16:34Gemeinderat stimmt einstimmig zu

"Ja, es ist eine schöne Sache für die Jugend, aber für uns als Stadt kostet es 2 Millionen pro Jahr", sagt die Stadträtin der CDU Bettina Meier-Augenstein. "Es muss uns also ein Anliegen sein, dass wir die Finanzierung langfristig gesichert ist, denn wenn das Ticket einmal in die Mobilität eingebunden ist, lässt es sich nicht mehr allzu einfach abschaffen. Dennoch werden wir zugunsten der Jugendmobilität zustimmen."

Zustimmende Worte steuern auch die Fraktionen der Grünen, der Linken, der AfD, der FDP und der SPD bei. Stadtrat Hermanns von der SPD fügt außerdem hinzu, "dass das Land zukünftig auch weiterhin die Kommunen entlasten müsse, um das Jugendticket bezahlbar zu halten."

Nach den Diskussionen stimmte der Gemeinderat einstimmig zu. Ab 2023 wird das Jugendticket also aller Voraussicht nach erhältlich sein.

11:23Bahn fahren für einen Euro pro Tag?

Der KVV wurde im Rahmen einer Aufsichtsratssitzung, die am 11. März 2022 stattfand, damit beauftragt, mit den vorbereitenden Arbeiten zur Einführung und zum Vertrieb des landesweiten Jugendtickets zum 1. März 2023 zu beginnen. Jetzt stehen die ersten Eckpunkte dieses Tickets fest.

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Das Resultat: In einer Pilotphase, die vom 1. März 2023 bis zum 31. Dezember 2025 andauern soll, können Personen bis zur Vollendung ihres 21 Lebensjahres mit dem Ticket durch ganz Baden-Württemberg reisen. Sogar bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, wenn ein Ausbildungs- oder Fortbildungsnachweis (Fortbildung in Vollzeit) vorliegt, könnte das Ticket genutzt werden. Kostenpunkt: 365 Euro im Jahr. Damit ist das Ticket deutlich günstiger als die School-Card.

Wird die School-Card ab 2025 teurer?

Diese kostet Schüler und Auszubildende nämlich 520 Euro im Jahr und ist nur für das KVV-Gebiet gültig. Das Jugendticket würde wiederum für ganz Baden-Württemberg gelten. Aber welche Kosten entstehen dadurch und wie soll das finanziert werden?

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Archivbild: Eine Bahn fährt durch Karlsruhe | Bild: KVV

In einer Beschlussvorlage seitens der Stadt Karlsruhe heißt es, dass durch die Absenkung des Fahrkartenpreises für den KVV jährliche Mindereinnahmen in Höhe von 155 Euro pro Ticket in 2023 ergeben würden. Heißt: Für das gesamte Verbundgebiet des KVV würden diese Kosten beziehungsweise Mindereinnahmen bis zu 4,2 Millionen Euro jährlich betragen. Davon entfallen zirka 2 Millionen Euro auf die Stadt Karlsruhe.

Um diese zu decken, müssten zum Beispiel die Schülerbeförderungskosten durch eine Änderung in der Schülerbeförderungssatzung geändert werden. Auch eine spätere Tarifanpassung der School-Card wäre möglich.

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Darüber hinaus könnten im Jahr 2024 und 2025 nicht verbrauchte Mittel aus dem "Klimaschutzkonzept 2030“ herangezogen werden. Ab dem Haushaltsjahr 2026 hat die Landesregierung in Aussicht gestellt, "die entstehenden wirtschaftlichen Nachteile zu 100 Prozent auszugleichen."

Jugendticket braucht Zustimmung aller Aufgabenträger

Da gibt es jedoch noch ein Problem. Die Umsetzung und Einführung des Jugendtickets kann erst erfolgen, wenn alle kommunalen Aufgabenträger (Städte Baden-Baden, Karlsruhe sowie die Landkreise Karlsruhe und Rastatt) die Einführung und die Übernahme des kommunalen 30 prozentigen-Eigenanteils in ihren Gremien beschließen.

(Symbolbild)
(Symbolbild): Schüler auf dem Weg in die Schule. | Bild: ka-news.de

"Sollte einer der Aufgabenträger gegen die Einführung des Tickets stimmen, so kann das Ticket im gesamten KVV nicht eingeführt werden", heißt es dazu in der Beschlussvorlage weiter. In Karlsruhe soll die Entscheidung am Dienstag, 26. Juli, im Rahmen der Gemeinderatssitzung fallen. Wann die Abstimmung bei den anderen Gremien fallen wird, wird in der Beschlussvorlage nicht erwähnt.