Gaststätten und Restaurants werden nach Kretschmanns Worten von Samstag an schließen. Essen zum Mitnehmen sei aber weiter erlaubt. Man müsse auf die Schwächsten in der Gesellschaft Rücksicht nehmen, das seien die chronisch Kranken und die Älteren. "Bleiben Sie daheim. Reduzieren Sie jetzt ihre Kontakte", mahnte er.

Die Maßnahmen lauten wie folgt:

  1. Alle Restaurants und Gaststätten im Land werden ab Samstag geschlossen. Essen zum Mitnehmen und auf Bestellung bleibt weiterhin möglich. "Ich appelliere eindrücklich an alle, schon heute nicht mehr in Restaurants und Cafés zu gehen", Kretschmann.
  2. Alle Zusammenkünfte und Ansammlungen auf öffentlichen Plätzen und Gruppen sind nicht mehr erlaubt. Es dürfen sich nicht mehr als drei Personen zusammen auf öffentlichen Plätzen versammeln. Davon ausgenommen sind Familien, Eltern mit ihren Kindern, und Paare. Für die Einhaltung dieser Maßnahmen sollen Sanktionen sorgen.
  3. Die Durchreise von Personen aus internationalen Corona-Risikogebieten  werden weiter eingedämmt und zum großen Teil untersagt werden.

"Wir sind uns bewusst, dass wir damit noch tiefer in die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger eingreifen", so Kretschmann bei der Pressekonferenz am Freitagmittag, "aber wir müssen es tun, um alle zu schützen - auch die, die sich bisher leider nicht an unsere Vorgaben gehalten haben. Sie gefährden sich selbst aber auch andere."

Der Großteil der Bevölkerung halte sich erfreulicherweise an die Maßnahmen, es seien aber noch zu viele die dies nicht tun, so der Ministerpräsident. Mit dem offiziellen Erlass der neuen Maßnahmen am Samstag, 21. März, gilt zudem: Auch Frisöre müssen ab jetzt geschlossen bleiben.

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Der Landeschef appelliert an die Bevölkerung, auch privat keine Gruppen zu bilden - denn dies könne man natürlich nicht kontrollieren. "Ich fordere Sie auf: Bleiben Sie daheim und reduzieren Sie jetzt Ihre Kontakte. Unser Land braucht dies in dieser schwierigen Situation."

Am Wochenende wird sich Kretschmann zusammen mit weiteren Landeschefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel besprechen, ob weitere Maßnahmen wie eine Ausgangsbeschränkung ergriffen werden müssen. 

Bußgeld und Haft bei Verstößen

Mit einem eindringlichen Appell und einem deutlichen Verweis auf harte Strafen hat Innenminister Thomas Strobl die Menschen aufgefordert, in Zeiten der Corona-Krise auf unnötige soziale Kontakte zu verzichten und zu Hause zu bleiben.

Thomas Strobl (CDU), Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration von Baden-Württemberg.
Thomas Strobl (CDU), Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration von Baden-Württemberg. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

"Es geht darum, was der Einzelne an Beiträgen leisten muss, um die Ausbreitung der Krankheit zu verlangsamen und zu verhindern", sagte der CDU-Innenminister am Freitag in Stuttgart.

Es sei "rücksichtlos und verantwortungslos", die Einschränkungen zu missachten. Verstöße zum Beispiel gegen das neue Niederlassungsverbot könnten mit Bußgeldern bis zu 25.000 Euro und auch mit mehrjährigen Haftstrafen geahndet werden, sagte Strobl.

Wie wird das in Karlsruhe umgesetzt?

Oberbürgermeister Frank Mentrup hat für Freitagabend ein Videostatement angekündigt. Der Landkreis Karlsruhe hatte mit Blick auf die permanent steigenden Fallzahlen allen Städten und Gemeinden zuvor geraten, ein Betretungsverbot für öffentliche Orte nach dem Freiburger Vorbild umzusetzen. In Ettlingen, Stutensee, Malsch, Waldbronn und weiteren umliegenden Städten ist ein Niederlassungsverbot beschlossen worden.