"Wir sind die Zeugen und keineswegs blau, wir trinken nur Tee und rufen helau!", lautet das Gelübde, das immer wieder beschworen wird, als Michael Maier, Präsident des Festausschusses Karlsruher Fastnacht (FKF) die Narrentaufe vollzieht. Am Narrenbrunnen auf dem Kronenplatz stehend, proklamiert der Karnevalspräsident, am 11. November um 11.11 Uhr, die fünfte Jahreszeit.

Fastnachtseröffnung am 11. November 2021
Michael Maier, Präsident des Festausschusses Karlsruher Fastnacht | Bild: Lars Notararigo

"Fastnacht ist jedes Jahr", sagt Maier. "Corona hin oder her", immerhin könne die Pandemie den Wechsel der Jahreszeiten ja auch nicht aufhalten. Unter freiem Himmel beginnt die Saison indem die mützengekrönten FKF-Mitglieder einmarschieren, neue Mitglieder mit dem Wasser des Narrenbrunnens getauft werden und dienstältere einen Orden erhalten.

Kein Zug zum Rathaus

Obwohl, oder gerade weil Maier drei Versuche benötigt, während seiner Ansprache das Wort "Konfetti" auszusprechen, zeigt sich das Publikum heiter und fröhlich. Alkohol werde aber nicht ausgeschenkt - und nicht nur das drücke die ausgelassene Stimmung. "Den traditionellen Zug aufs Rathaus wird es dieses Jahr nicht geben", sagt Maier. Das sei aufgrund der Corona-Lage nicht möglich. 

Fastnachtseröffnung am 11. November 2021
Eine kleine Menschentraube eingefleischter Fastnachts-Freunde sammelt sich vor dem Narrenbrunnen. Zum Rathaus darf sie allerdings nicht ziehen. | Bild: Lars Notararigo

"Stattdessen werden wir uns um 16.33 Uhr am Marktplatz treffen, dort ist auch eine Bühne aufgebaut. Dann feiern wir den Sieg diesmal eben nicht in der Halle sondern auch unter freiem Himmel", so Maier. Eines könne er nämlich schon jetzt versprechen: "Auch wenn nur drei Narren gleichzeitig ins Rathaus dürfen: Wir werden Herrn Mentrup den Schlüssel schon abjagen, ob innen oder außen!"

"Mein innerer Schweinehund sagt mir: Fastnacht fällt aus."

Inwieweit man die damit eingeleitete Fastnachtssaison aber genießen kann, das ist noch nicht gesagt. Die unsichere Corona-Situation ließe auch die konkrete Planung der einzelnen Veranstaltungen zu einem Drahtseilakt werden. "Mein innerer Schweinehund sagt mir, dass Fastnacht dieses Jahr abgesagt wird", meint beispielsweise Jürgen Olm, Ehrenpräsident des FKF, der den Narrenbrunnen vor 30 Jahren mit erbaut hat.

Fastnachtseröffnung am 11. November 2021
Jürgen Olm, Ehrenpräsident des FKF. | Bild: Lars Notararigo

Der aktuelle Präsident zeige sich da etwas optimistischer. "Die ein- oder andere Saalfastnacht wird sicherlich nicht stattfinden. Wenn wir nur die Hälfte der Leute in die Hallen lassen dürfen, können wir die Veranstaltungskosten nicht mehr reinholen", so Maier. Allerdings sei das nicht für sämtliche Hallenevents gesagt und außerdem sei "eine Straßenfastnacht garantiert möglich."

"Corona-Fastnacht 2.0"

Natürlich müsse man die Veranstaltungen "mit dem Ordnungsamt abstimmen. Es wäre wirklich ungünstig, wenn während Fastnacht die Alarmstufe ausgerufen wird, aber dann müssen wir das Narrentreiben eben unter 2G-Regeln stattfinden lassen", erklärt Maier. "Glücklicherweise ist der Impfstand unter den FKF-Mitgliedern sehr weit fortgeschritten." 

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Es werde den Narren also nichts anderes übrig bleiben, als ihr Treiben im Maß der Corona-Regeln zu halten. "Wir sprechen von Corona-Fastnacht 2.0", scherzt der FKF-Präsident. "Aber davon lassen wir uns die gute Laune nicht ruinieren."

Alle Bilder zur Fastnachtseröffnung am 11. November um 11.11 Uhr:

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