"Wir sind - Gott sei Dank - richtig überrannt worden", so Pino Cimino am Montag im Gespräch mit ka-news.de. Cimino ist Besitzer der Eisdiele "Cassata" in der Karlsruher Oststadt - sie gehört zum Familienunternehmen in der Region: Seine zwei Brüder betreiben die Eisdielen "Rimini" in Gaggenau und Rastatt.

180 Bestellungen in drei Tagen

Vor drei Tagen hat die Familie einen Online-Shop für Eisbestellungen eingerichtet - bereits am Montag können sie schon keine weiteren Bestellungen mehr annehmen. "180 Bestellungen haben uns erreicht", so Cimino, "diese müssen wir jetzt bearbeiten und ausliefern." 

Alessandro, Giuseppe, Pino und Carmelo Cimino. Die Cimino-Familie hat Eisdielen in Karlsruhe, Rastatt und Gaggenau.
Alessandro, Giuseppe, Pino und Carmelo Cimino. Die Cimino-Familie hat Eisdielen in Karlsruhe, Rastatt und Gaggenau. | Bild: privat

"Wir" - das sind acht Mitarbeiter, die drei Brüder Alessandro, Giuseppe sowie Pino und Sohn Carmelo. "Wir stehen zusammen." Die Eisdiele musste aufgrund der aktuellen Landesverordnung am 17. März "von jetzt auf nachher" schließen. "Die Umsätze sind eingebrochen - aber wir müssen auch weiterhin laufende Kosten decken und wir haben eine Verantwortung gegenüber unserer Mitarbeiter, zu der wir stehen", so Cimino. "Für uns wäre jetzt Hochsaison, wir leiden sehr unter der Schließung."

Kein Lieferservice - "zu viele Baustellen"

Ein Abholservice war in Karlsruhe nicht umzusetzen: "Wir verstehen, dass man hier eine Situation vermeiden möchte, bei welcher sich Warteschlangen bilden können", so Cimino zu den verordneten Infektionsschutzmaßnahmen. Ein Lieferservice in Karlsruhe war ebenfalls ausgeschlossen - "zu viele Baustellen, zu viel Hin und Her."

So wurde es schlussendlich der Online-Shop: Eisliebhaber können vier Eisbecher je 500 Milliliter verschiedener Sorten bestellen. Sie werden von den Mitarbeitern in Thermoboxen verpackt, mit Trockeneis gepolstert und per Express mit der Post verschickt. 

Klopapier-Eistorte rettet das Geschäft

Und was wird am meisten bestellt? "Die Favoriten sind derzeit Vanille, Schoko, Nuss, Zitrone und Erdbeere." Bei den Eistorten ist der Publikumsliebling deutlich: Die Klopapiertorte. Wer keine Eisbecher bestellt, wählt die Klopapier-Eistorte - "die Bestellungen sind 50/50."

Giuseppe und Pino Cimino mit ihrem Verkaufsschlager "Klopapier-Eistorte".
Giuseppe und Pino Cimino mit ihrem Verkaufsschlager "Klopapier-Eistorte". | Bild: privat

Auf die Idee kamen die Brüder, als die Hamsterkäufe in der Corona-Krise starteten. "In der Rastatter Eisdiele haben sie die Klopapier-Rollen aus der Toilette geklaut", erzählt Pino. Die Eiskonditoren folgten dem Wunsch ihrer Kunden nach dem weißen Gold - auf ihre eigene Art und Weise: Nach zwei bis drei Prototypen war die Klopapier-Eistorte für den Verkauf geschaffen. Die Torte wiegt rund zwei Kilo und reicht für acht bis zehn Personen. Befüllt werden kann sie mit zwei Eissorten der Wahl.

Viele loyale Kunden - aber auch bundesweit erfolgreich

Vor allem viele Kunden halten der Eisfamilie die Treue - 80 Prozent der Bestellungen stammen aus Karlsruhe und Region. "Unsere Kundschaft hat uns nicht hängenlassen und will uns in dieser schwierigen Zeit unterstützen", so Cimino. Das freut den Eisverkäufer besonders. Er ist überzeugt, dass es vielen Gastronomen nicht so gut gehen wird - "viele werden es schwer haben bis die Soforthilfe eintrifft."

Aber: Der Eisshop ist auch über die Region hinaus begehrt: "Wir haben Bestellungen aus vielen Städten - darunter auch zum Beispiel aus Hamburg." Cimino hofft, dass er seine Eisdiele bald wieder öffnen darf - bis dahin bleibt das Eis auf Vorbestellung. Nach Ostern, ab kommenden Dienstag, sollen wieder neue Bestellungen möglich sein.

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