Auch ist es im Einzelfall nicht immer direkt zu erkennen, was in den gesperrten Streckenabschnitten noch gebaut werden muss.

Bauarbeiten benötigen Vollsperrungen

Auf unsere Anfrage antwortete uns die Stadt, dass die Fahrbahn gesperrt sei, da die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen seien. Man müsse "den bisherigen Straßenraum an die neu hergestellten Bereiche anpassen". Bis der Tunnel befahrbar ist, müssen diese Maßnahmen aber erst einmal warten. Der Grund dafür: Für die Bauschritte, die jetzt bevorstehen, sind Vollsperrungen in verschiedenen Bereichen der Kriegsstraße erforderlich. Damit diese nicht den kompletten Durchgangsverkehr lahmlegen, muss der Tunnel befahrbar sein.

Noch ist der Tunnel zu
Noch ist der Tunnel zu | Bild: Yannick Antritter

Eine Öffnung der Baufelder bis zur Inbetriebnahme des Tunnels sei auch keine Option. In ihrem aktuellen Zustand sei die Fahrbahn "nicht für die Aufnahme des fließenden Verkehrs geeignet", schreibt uns die Stadt weiter. Da sich hinter der Kreuzung die Spuren wieder auf eine Spur verengen, könnte außerdem ein Unfallschwerpunkt entstehen.

Das Problem mit dem Tunnel

Inzwischen ist bekannt, dass der Tunnel voraussichtlich in drei Monaten eröffnet werden kann. Für die Baustelle in der Kriegsstraße bedeutet das nichtsdestotrotz erstmal noch ein Bestehenbleiben für ungewisse Zeit. So dauert es auch noch, bis die Kombilösung in der Kriegsstraße ihr Versprechen erfüllen kann, den Verkehrsfluss zu verbessern.

Mehr Platz für Fahrradfahrer

Wenn alle aktuellen Bauarbeiten abgeschlossen sind, stehen die Voraussetzungen für weitere potentielle Baumaßnahmen. Im Januar dieses Jahres sprach sich der Planungsausschuss der Stadt Karlsruhe für einen vorliegenden Vorschlag aus, die Fahrradroute östlich des Karlstores, die Teil der Kombilösung ist, auch gen Westen weiterzuführen.

Ausfahrt Karoline-Luise-Tunnel
Bild: Yannick Antritter

Welche genauen Schritte bereits während den aktuellen Bauarbeiten durchgeführt werden und welche Teil des vorgeschlagenen Fahrradprojekts sind, lässt sich von unserer Seite aktuell nicht beantworten. Auch inwiefern der Vorschlag am Ende konkret umgesetzt wird ist etwas, das sich noch zeigen wird.

Bild: Paul Needhem

Fakt ist jedoch, dass Pläne der Stadt existieren, nach denen in der Kriegsstraße westlich des Karlstores die Fahrradwege vergrößert und Fußgänger mehr Platz bekommen sollen. Es bleibt aber abzuwarten, wie die Bauarbeiten, mit denen in der Kriegsstraße die Situation für alle Straßenverkehrsteilnehmer verbessert werden soll, am Ende aussehen werden und wann sie abgeschlossen sind.