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Durlach Radverkehr in Durlach: "Keiner hält sich an das Verbot"

Kurioses aus dem Durlacher Ortschaftsrat: Weil sich ohnehin keiner daran hält, wollte die FDP-Fraktion per Antrag das Radfahrverbot in der Durlacher Fußgängerzone – auf der Pfinztalstraße zwischen Marktplatz und Friedrichschule – aufheben. Fakt ist: Eine direkt ausgeschilderte Verbindung nach Durlach hinein gibt es für den Radverkehr bisher tatsächlich nicht.

Die Fahrt durch die Fußgängerzone ist verboten und alternative Strecken sind für Ortsunkundige kaum auszumachen. Bleibt nur, das Fahrrad durch die Fußgängerzone, die nur wenige hundert Meter lang ist, zu schieben.

Da Straßenbahnen dort aber mit 25 km/h fahren dürfen und auch Taxi- und Lieferfahrten unter bestimmten Umständen erlaubt sind, falle es den Bürgern schwer, die Notwendigkeit dieses Radfahrverbots, das im Übrigen nur an Werktagen zwischen 10 und 20 Uhr gilt, einzusehen. Folge davon: Keiner hält sich an das Verbot - zumal es, so warfen die Grünen unterstützend ein, auch keine akzeptable Alternativroute für Radfahrer gebe.

Alternativrouten für den Radverkehr müssen her

Man solle das Verbot aufheben und stattdessen Schilder mit der Aufschrift "Radfahrer - bitte langsam fahren" anbringen, fordert die FDP. Ohnehin könne man auf dem schlechten und nichtausgefugten Pflaster auf diesem Abschnitt der Pfinztalstraße als Radfahrer kaum schnell und damit rücksichtslos unterwegs sein, erklärte FDP-Ortschaftsrat Günther Malisius in seiner Stellungnahme.

Die Stadtverwaltung, insbesondere das Ordnungsamt, zeigt sich von diesem Antrag wenig begeistert. Der betroffene Abschnitt der Pfinztalstraße unterliege der vom Gemeinderat der Stadt Karlsruhe erlassenen Satzung über "Sondernutzungen in den Fußgängerbereichen". "Als erlaubnisfreie Sondernutzung sind Lieferungen von 8 bis 11 Uhr, Grundstückszufahrten und Radverkehr von 20 Uhr bis 10 Uhr des Folgetages sowie an Sonn- und Feiertagen zugelassen", und um das zu ändern, müsse der Gemeinderat eine Änderung dieser Satzung, die genauso auch in der innerstädtischen Kaiserstraße gilt, beschließen.

Nur in Fußgängerzonen, in denen kein Straßenbahnverkehr herrsche sei der Radverkehr ganztägig erlaubt, so das Amt. Der Querschnitt der Pfinztalstraße sei zudem zu gering um Bahn, Zuliefer-, Fuß, und Radverkehr rund um die Uhr zu verkraften, daher sieht das Amt die Freigabe für den Radverkehr kritisch.

Antrag abgelehnt

Auch die anderen Ortschaftsräte konnten sich dem Antrag der FDP-Fraktion nicht anschließen, während CDU und SPD vehement ablehnten, da man seit Jahrzehnten versuche, die Fußgängerzone von Auto- und Radverkehr freizuhalten, sehen die Grünen das Thema differenzierter und fordern sinnvolle Alternativrouten. So konnte der Vorschlag der FDP am Ende nur zwei Ja-Stimmen aus der eigenen Fraktion erhalten und wurde bei fünf Enthaltungen deutlich abgelehnt. Letztlich könne man etwas nicht nur deshalb erlauben, weil sich ohnehin niemand an ein Verbot hält.

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  •   borealis
    (356 Beiträge)

    18.09.2016 16:13 Uhr
    Also
    dass sich keiner an das Radfahrverbot hält, stimmt so nicht: ich bin vor drei Wochen dort gewesen, bin abgestiegen und habe geschoben. Es steht doch ein eindeutiges Schild dort, und ob Strassenbahn und Autos dort fahren dürfen interessiert mich in dem Moment nicht. Aus welchen Grund auch immer, ist Radfahren nicht erlaubt. Dann halt nicht.
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  •   Malerdoerfler
    (4652 Beiträge)

    18.09.2016 14:23 Uhr
    Oh doch
    es gibt welche, die sich an die REgeln halten.

    Und für die anderen sollte hier halt mal öfter ein Gesetzeshüter stehen.
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  •   Laetschebachschorsch
    (3093 Beiträge)

    18.09.2016 10:50 Uhr
    Wenn die öffentliche Hand Regeln ...
    für das Zusammenleben in der Gesellschaft erlässt, die Einhaltung dieser Regeln aber nicht überwacht und durchsetzt, dann ist das Steuerverschwendung. Und dafür müssten die, die das versäumen in Regress genommen werden einschließlich für die entgangen Gelder für Strafen. Es drängt sich doch der Verdacht auf, dass da im Vollzug gegen die Entscheidungen von anderen Stellen gearbeitet wird, bzw. der Entscheidungen unterlaufen werden - aus welchen Gründen auch immer.
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  •   motzki
    (701 Beiträge)

    18.09.2016 09:55 Uhr
    keinen...
    ...meter den fahrradzauseln...!
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  •   betonmischer
    (262 Beiträge)

    17.09.2016 16:23 Uhr
    Als ob
    es in Durlach ortsunkundige Radfahrer gäbe, jetzt lach ich mir gleich einen Ast (ab).

    Ach halt, ich hab die Millionen Japaner und Chinesen vergessen die auf ihrer 'Europe in three weeks' Reise Durlach auf dem Zettel haben und sich dort Räder mieten um das weitläufige Areal zu explorieren...
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  •   Mondgesicht
    (1959 Beiträge)

    17.09.2016 15:43 Uhr
    Mal ehrlich:
    Wenn die Straba durchfährt, wieso sollen Radfahrer es dann nicht dürfen? Da muss ich der FDP im Prinzip Recht geben.

    Die Durlacher Fußgängerzone ist wahrlich breit genug und auch bei weitem nicht so stark frequentiert wie die Kaiserstraße vor Karstadt. Mit etwas Vernunft auf beiden Seiten müsste es da keine Konflikte geben.
    Das Problem sind wohl einerseits die Fahrradrowdys, die rücksichtslos durch die Gegend brettern und auf der anderen Seite die erklärten "Fahrradhasser", die sich schon aufregen, wenn ein Fahrrad im Abstand von 5 Metern vorbeifährt. Schade.
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  •   altstadtring
    (293 Beiträge)

    17.09.2016 17:44 Uhr
    Straba / Radfahrer
    Die meisten Radler fahren leider nicht wie die Straßenbahn in der Straßenmitte (gaaaaanz gefäääährlich: Schienen. Und holprige Steine), sondern am Rand. Womit der Bereich, in dem weniger fitte Fußgänger sich sicher fühlen können, nicht mehr existiert.

    Ich versteh das Problem nicht. Wenige Meter neben der Fußgängerzone ist nördlich wie südlich eine in Schrittgeschwindigkeit legal in beide Richtungen befahrbare Verkehrsberuhigte Zone (Altstadtring), wenige Meter weiter weg mit der Pfinzstraße auch eine zügig befahrbare Straße. Das sind keine 20 Sekunden "Umweg". Da sollte es schon zumutbar sein, diese eine kurze Strecke den Fußgängern zu überlassen.
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  •   betonmischer
    (262 Beiträge)

    17.09.2016 18:13 Uhr
    Träumer,
    für Rad- und Bahnfahrer sind Umwege und Umsteigen ein absolutes Nogo. Man hat ein Grundrecht darauf auf der Diretissima ans Ziel zu kommen.
    Umwege sind nur Autofahrern zuzumuten, denen geschieht das recht.

    So ist es eben wenn man moralisch unterlegen ist...
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  •   altstadtring
    (293 Beiträge)

    17.09.2016 23:00 Uhr
    Kfz stören in der Fuzo genauso
    An der Haltestelle Friedrichschule kann man untertags eigentlich immer ca. ein Auto pro Minute zählen. Meistens Privat-PKW. Für die gilt exakt das gleiche: a) direkt nebendran darf man, wenn auch nur in Schrittgeschwindigkeit. b) wenige Meter weiter ist die Pfinzstraße, da darf man auch schneller. Für diese Autos hab ich daher ebensowenig Verständnis wie für die Radler. Ich würde mich freuen, wenn es in Durlach wenigstens ein paar Meter gäbe, die uneingeschränkt den Fußgängern vorbehalten sind.
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  •   betonmischer
    (262 Beiträge)

    18.09.2016 14:35 Uhr
    Dafür
    hätte ich jetzt auch keinerlei Verständnis. Abgesehen vom Lieferverkehr und Polizei haben Autos in der Fuzo absolut nichts verloren. Ich weiss gar nicht wie man auf sowas kommen kann.
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