Es ist nicht das letzte Kapitel in Sachen Stadionneubau - immerhin dauert es noch einige Jahre, bis das fertig ist, aber in Sachen Tribünendächer ist der letzte Vorhang nun wohl gefallen. Nachdem die DFL die Zweitligalizenz nur unter Auflagen erteilt hatte, ein dach sollte über die provisorische Südtribüne gebaut werden, jetzt die Wende. Laut Pressemeldung von Stadt und KSC hatte die Beschwerde gegen die erste Entscheidung Erfolg und der KSC erhält einen Ausnahmeantrag: "In der kommenden Spielzeit 2019/2020 ist eine Überdachung der provisorischen Südtribüne nicht erforderlich", schreiben die beiden Parteien. 

Rundgang Wildparkstadion provisorische Tribüne
Bild: Hammer Photographie

In seiner Beschwerde hatte der KSC unter anderem vorgetragen, dass die provisorische Südtribüne nach gegenwärtigem Stand der Planungen lediglich während eines Zeitraums von elf Monaten genutzt werden wird. Auch die inzwischen höheren Kosten der temporären Überdachung sowie die nicht gegebene Möglichkeit einer anschließenden Zweitverwendung wurde vom Verein vorgetragen. Zudem stellte der KSC in Aussicht, Teilkontingente für Gästefans auf der Haupttribüne bereitstellen zu können.

 


Die Deutsche Fußball Liga (DFL) begründet ihre erneute Entscheidung, dem Verein eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen, wie folgt: 

"Die DFL GmbH hat die Argumente, die der Bewerber mit seiner Beschwerde zum Ausdruck gebracht hat, kritisch überprüft. Dabei ist sie aufgrund der erstmals in der Beschwerde vorgetragenen Tatsachen (Nutzungsdauer, Kosten und fehlende Möglichkeit zur Zweitverwendung des Dachs, Gästekontingente auf der Haupttribüne) zu der Entscheidung gelangt, dem Antrag des Bewerbers auf Befreiung vom Erfordernis der Komplettüberdachung ausschließlich für die Spielzeit 2019/2020 und nur ausnahmsweise stattzugeben. […]

Weil die Nutzungsdauer der Dachkonstruktion erstens deutlich kürzer ausfällt als zunächst bekannt, weil die sich daraus entstehenden Kosten zweitens höher ausfallen als ursprünglich angenommen und es drittens keine Zweitverwendung für das Dach gibt, ist die Erste Instanz zu der Ansicht gelangt, dass eine Aufrechterhaltung der Auflage sich in diesem Einzelfall unter sorgfältiger Abwägung aller Umstände nicht mehr als verhältnismäßig darstellt. […]

Abschließend wiederholt die DFL GmbH ihren bereits angedeuteten Hinweis, dass die in dieser Entscheidung zum Ausdruck kommende Ausnahme auf die Spielzeit 2019/2020 beschränkt ist. Zur Spielzeit 2020/2021 ist die Komplettüberdachung des Wildparkstadions verpflichtend."

 


Auch bei der Stadt Karlsruhe als Bauherrin und dem Vereinspräsidium wurde die frohe Botschaft aus Frankfurt positiv aufgenommen. "Wir freuen uns, dass es uns gemeinsam mit der Stadt Karlsruhe gelungen ist, dass unserer Beschwerde abgeholfen und unserem Antrag stattgegeben wurde. Es ist sehr erfreulich, dass wir in diesem Fall nicht mit Sanktionen in der kommenden Saison rechnen müssen und die Stadt einen erheblichen Kostenaufwand einspart", so das KSC-Präsidium um Ingo Wellenreuther. 

Bild: Thomas Riedel

Zufrieden zeigt sich auch Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup, dass KSC und Stadt bereits in der zweiten Genehmigungsrunde erfolgreich waren: "Ich sehe uns in unserer Auffassung bestätigt, dass die DFL sachgerechte und nachvollziehbare Argumente letztendlich würdigt!"

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