Die  Aktivisten fordern: "Klimanotstand ernst nehmen!" Der Bau der Umgehungsstraße widerspreche dem Klimaziel der Stadt. Nach dem 2019 ausgesprochenen Klimanotstand, müssen alle städtischen Auswirkungen auf ihre Klimaauswirkungen geprüft werden. 

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"Es wird dem Klimanotstand nicht gerecht, auf Individualverkehrsprobleme mit einem Infrastrukturausbau für Individualverkehr zu antworten", so die Bündnisse in einer gemeinsamen Pressemeldung, "wenn Rahmenbedingungen sich ändern, gilt es sich anzupassen, anstatt an Mobilitätskonzepten von vorgestern festzuhalten. Klimaschutz ist nicht mehr optional, sondern elementarer Bestandteil allen stadtplanerischen Handelns."

Was das Bündnis fordert

Das Aktionsbündnis #SüdumfahrungVerhindern fordert stattdessen einen Ausbau des ÖPNV und des Fahrradnetzes in Karlsruhe und Umgebung. Damit will es den Klimazielen gerecht werden, das Naherholungsgebiet zwischen Rintheim und Hagsfeld erhalten, Verkehrslärm reduzieren und Verkehrsaufkommen effektiv entlasten.

"Uns ist die akute Situation in Sachen Lärmbelästigung in Hagsfeld bewusst. Wir solidarisieren uns deswegen explizit mit allen Menschen, die unter dem motorisierten Individualverkehr leiden. Deswegen wollen wir an dieser Stelle hervorheben, dass eine radikale Verkehrswende Lösungen für Hagsfeld liefern kann", heißt es in der Pressemeldung.

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So hat die Initiative "Kein Autobahn-Zubringer über die Rintheimer Wiesen" einen "Masterplan Verkehr" ausgearbeitet, der viele Vorschläge für alternative Maßnahmen enthält, die klimafreundlicher, schneller und effektiver umgesetzt werden können", so die Pressesprecherin Kim vom Klimakollektiv.

Die Aktionen im Überblick:

  • Kundgebung beim Hauptausschuss (Marktplatz) am Dienstag, 23. Juni um 16 Uhr
  • Aktionstag am Donnerstag, den 25. Juni
  • Kundgebung vor der Gemeinderatsitzung (Festplatz) am Dienstag,  30. Juni um 15 Uhr
ka-news.de-Hintergrund: Die Umfahrung Hagsfeld

Varianten: Zwei Varianten sind derzeit in der Diskussion. Der Unterschied der beiden Konzepte liegt darin, wie die Schienen der deutschen Bahn überquert werden. Zum einen wäre ein Brückenbauwerk denkbar, zum anderen ein Trog -  eine Unterführung. Die Fahrbahn der Brücke liegt an der höchsten Stelle zehn Meter über dem Grund, die Unterführung taucht rund sieben Meter ab.

Kosten: Die Kosten der Brücke werden laut den Planungen auf rund 55 Millionen Euro geschätzt. Das Trogbauwerk, dass die Autos unter den Schienen hindurchführt, ist mit rund 70 Millionen Euro die teurere Alternative. 

Stand der Planungen:  Bis zum Baubeginn wird es wohl noch mehrere Jahre dauern. Die erste Hürde könnte der Gemeinderat nehmen, indem er sich für eine der Varianten entscheidet. Dann wäre der Weg frei, um das Planfeststellungsverfahren einzuleiten.

Da die Unterlagen daraufhin vorbereitet werden müssen, wird es dann noch einmal rund ein Jahr andauern, bis das Verfahren beginnt, teilt die Stadt Karlsruhe auf Nachfrage von ka-news.de mit. Im Regelfall würde ein solches Verfahren rund fünf Jahre in Anspruch nehmen. Als Baubeginn kommt damit in etwa das Jahr 2025 in Frage.

Zu- und Abnahme der Verkehrsbelastung nach dem Bau der Südumfahrung Hagsfeld.
Zu- und Abnahme der Verkehrsbelastung nach dem Bau der Südumfahrung Hagsfeld. | Bild: Stadt Karlsruhe