Bereits im vergangenen Sommer brachte die SPD-Gemeinderatsfraktion zusammen mit den Vorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt (AWO) den Vorschlag ein, einen Platz oder eine Straße nach der Karlsruher Ehrenbürgerin und Mitgründerin der Karlsruher AWO Kunigunde Fischer zu benennen. Dies wurde in einem Beschluss am 7. Februar vom Gemeinderat angenommen und zu Ehren an ihrem 50. Todestag am 21. Februar umgesetzt.

Einweihung des Kunigunde-Fischer-Wegs durch den Oberbürgermeister und zwei Enkel
Einweihung des Kunigunde-Fischer-Wegs durch den Oberbürgermeister und zwei Enkel | Bild: Heike Jakob

"Sie hätte sich sicher sehr gefreut", erklärt der zu Tränen gerührte Enkel Albert Kleiber. Ein Teil der Familie ist für diese Gedenkfeier extra aus England angereist. Mit dem nach ihr benannten Weg, soll vor allem für ihr soziales und politisches Engagement gedankt werden. "Sie war eine wichtige Rolle auf der politischen Bühne Badens", betonte Oberbürgermeister Mentrup in seiner Dankesrede.

Mit der Lage des Wegs wird ihr Einsatz für die Kindererholung geehrt

Der Weg befindet sich im Stadtteilpark der Südstadt-Ost direkt am Hanne-Landgraf-Platz (benannt nach einer der Neu-Gründer der Karlsruher AWO nach dem Zweiten Weltkrieg) und der Marie-Juchacz-Straße (Gründerin der AWO). Da der Weg direkt zwischen einem Kinderspielplatz und einer Kindertageseinrichtung liegt, wird so ihr Einsatz für die örtliche Kindererholung geehrt, erklärt die Stadt.

Hier soll der Kunigunde-Fischer-Weg sein
Hier befindet sich der Kunigunde-Fischer-Weg | Bild: Stadt Karlsruhe

"Ihr soziales Engagement zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben"

Die 1882 geborene Kunigunde Fischer war eine Mitbegründerin des Ortsausschusses Karlsruhe der AWO und ab 1925 bis zum Verbot 1933 deren erste Vorsitzende. 1919 zog sie als eine der ersten Frauen für die SPD in den Gemeinderat und wenig später in den Badischen Landtag ein. Ihr soziales Engagement ziehe sich wie ein roter Faden durch ihr Leben und könne ein Vorbild für alle sein, so die Stadt weiter.

Dort legte sie unter anderem den Grundstein für eine örtliche Kindererholung, was heute in Karlsruhe eine selbstverständliche Einrichtung ist. Während der NS-Zeit war sie in Gefangenschaft, überlebte den Krieg und blieb bis 1959 als Stadträtin in Karlsruhe tätig. Für ihre Mitgliedschaft in den sozialen Einrichtungen erhielt sie einige Auszeichnungen, wie das Bundesverdienstkreuz 1967 und die Ernennung zur ersten weiblichen Ehrenbürgerin in Karlsruhe.

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