Herzlichen Willkommen bei ka-news, Marie. Bist Du auf dem Weg hierher von vielen Leuten erkannt und angesprochen worden?

Nein, das nicht. Das kommt aber auch eher selten vor. Insgesamt bin ich erst zwei Mal angesprochen worden. Einmal war das in einem Klamottengeschäft beim Einkaufen, einmal einfach so in Karlsruhe auf der Straße. Das waren beide Male jüngere Mädchen, die etwas schüchtern gefragt haben, ob ich nicht "die bei youtube" bin.

"Die bei youtube" ist ein gutes Stichwort. Für die Leute, die Dich noch nicht kennen: Was genau machst Du denn bei youtube eigentlich?

Ja, was mache ich. Eigentlich setze ich mich, meistens daheim, einfach vor meine Kamera und erzähle. Meistens über Beauty-Themen, ich gebe also Schminktipps oder drehe Outfit-Videos. Manchmal nehme ich die Kamera auch einfach mit und drehe "follow me around"-Videos, also "folge mir"-Filme, bei denen ich die Kamera mitnehme und zeige, was ich so den Tag über tue.

Die meisten Menschen finden schon komisch, ihre eigene Stimme von einem Tonband zu hören - Du dagegen stellst Dich vor die Kamera und redest einfach drauflos. Ist das nicht ein seltsames Gefühl?

Doch, das ist schon seltsam, vor allem am Anfang. Da fallen einem plötzlich Sachen auf, auf die man sonst nie geachtet hätte: Oh, wie sehen meine Haare im Video aus, wie habe ich da geguckt - sowas eben. Aber man gewöhnt sich daran. Es muss ja auch nicht jedem gefallen. Es wird ja keiner gezwungen, sich die Videos anzuschauen. Mir macht es Spaß, und das ist für mich das Wichtigste.

Inzwischen bist Du mit Deinem youtube-Kanal "snukieful" ziemlich erfolgreich. Über 6.000 Abonnenten haben Deine Videos abonniert. Wie bist Du auf die Idee gekommen?

Es gibt ziemlich viele solcher youtube-Kanäle, die ich mir einfach gerne anschaue und abonniert habe. Irgendwann habe ich mir dann gedacht: das will ich auch machen, ich habe auch Sachen, die ich erzählen möchte. Und dann habe ich einfach angefangen. Es macht einfach Spaß

Du bist 19 Jahre alt. Sind solche Videos ein neuer Trend bei Leuten in Deinem Alter?

Ob das ein Trend ist, weiß ich nicht. In meinem direkten Freundeskreis gibt es eigentlich auch keine anderen youtuber. Allerdings sind viele meiner Freunde bei Instagram, einige auch bei Twitter und Facebook hat sowieso fast jeder.

Ich finde 6.000 Abonnenten auch gar nicht so viel. Es gibt in Deutschland Kanäle, die haben fünfstellige Abonnentenzahlen. In den USA haben youtuber locker auch mal eine Million Fans. Ich habe aber manchmal das Gefühl, die Gesellschaft insgesamt ist noch nicht so weit. Da sind dann doch noch viele, die sich eher wundern: "Hä? Warum stellt die sich jetzt dahin und erzählt was?"

Wissen Deine Freunde und Deine Familie, was Du bei youtube machst?

Also früher habe ich das eher heimlich gemacht und immer gedacht, hoffentlich sieht mich keiner, den ich kenne. Aber inzwischen stehe ich dazu und erzähle das auch. Die meisten finden das auch gut. Aber wie viele meiner Bekannten jetzt regelmäßig meine Videos gucken, weiß ich nicht.

Deinen Kanal gibt es erst sei ein paar Monaten. In Deinem ersten Video erzählst Du allerdings, dass Du schon einmal Videos bei youtube eingestellt hast, damit aber wieder aufgehört hast, weil Du mit den Reaktionen nicht klar kamst.

Ja, das war vor zwei Jahren. Ich glaube, ich war damals einfach noch nicht soweit, um auch mit negativen Reaktionen klarzukommen. Es gibt eben auch sogenannte "Hater", die einen in den Kommentaren einfach nur anonym beleidigen wollen. Die sind vielleicht einfach nur neidisch, trotzdem verletzt einen das erstmal. Man braucht schon ein gutes Selbstbewusstsein, um damit umgehen zu können.

Wird der Druck größer, je mehr Abonnenten man hat?

Auf jeden Fall! Irgendwann weiß man ja auch, worauf die Leute gucken oder wann sie anfangen zu meckern. Dann achtet man schon mehr drauf, ob das Licht gut ist und was man erzählt. Ich habe inzwischen auch angefangen, eine Art Plan zu machen. Mittwochs ist zum Beispiel immer "Make-Up-Mittwoch" und dann versuche ich noch, samstags ein Video zu machen.

Kannst Du Dir denn vorstellen, Dein Hobby irgendwann zum Beruf zu machen?

Ich habe jetzt nicht den Plan, irgendwann ein großer youtube-Star zu werden oder so. Ich mache seit Januar ein freiwilliges soziales Jahr in einem Krankenhaus. Außerdem schaue ich nach Studiengängen, die ich interessant finde. Das geht allerdings schon in die Richtung "was mit Medien". Was genau, weiß ich aber noch nicht.

Fragen: Felix Neubüser

ka-news stellt in unregelmäßigen Abständen Blogs aus der Region vor. Bisher vorgestellte Blogs gibt es hier.

Zu Maries youtube-Kanal "snukieful" geht es hier entlang.

 
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