Schon zu Zeiten der Weimarer Republik plant der Verein HaFraBa e.V. ein Netz von Fernstraßen ausschließlich für den Kraftfahrzeugverkehr. Der HaFraBa war der Verein zur Vorbereitung der Autostraße Hansestädte-Frankfurt-Basel, wird 1926 von Bauingenieur Ehlert Robert Friedrich Otzen, der Erfinder des Wortes "Autobahn" gegründet und von Verkehrsplaner Willy Hof geführt. Geplant wird zunächst ein Straßennetz, das von Hamburg über Frankfurt nach Basel und durch die Schweiz nach Italien führen soll.

Badische Presse vom 18.5.1933
Badische Presse vom 18.5.1933 | Bild: Badische Presse

A8: NS-Regierung präsentiert "Weltneuheit"

Obwohl die NSDAP die Pläne zuerst ablehnt, entscheidet die 1933 an die Macht gekommene NS-Regierung, die Autobahnplanung der HaFraBa doch zu realisieren – nicht zuletzt um das Problem der weit verbreiteten Arbeitslosigkeit zu Beginn der 1930er Jahre zu vermindern. Die Nationalsozialisten präsentieren den Bau der "Reichsautobahn" als Weltneuheit und nehmen sich ein Vorbild am italienischen Ministerpräsidenten Benito Mussolini, der die ersten Autobahnen 1924 in Italien eröffnet. "Es wird in Durchführung des beschlossenen Gesetzes in Deutschland ein Autostraßennetz errichtet werden, wie es bisher in der Welt noch nicht existiert", schreibt die Zeitung Mittelbadischer Courier am 24. Juni 1933.

Mittelbadischer Courier vom 24.6.1933
Mittelbadischer Courier vom 24.6.1933 | Bild: Mittelbadischer Courier

Abschnitt Karlsruhe-Salzburg abgeschlossen

Die HaFraBa-Planung beinhaltet Strecken von Karlsruhe über Stuttgart nach München, sowie von München nach Salzburg. Eine Verbindung von Saarbrücken über Landau ist auch geplant. Bis zum Anfang des Zweiten Weltkriegs wird der Abschnitt zwischen Karlsruhe und Salzburg an der österreichischen Grenze abgeschlossen. Bis 1943 wird unter dem Einsatz von Zwangsarbeitern an einigen Strecken weitergebaut. In den letzten Tagen des Krieges werden verschiedene Autobahnbrücken gesprengt, um das Vorrücken der Alliierten in Deutschland zu verhindern.

Rennstrecken am Karlsruher Dreieck

Nach der Gründung der Bundesrepublik 1949 werden die gesprengten Brücken wieder hergestellt. Zwischen 1946 und 1951 dienen Teile der Autobahn bei Karlsruhe als Rennstrecken beim Karlsruher Dreiecksrennen – eine der Rennsportveranstaltungen auf temporären Motorsport-Rennstrecken in der Nachkriegszeit – speziell die Teile der A8 und der A5 am Karlsruher Dreieck.

Die Teilstücke der A8

Die A8 beginnt seine 505 Kilometer lange Strecke im ersten Teilstück am Viadukt von Schengen an der luxemburgischen Grenze. Dieses Teil führt aus dem Moseltal hinauf, entlang der Grenze zu Frankreich und weiter entlang der Saar. Dann wechselt die Autobahn die Richtung nach Rheinland-Pfalz und endet kurz vor Pirmasens. Das zweite Stück der A8 beginnt am Karlsruher Dreieck, kurz nach der Anschlussstelle Ettlingen in Richtung Frankfurt.

Anschlußstelle im Süden an die A8.
Anschlussstelle im Süden an die A8. | Bild: Tim Carmele/TMC-Fotografie

Diese Strecke steigt gleich in die Höhen des Nordschwarzwaldes über Grünwettersbach. Über den Schwarzwald führt die Autobahn in Richtung Stuttgart und weiter zur Schwäbischen Alb. Nach Ulm und Augsburg endet diese Teilstrecke kurz nach München-West. Südlich von München fängt dann das dritte Teilstück der A8 an. Sie führt durch die bayerische Alpenlandschaft ins Inntal, steigt danach weiter nach Chiemsee und Bernau und endet mit der Saalachbrücke an der Grenze zu Österreich.

A8 teilweise noch im ursprünglichen Zustand

Obwohl die meisten Abschnitte der A8 seit dem Zweiten Weltkrieg modernisiert und ausgebaut wurden, bleiben noch Anfang der 2000er wesentliche Teile der A8 in ihrem ursprünglichen Zustand aus den 1930er Jahren. So erlebte damals der Fahrer – beispielsweise auf der Strecke durch die Höhen des Nordschwarzwaldes – eine zweispurige Bahn ohne Standstreifen, sehr steile Hänge und enge Kurven. Im Zusammenhang mit dem heutigen Verkehr machten diese Zustände die A8 zu einer der gefährlichsten Autobahnen Deutschlands.

A8 Richtung Karlsbad, Höhe Wolfartsweiher
A8 Richtung Karlsbad, Höhe Wolfartsweier | Bild: Tim Carmele/TMC-Fotografie

Die Hänge des Nordschwarzwaldes, beispielsweise zwischen dem Karlsruher Dreieck und Karlsbad, wurden zu Engpässen wenn schwere LKWs die Straße bergauf fuhren. Baustellen an dieser Strecke und überhaupt zwischen Karlsruhe in Richtung Stuttgart können heute noch zu kilometerlangen Staus führen.

Sechsstreifiger Ausbau der A8

Die ersten Pläne für einen sechsstreifigen Ausbau der Strecke zwischen dem Autobahndreieck Karlsruhe und dem Dreieck Leonberg werden in den 1970er Jahren erarbeitet. Das Projekt wird aber auf Grund ökologischer Bedenken 1976 verworfen. Anfang der 1990 Jahre wird dann das Teilstück zwischen dem Dreieck Karlsruhe und Karlsbad ausgebaut. Hier befindet sich eine ausgeprägte Steigungs-/Gefällestrecke. Die nächste Teilstrecke, die im Jahr 2000 fertiggestellt wird, ist zwischen den Anschlussstellen Pforzheim West und Pforzheim Ost. Nach Pforzheim Ost steigt die Autobahn so steil, dass man im Rückspiegel die zurückliegende Strecke nicht mehr sieht.

A8 zwischen Pforzheim und Leonberg

Der Ausbau der Strecke zwischen Pforzheim und Leonberg wird zwischen 2006 und 2011 fertig gestellt. Der Abschnitt Heimsheim-Leonberg war zuerst dran – ein schmaler Teilabschnitt von 10,5 Kilometern mit sehr hoher Verkehrsbelastung, kein Standstreifen und über 70.000 Fahrzeuge pro Tag mit einem hohen Schwerverkehrsanteil. Dieser Abschnitt wird im September 2008 freigegeben. Die 12 Kilometer zwischen Pforzheim und Heimsheim werden bis Oktober 2011 in drei Teilabschnitten fertig gestellt. Im Zuge des Ausbaus der A8 kam auch die neue Anschlussstelle Pforzheim Süd dazu.

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Das letzte vierspurige Stück der A8 zwischen Karlsruhe und Stuttgart liegt zwischen Pforzheim Nord und Pforzheim Süd – die Enztalquerung. Dieser Streckenausbau auf sechs Spuren hat im Oktober 2021 begonnen und 80.000 Fahrzeuge fahren täglich durch den fünf Kilometer langen Abschnitt. Autofahrer müssen hier mit vielen Staus auf der A8 rechnen.

Vollsperrungen auf der A8 wegen Bauarbeiten

Die A8 muss auch immer wieder wegen Brückenarbeiten vollgesperrt werden. Außerdem werden eine 400 Meter lange Einhausung und Schutzwände gegen den Lärm geplant. Die Bauarbeiten sollen 2026 abgeschlossen sein – bis September 2022 wird voraussichtlich die erste der fünf Bauphasen fertig.

Auf ka-news.de kann die A8 durch unsere Autobahnwebcams aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden.

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