Überstunden, viele erkrankte Fahrer und allgemeiner Personalmangel: Drei Gründe, warum im März auf den Linien S1, S11 und S5 Fahrten aus dem Fahrplan gestrichen wurden. Darüber hinaus kamen noch weitere Verbindungen hinzu, die tagtäglich mehr oder weniger kurzfristig ausgefallen sind.

Insgesamt seien drei Prozent der Verbindungen im AVG-Gebiet im Monat März ausgefallen oder "mussten wir gezielt ausdünnen, um einen verlässlicheren Verkehr anbieten zu können", so Sarah Fricke, Pressesprecherin der AVG, im Gespräch mit ka-news. Wie viele Fahrten das konkret sind, konnte die Sprecherin nicht sagen. Diese Zahl sei nicht repräsentativ, "weil sie auch Kleinst-Strecken einbezieht, die, bezogen auf die Gesamtkilometerzahl, nicht aussagekräftig sind, aber als Zahl voll zählen." Die Angaben in absoluten Zahlen sei in der Branche zudem nicht üblich.

Was sie aber sagen ist, "dass die AVG mit Start des Monats April aktuell wieder deutlich besser da steht". Das bedeutet konkret, "dass in den vergangenen Tagen alle Fahrten wie geplant erfolgen konnten." Anfang März waren so nach Angaben des Unternehmens teilweise rund 16 Prozent des Fahrpersonals erkrankt. Anfang April seien es nun nur noch rund sechs Prozent. "Das ist eine ganz normale Zahl, die deutlich unter dem liegt, womit wir vorsorglich immer planen", so Fricke weiter.

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Im März gab es krankheitsbedingt immer wieder Zugausfälle. Die AVG sucht nach neuen Fahrern, damit der Personalunterbestand bald der Vergangenheit angehört. | Bild: Florian Kaute

Fahrermangel besteht nun schon seit mehreren Jahren

Damit scheint die Grippewelle überstanden zu sein, heißt es von dem Verkehrsbetrieb weiter. Auch die im GDL-Tarifvertrag vereinbarte Möglichkeit des Überstundenabbaus habe sich erledigt. Darin heißt es, sobald die Fahrer mehr als 100 Stunden über der zu leistenden Jahresarbeitszeit angehäuft haben, können die Fahrer Zuhause bleiben. Das Geschäftsjahr endete Ende März.

"Jetzt arbeiten wir wie geplant weiter an der Aufstockung unserer Personaldecke", so Fricke abschließend. Im März fehlten noch 30 Fahrer im Unternehmen. Das Thema des Fahrermangels kam 2015 auf, als das derzeitige Führungsduo Ascan Egerer und Alexander Pischon ein Jahr im Amt war, berichtet die AVG selbst von einem großen Unterbestand an Fahrer, "der aus der Vergangenheit gewachsen ist." Seither versucht das Unternehmen neue Mitarbeiter für die Schulung zum Fahrer zu finden, die älter als 21 Jahre alt sind, eine abgeschlossene Schulausbildung haben und einen Führerschein der Klasse B besitzen.